Schwarze Aussichten? Tesla läuft geradeaus…

Tesla sei mal wieder kurz vor der Pleite, ist in diversen Medien zu lesen. Es wird von Verkaufsrückgängen in einem nie da gewesenen Ausmaß gesprochen. Doch entspricht das überhaupt der Realität?

Es ist definitiv so, dass der eine oder die andere wegen dem in Misskredit geratenen CEO Elon Musk vom Kauf eines Tesla Fahrzeugs Abstand nimmt und sich lieber bei der in diesem Segment wachsenden Konkurrenz eindeckt. Unabhängig von der Qualitäts- und Preisfrage, die Tesla eindeutig zu gewinnen scheint, ist ein Autokauf für viele eben auch eine emotionale Entscheidung. Und wer will schon bei einer derartigen Stimmungslage auf den vermeintlichen Loser setzen.
Noch 2024 und schon 2023 war das Model Y von Tesla das bestverkaufte Fahrzeug, und nun, Anfang des Folgejahres will es angeblich niemand mehr. Tatsächlich hat das Auto gerade ein umfangreiches Hardware-Update erfahren. Viele haben darauf gewartet. Die Produktion des Model Y ist sowohl in China als auch in Europa und den USA nunmehr komplett auf die neue Version umgestellt. Ein solcher Kraftakt eines Unternehmens hat natürlich nicht nur wenige Tage in Anspruch genommen, denn Produktionsstraßen mussten aufwändig angepasst werden. Längst läuft inzwischen allerorts die Fertigung wieder in gewohntem Maße und erste Auslieferungen haben im März begonnen. Zufriedene Kunden schwärmen vom neue Model Y, welches auch gegenüber seinem Vorgänger in so vielen Bereichen technisch eine deutliche Schippe draufpackt.
Wider aller Unkenrufe wird das Model Y auch auf den europäischen Märkten ankommen. Das deutet sich nicht nur an, das bestätigen mir hier leider nicht zitierbare Insider. In einigen Ländern ist es bereits wieder auf Platz 1 der meistverkauften PkW. Die Verkaufszahlen für die ersten drei Monate von 2025 werden als deutlich geringer als in Vergleichszeiträumen prognostiziert. Wen wundert es? Es gab eben diese Produktionsumstellung. Hunderttausende Vorbestellungen, die das Unternehmen bekannt gibt, sprechen eine deutliche Sprache. Warum gehen derartige Meldungen im aktuellen Bashing gegen die Marke völlig unter?
Doch klammern wir mal das Model Y aus. In China wurde die Mega-Pack-Fabrik in Shanghai im Februar in Betrieb genommen. Es kann davon ausgegangen werden, dass alle hier produzierten Großspeicher so wie schon die aus Lathrop, Kalifornien, weggehen werden wie warme Semmel. Jährlich werden in den USA 10.000 Megapack-Einheiten produziert, was einem sauberen Stromspeicher von 40 GWh entspricht. Eine Verdopplung der Produktion durch das neue Werk in China ist mehr als wahrscheinlich. Und das Geschäft ist höchst profitabel, den die Nachfrage an Energiespeichern können die Hersteller, so auch Tesla, kaum befriedigen. Tesla hat sich aber besonders gut aufgestellt und erzielt im Energiegeschäft hohe Margen. Deswegen will Tesla dafür nun auch ein drittes Werk in Betrieb nehmen, was sehr schnell gehen wird. Denn eine vorhandene Fabrik in Waller County, Texas, muss dafür lediglich umgebaut werden.
Megapacks sind Container mit einem regulierten Batteriesystem, die Strom aus erneuerbaren Energien speichern und im Einsatz Spitzenlasten und Sonne-Wind-Flauten ausgleichen können. Sie werden vor allem bei Energieversorgern, Industrieanlagen und großen Solar- oder Windparks aufgestellt. Es gibt bereits so einige große Speicherparks und der Bedarf wächst weltweit.
