Das ernüchternde Veranstalter-Resümee

Es war einmal… die elektrische COMMUNITY ist rum.
Das Wochenende vom 18. bis 20. September zumindest… Da waren nämlich nach ausgewerteten Ticketbuchungen 1.269 E-Mobilist:innen in Fulda, um sich auf dem Enthusiasten-Parkplatz, beim Diskussionsprogramm, bei einer Tesla-Lightshow und beim E-Auto-Campen zu treffen.

Auch zwei gemeinsame Barbecues boten 248 entsprechenden Ticketkäufern Gelegenheit zum Plausch.
Das Wichtigste: Den motivierten Helfer:innen hat es Spaß gemacht. Ihnen, aber auch den Sponsoren und Ausstellern gebührt mein großer Dank!
Lars, der unter anderem den Drohneneinsatz bei der Lightshow koordiniert hat: “Wer selbst als Helfer mitten im Geschehen dabei war, erlebt eine solche Veranstaltung aus einer anderen Perspektive. Neben den offiziellen Programmpunkten sind es die vielen kleinen Begegnungen, die Hilfsbereitschaft und das Miteinander, die in Erinnerung bleiben.”
Vielen positiven Stimmen stehen aber auch negative gegenüber: Es war zu kalt, am Sonntag zu feucht und ja, das muss ich als Veranstalter zugeben: Es wurde weniger geboten als noch im Vorjahr.
Wenn man so will, gab es einen Domino-Effekt: Aussteller waren – teils kurzfristig – ausgefallen, andere Aussteller reisten am Sonntag früher ab und auch viele aus der Community suchten angesichts des unangenehmen Wetters das Weite.
Die Hessenschau im Fernsehen und auch einige der lokalen Medien zeigten derweil attraktive Bilder vom Samstag und so machten sich trotz der Witterungsverhältnisse einige hundert Menschen aus der lokalen Bevölkerung gerade am Sonntag auf den Weg zur Messe. Diese mussten maximal enttäuscht werden.
Wo waren denn die E-Auto-Fahrer:innen, die aus der eigenen Praxis berichten konnten? Wo waren denn die deutschen Auto-Hersteller?
Angesprochen wurden diese im Vorfeld selbstverständlich. BMW sagte: Das falsche Publikum… Die Volkswagengruppe war auch nicht da. Im letzten Jahr war sie wenigsten mit dem getunten ID-Buzz von JP Performance auf dem Gelände in Fulda vertreten. 2022 auf der Messe Hannover, in der Zeit der Markeinführung des ID.3, präsentierte der Konzern einen E-Käfer-Umbau von VW-Classic (!). Volkswagen scheint eine andere Strategie zu verfolgen und die elektrische COMMUNITY dabei eher unwichtig zu finden. Mercedes hat einen regionalen Gebietsschutz für Händler. In dessen Folge durfte der größte Mercedes Händler der Region Schade nur XPENG und Hyundai ausstellen, während der berechtige Händler aus welchen Gründen auch immer – mehrfach und nachdrücklich angesprochen – fernblieb.
Auch die Stellantis-Gruppe sagte schon recht früh ab. Kleinere Hersteller wie NIO und Lucid waren noch 2025 vertreten. Beide sind nur ein paar Wochen vor dem Event mit sogar jeweils nachvollziehbaren Begründungen abgesprungen.
Somit war viel Platz für XPENG und Tesla. Wobei letztere sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Dass am Sonntag noch FSD-Fahrten stattfanden, war einem einzigen hoch engagierten Mitarbeiter und dem Support durch die Macher der Facebook-Gruppe Tesla Friends Germany und Mitglieder des Tesla Fahrer und Freunde e.V. zu verdanken.
Am Sonntagmorgen organisierten wir das von so vielen bereits geräumte Gelände um. Im Eingangsbereich stand dann ein Opel Rocks E neben dem von Tesla zurückgelassenen Cybertruck. Ein göttliches Bild! Verbliebene Aussteller zogen sogar teilweise um. Wer aufs Gelände kam, hatte zunächst keinen schlechten Eindruck. Die Probefahrten starteten nun von vor dem Messezentrum und nicht länger auf dem Parkplatz vor dem Sportlerheim. Doch hinter dem Zelt waren nur die tapferen E-Camper anzutreffen. Ich vermute mal, dass sich keiner der Tagesbesucher nach dahinten aufgemacht hat…
Entsprechend enttäuschte und sogar erboste Rückmeldungen gab es, obwohl wir irgendwann den Eintrittspreis halbierten und dann auch gänzlich aussetzten.

