E-Autos im Gelände: Vom Cybertruck bis zum Kia Niro auf dem Offroad-Parcours

Die elektrische COMMUNITY 2026 in Fulda bot nicht nur Vorträge, Gespräche und Fahrzeugpräsentationen. Einer der praktischsten Teile der Veranstaltung war erneut der Offroad-Parcours, auf dem Besucherinnen und Besucher mit ihren eigenen Elektroautos ausprobieren konnten, was abseits asphaltierter Straßen tatsächlich möglich ist. Boris Burschardt berichtet in seinem Blog (https://ev-overlanding.com/2026/09/28/electric-community-event-2026-in-fulda/) genau über diesen Aspekt des Events.

Insgesamt wagten sich 13 Teilnehmer auf den Parcours. Zwölf unterschiedliche Fahrzeuge kamen dabei zum Einsatz – vom vergleichsweise gewöhnlichen Kia Niro bis hin zu seltenen Modellen wie dem Tesla Cybertruck, Mercedes G 580 und Maxus eTERRON 9. Gerade der direkte Vergleich zeigte deutlich, wie unterschiedlich Elektroautos bei Bodenfreiheit, Traktion und Fahrwerk auf schwierigerem Untergrund reagieren.

Tesla Model X mit Offroad-Ambitionen

Den Anfang machte ein Tesla Model X, das mit General Tire Grabber AT3 und Luftfederung bereits für Fahrten abseits befestigter Straßen vorbereitet war. Bis auf zwei besonders anspruchsvolle Hindernisse meisterte das Fahrzeug den Parcours ohne größere Schwierigkeiten.

Interessant war dabei nicht nur das Auto selbst. Auf der Strecke lagen auch mehrere Juice-Booster-Ladegeräte, über die im Laufe des Tages bewusst gefahren wurde. Am Ende der Veranstaltung sollen die Geräte äußerlich weiterhin nahezu unbeschädigt gewesen sein.

Überraschung im Transporter: Maxus eDeliver 7 AWD

Für eine der Überraschungen sorgte der Maxus eDeliver 7 AWD. Der Transporter verfügte über eine Höherlegung von rund vier Zentimetern und kam damit auf etwa 19 Zentimeter Bodenfreiheit.

Vor allem die Achsverschränkung überzeugte. Selbst an Stellen, an denen viele SUV bereits ein Hinterrad vom Boden abheben würden, behielt der Maxus mit allen vier Rädern Bodenkontakt. Grenzen setzte weniger die Traktion als vielmehr der hintere Böschungswinkel mit montierter Anhängerkupplung.

Tesla Model 3 auf dem Weg nach Dakar

Dass ein Tesla Model 3 nicht unbedingt das klassische Offroad-Fahrzeug ist, zeigte sich ebenfalls. Ein Teilnehmer hatte seinen Dual-Motor bereits mit All-Terrain-Reifen, Stahlfelgen, Dachträger und vollwertigem Ersatzrad ausgestattet.

Die größte Einschränkung blieb allerdings die geringe Bodenfreiheit. Auf dem Parcours musste die Linie deshalb sehr präzise gewählt werden, um Bodenkontakt zu vermeiden. Mit zunehmender Erfahrung gelang es dennoch, das Fahrzeug sicher über die Strecke zu bewegen.

KGM Musso EV mit Grenzen im Gelände

Auch der elektrische KGM Musso EV stellte sich dem Test. Trotz seiner Pickup-Optik zeigte sich auf dem Parcours, dass das Fahrzeug konstruktiv eher in Richtung SUV geht.

Mit rund 18 Zentimetern Bodenfreiheit und ohne spezielle Offroad-Einstellungen für Allradantrieb und Traktionskontrolle stieß der Musso schneller an Grenzen. Besonders problematisch wurde es, sobald ein Rad den Bodenkontakt verlor und die Leistungsregelung eingriff.

Publikumsmagnet Tesla Cybertruck

Die größte Aufmerksamkeit zog erwartungsgemäß der Tesla Cybertruck auf sich. Das in Fulda eingesetzte Fahrzeug stammt aus Norwegen, wurde ursprünglich aus den USA importiert und gehört zu den wenigen Cybertrucks mit europäischer Zulassung.

Der normale Parcours stellte für das Fahrzeug kaum eine Herausforderung dar. Deshalb wurden schließlich auch Hindernisse ausprobiert, an die sich zuvor kein anderes Fahrzeug gewagt hatte.

In der höchsten Stellung der Luftfederung erreicht der Cybertruck laut dem Erfahrungsbericht rund 40 Zentimeter Bodenfreiheit. Auch die Kraftverteilung funktionierte selbst dann überzeugend, wenn ein Rad vollständig den Bodenkontakt verlor. Nach Einschätzung des Fahrers habe Tesla die Abstimmung gegenüber frühen Cybertruck-Versionen deutlich verbessert.

Auch ein deutsches Fernsehteam nutzte die Gelegenheit, den seltenen Pickup im Gelände zu filmen.

Selbst ohne Allrad durch den Parcours

Mit dem Kia Niro war gleichzeitig ein Fahrzeug dabei, das über keinen Allradantrieb verfügte. Trotzdem gelang es, den Standard-Parcours zu bewältigen. Bei schwierigeren Stellen war dafür allerdings deutlich mehr Schwung notwendig als bei den Fahrzeugen mit Allradantrieb.

