Statt Abwrackprämie: Umweltverbände fordern Mobilitätsprämie

60 Prozent der Deutschen wollen eine Mobilitätsprämie statt einer Auto-Abwrackprämie. Mehrere Umwelt- und Verkehrsverbände lehnen eine Neuwagen-Kaufprämie strikt ab und fordern mehr Investitionen in Fahrräder, ÖPNV, Schienenverkehr und Elektromobilität.

Nur 30 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für die Auto-Abwrackprämie aus. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die die Allianz pro Schiene beim Instituts Civey in Auftrag gegeben hat. Bei der  Mobilitätsprämie könnten Verbraucher selbst entschieden, ob sie die Förderung zum Beispiel für den Kauf von Fahrrädern, Bahnkarten oder umweltschonenderen Autos nutzen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert statt des Autogipfels einen Mobilitätsgipfel und statt einer Autoprämie Investitionen in nachhaltige Mobilität. Rund 500.000 Autos mit Verbrennungsmotor seien am Markt vorbei auf Halde produziert worden und stünden nun bei den Händlern. „Eine steuergeldfinanzierte Unterstützung zum Kauf privater Autos ist ökologisch kontraproduktiv, sozial ungerecht und soll vor allem Konzernen, die Finanzrücklagen im dreistelligen Milliardenbereich haben, zur weiteren Gewinnmaximierung dienen”, so Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND.

Der Naturschutzbundes NABU plädiert dafür, in Elektromobilität zu investieren. Eine aktuelle Studie warne, Corona könnte den Verkauf von Elektroautos erheblich zurückwerfen. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Wenn wir jetzt nicht die Weichen für emissionsfreie Fahrzeuge stellen, dann schützen wir eine alte Technologie zulasten des Klimas und der zukünftigen Generationen. Kaufprämien auch für Verbrennungsmotoren, wie die Bundesregierung sie aktuell plant, können deshalb nicht die Antwort sein. Im Gegenteil: Sie würgen den Markt für E-Autos ab und untergraben so die Anstrengungen, den Übergang hin zu einer zukunftsfähigen Industrie zu bewältigen.“

Die Kampagnen-Organisation Campact hat einen Online-Appell mit dem Titel „Kein Steuergeld für Spritschlucker“ gestartet. „Verhindern Sie Kaufprämien für Autos, die ganz oder teilweise mit Verbrennungsmotoren fahren! Stattdessen braucht es eine Mobilitätsprämie, die etwa das Fahrradfahren und den öffentlichen Nahverkehr fördert“, heißt es in dem Aufruf. Auch der ökologische Verkehrsclub VCD fordert ein klares Nein zu einer Autokaufprämie.

Bereits Ende April hatte ein Bündnis aus ADFC, Deutscher Naturschutzring, Allianz pro Schiene, VCD, Verbraucherzentrale und anderen Organisationen und Unternehmen eine Mobbilitätsprämie für alle gefordert.

Auch der Präsident des Umweltbundesamtes Dirk Messner sprach sich gegenüber der Frankfurter Rundschau dafür aus, Investitionen vorrangig in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie in die E-Mobilität und  Lade-Infrastruktur zu tätigen. Autos mit Verbrenner-Motoren müssten von der Förderung ausgeschlossen werden.

Der Fahrradclub ADFC erwartet nun, dass die Bundesregierung “auf den massiven Widerstand in der Gesellschaft gegen eine Abwrackprämie reagiere und statt einer reinen Kaufprämie für Autos auch die Anschaffung von Fahrrädern, Pedelecs und Cargobikes sowie Bahn-Abos fördern werde.

 


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