Eine E-Mail zur E-Zukunftsmesse: „Die war ihr Geld nicht wert, da nur drei Händler ausgestellt hatten und kein deutscher!“ Eine andere Besucherin äußerte: „Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern immer noch sprachlos.“
Menschen glücklich zu machen ist mein Kernanliegen. Wirtschaftlich könnte die Veranstaltung aufgrund besserer Planung, unter anderem nach dem Würstchen-Desaster des Vorjahres, mit einem blauen Auge ausgegangen sein. Doch Enttäuschung bei so vielen Menschen zu erzeugen, bringt mich zu der Ausgangsfrage zurück: War es das mit der elektrischen COMMUNITY?
Am hochengagierten Team des POMMES MÄN die miese Laune auszulassen und zu behaupten, die viel zu teuren Pommes seinen versalzen gewesen und die Currywurst habe schlecht geschmeckt, ist eine Frechheit. Ich und viele andere waren nämlich auch geschmacklich im Gegenteil begeistert. Die von ihm dokumentierten 360 Barbecue-Besucher waren jedenfalls 112 mehr als die tatsächlichen Käufer. Na, dann mal guten Appetit, liebe offenbar von mir eingeladene Community. Doch dazu gleich mehr.
Bei den Getränken hatten wir auf entsprechende Beschwerden aus dem Vorjahr reagiert und die eh schon Messeuntypischen Preise noch einmal gesenkt. Dennoch wurde gegenüber 2025 nur etwa ein Drittel konsumiert. An dieser Stelle könnte – isoliert betrachtet – dennoch ein kleines Plus entstanden sein – der besseren Planung geschuldet.
Auch beim Thema Sauberkeit zeigte sich der respektvolle Umgang miteinander. Der Campingplatz wurde am Ende sauber und ohne Müll verlassen. Eigentlich selbstverständlich, bei der Größe der Veranstaltung aber erwähnenswert. Insgesamt wurde die Abfallmenge etwa halbiert und insbesondere die Trennung klappte deutlich besser als im Vorjahr.

Mir tut es dann aber schon weh, wenn ich in einem Livestream sehe, wie ein von mir eingeladener Content Creator sein VIP-Bändchen an Follower weiter reicht und aus dem Hintergrund dem so auf meine Kosten Beschenkten ein anderer zuruft: „Bring mir auch ein Bier mit“. Ebenso auf Video festgehalten die Aussage: Man könne auch wenn kein E-Auto-Camping gebuchten worden sei, einfach am Frühstück teilnehmen. Das kontrolliert nämlich eh niemand.
Vertrauen ist gut Kontrolle wäre also auch in unserer Community besser?!
Es wird an solchen Situationen eine Mentalität sichtbar, die mich zweifeln lässt, ob diese Community es verdient, von mir und rund 60 freiwilligen Helfern das Ganze überhaupt möglich gemacht zu bekommen.
Wenn ich dann auch noch zugetragen bekomme, dass eingeladene Influencer, die ich gerne ins Bühnenprogramm hätte einbinden wollen und die mir diesbezüglich abgesagt haben, davon sprachen, ihnen sei vor Ort „langweilig“ gewesen, löst das auch nur Unverständnis aus.
Zum Schluss möchte ich aber wieder versöhnlich sein:

Der gemeinnützige Förderverein Kultur und Umweltbildung e.V. hat wie schon oben angedeutet 60 Helfer:innen versichert und einen organisatorischen Rahmen gebildet und beispielsweise das tolle Spülmobil des DRK Schenklengsfeld möglich gemacht. Ohne dies bisher öffentlich zu kommunizieren, hatte der Verein Funktionen übernommen, die das Event ungemein stärkten.
Technik des Vereins nutzte die Bühnencrew, bestehend aus Peter, Martin und Thom (von links). Ebenfalls aktiv und zuständig für den Ton, Martin vom Vereinsprojekt Konzertkollektiv (rechts).

Der Trägerverein ist in vielen Feldern aktiv: In der Geflüchteten-Hilfe, im Urban Gardening, in der Kulturförderung und nun auch als Projektträger der ehrenamtlichen elektrischen COMMUNITY.
Möglicherweise ziehe ich mich nun mit besagtem blauen Auge aus meiner Veranstalter-Rolle zurück und überlasse dieser starken Projektgruppe des Vereins das Feld.
Wer Lust hat, Teil dieser unglaublich großartigen und während des Events sehr wohlgelaunten Gemeinschaft zu sein, ist eingeladen Mitglied zu werden.
https://www.taten-bank.de/mitglied-werden/
Spendenkonto
IBAN DE02 5325 0000 0000 0020 15
BIC: HELADEF1HER
Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg
Kontoinhaber: Förderverein Kultur & Umweltbildung e.V.
Auch Spenden sind natürlich willkommen.
Und ja: Es wird wohl wieder eine elektrische COMMUNITY geben, wieder in Fulda und zwar voraussichtlich am Wochenende vom 13. bis 15. August 2027.
Und ich persönlich werde es wieder nach Kräften unterstützen, wenn auch wahrscheinlich in einer anderen Rolle.
www.elektrische-community.de