Neben dem Fahrzeuggeschäft und der Energiesparte hat Tesla noch so einige Felder mehr, die bei einer Betrachtung des Unternehmenserfolgs heranzuziehen sind. Der Tesla Bot, ein humanoider Roboter, wird von vielen noch nicht als dass begriffen was er ist: eine Disruption der Arbeitswelt. Wenn Tesla wahrmacht, was sie angekündigt haben, und schon in diesem Jahr 1.000 Exemplare Aufgaben in Tesla-Fabriken übernehmen, können wir uns ausmalen, wie schon in wenigen Jahren das Unternehmen weitere Wettbewerbsvorteile durch ihren Einsatz erzielt. Diese Frage ist unabhängig davon, ob die Bots, wie ebenfalls angekündigt, in absehbarer Zeit für Dritte zu erwerben sein werden. Bots können keinen Schnupfen bekommen, sind nicht in der Gewerkschaft und einzig durch ihre Akkukapazität begrenzt.
Software für die Bots oder auch die Fahrzeuge wird ein weiteres Geschäftsfeld des Unternehmens sein. In Nordamerika und nun auch in China kommt Full-Self-Driving „supervised“ zum Einsatz und in Europa ist es eine Frage der Zeit, dass die behördlichen Regularien die FSD Anwendung ermöglicht. Das volle Potenzial für autonomes Fahren kann seit vielen Jahren bereits erworben werden und so traurig es für europäische Käufer:innen auch ist, dass sie das technisch mögliche bislang nur in Social-Media-Videos betrachten können, so sicher ist, dass Bürokratie nicht dauerhaft verhindern kann, was so viel sicherer als menschliche Fahrfähigkeit ist. Videos aus den USA und China zeigen dies unbestreitbar. Wird „supervised FSD“ in den USA und in Fernost dann wie angekündigt schon bald zu „unsupervised“, autonomes Fahren ohne Fahrerüberwachung, verändert sich alles. Autonome Tesla-Taxen sollen schon im Juni 2025 in einzelnen Bundesstaaten der USA unterwegs sein. Auch hier entsteht ein Milliarden-Geschäft für das Unternehmen, insbesondere nachdem die Produktion des darauf zugeschnittenen Cybercabs hochgelaufen ist.
Während der ebenfalls im Rahmen eines Events im vergangenen Jahr vorgestellte Robo-Van tatsächlich erst mal nur Zukunftsmusik ist, ist der Semi-Truck dem Prototyp-Stadium entwachsen. Der E-LKW von Tesla soll in bis zu 50.000 Exemplaren jährlich gefertigt werden. In der Fabrik in Nevada läuft gerade die Massenproduktion hoch. Unabhängig von der political correctness werden Spediteure aus Gründen der Wirtschaftlichkeit vom Dieselantrieb abrücken. Auch Interessenten an Mitbewerbern im E-LKW-Segment werden schwerlich an einer Erwägung dieses Produkts vorbeikommen. Die Ergebnisse von Langzeittests, u.a. durch Pepsico, sprechen eine eindeutige Sprache: zum von Tesla angekündigten Preis kann kein anderer Hersteller derart Fortschrittliches liefern.
Während also der Aktienpreis von Elon Musks Eskapaden abzuhängen scheint und News über Absatzprobleme durch die Medien geistern, gibt es klare Indizien, dass die Erfolgsgeschichte von Tesla nicht nur weitergeht, sondern zu neuen Höchstformen evolviert. Die oben beschriebenen Entwicklungen dürfen nebenbei bemerkt nur als Ausschnitt gewertet werden. Tesla ist als einziger profitabler E-Autohersteller aber darüber hinaus dank zahlreicher innovativer Unternehmensbereiche bestens für die Zukunft aufgestellt. Teslas Mission für die Beschleunigung der weltweiten Umstellung auf nachhaltige Energie ist den Tesla-Masterplänen zu entnehmen. Das darin geäußerte ist teils längst zur Realität geworden oder befinden sich auf dem besten Weg. Bankrott sieht anders aus!


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