Mercedes G 580 meistert alle Hindernisse

Zu den technisch spannendsten Fahrzeugen gehörte der elektrische Mercedes G 580. Mit Leiterrahmen, vier Elektromotoren und rund 25 Zentimetern Bodenfreiheit bringt die elektrische G-Klasse bereits konstruktiv gute Voraussetzungen für Geländefahrten mit.

Nach dem Cybertruck war der G 580 das zweite Fahrzeug, das sämtliche Hindernisse des Parcours bewältigen konnte – einschließlich der besonders anspruchsvollen Passagen.

Natürlich durfte auch der bekannte „G-Turn“ nicht fehlen, bei dem sich die Räder auf beiden Fahrzeugseiten in entgegengesetzte Richtungen drehen und sich das Fahrzeug dadurch nahezu auf der Stelle drehen kann.

Smart #5 zeigt überraschend viel Geländetalent

Auch der Smart #5 machte auf dem Gelände eine gute Figur. Mit rund 19 Zentimetern Bodenfreiheit, leichten All-Terrain-Reifen, Dachträger und Markise war das Fahrzeug deutlich besser auf unbefestigte Wege vorbereitet, als es der Markenname zunächst vermuten lässt.

Der Smart bewältigte den kompletten Standard-Parcours und darüber hinaus auch einige der steileren Zusatzabschnitte.

Maxus eTERRON 9 überzeugt – mit einer Einschränkung

Ein weiteres Highlight war der Maxus eTERRON 9. Der vollelektrische Pickup verfügt über Allradantrieb und eine Luftfederung, mit der bis zu 26 Zentimeter Bodenfreiheit möglich sind.

Auf der Strecke meisterte er selbst die schwierigeren Hindernisse problemlos. Eine ungewöhnliche Einschränkung fiel allerdings auf: Der Allradantrieb steht laut Erfahrungsbericht beim Rückwärtsfahren nicht zur Verfügung. Für ernsthafte Offroad-Einsätze könnte das ein entscheidender Nachteil sein.

Model Y und Kia EV6 zeigen die Bedeutung der Bodenfreiheit

Wie wichtig die Bodenfreiheit ist, wurde beim Tesla Model Y besonders deutlich. Das eingesetzte Fahrzeug verfügte über ein tiefergelegtes Fahrwerk und lag damit ungefähr auf dem Niveau eines Model 3. Eine Runde ohne Bodenkontakt war entsprechend kaum möglich.

Ganz anders der Kia EV6: Obwohl dessen Erscheinungsbild eher sportlich ausfällt, bewältigte er den Standard-Parcours ohne Bodenkontakt. Für klassisches schweres Gelände ist der EV6 zwar nicht gedacht, für Feld-, Schotter- und einfache unbefestigte Wege bietet er aber offenbar mehr Reserven, als man zunächst erwarten könnte.

Zum Abschluss ein Model X Plaid

Das letzte Fahrzeug auf dem Parcours war ein Tesla Model X Plaid von Veranstalter Timo Schadt. Zwei andere Fahrer erhielten die Möglichkeit, den über 1.000 PS starken Elektro-SUV auf der Strecke auszuprobieren.

Lediglich das Halten der höchsten Fahrwerksposition bereitete Schwierigkeiten, was im Erfahrungsbericht allerdings auf die fehlende Erfahrung der Fahrer mit den Fahrwerkseinstellungen zurückgeführt wird. Die normalen Hindernisse des Parcours stellten für das Model X ansonsten kein größeres Problem dar.

Elektroauto-Camping als zweites großes Thema

Neben dem Offroad-Parcours spielte auch das E-Auto-Camping erneut eine wichtige Rolle. Auf dem Gelände waren unterschiedlichste Konzepte zu sehen: vom großen Pickup mit Wohnkabine über ausgebaute Vans bis hin zum Schlafplatz in vergleichsweise kleinen Elektroautos.

Der Autor des ursprünglichen Erfahrungsberichts nutzte beispielsweise erstmals seinen VW ID. Buzz GTX zum Übernachten. Als Campingfahrzeug überzeugte dieser nach seiner Einschätzung deutlich mehr als sein Audi Q8 e-tron, auch wenn dessen Offroad-Eigenschaften für seine Expeditionspläne besser geeignet seien.

Am Sonntag stand außerdem eine rund eineinhalbstündige Präsentation über eine Reise mit Elektroautos nach Dakar auf dem Programm. Im Anschluss gab es zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Passend zum Thema wurden auf der Veranstaltung auch afrikanische Gerichte angeboten.

Seltene Elektroautos im direkten Vergleich

Gerade die Kombination aus Fahrerlager, Camping und Offroad-Parcours zeigte eine Seite der Elektromobilität, die im Alltag noch vergleichsweise selten zu sehen ist.

Besonders interessant war dabei weniger die Frage, welches Fahrzeug „gewinnt“. Vielmehr wurde sichtbar, wie groß die Unterschiede zwischen modernen Elektroautos mittlerweile sind. Bodenfreiheit, Reifen, Fahrwerk, Achsverschränkung und die Software zur Verteilung der Antriebskraft entscheiden darüber, ob ein Fahrzeug bereits an einer Bodenwelle an seine Grenzen kommt oder selbst anspruchsvollere Passagen problemlos bewältigt.

Cybertruck, Mercedes G 580 und Maxus eTERRON 9 zeigten dabei, welches Potenzial moderne elektrische Allradfahrzeuge inzwischen auch abseits befestigter Straßen besitzen. Gleichzeitig bewiesen Fahrzeuge wie Kia Niro, Kia EV6 oder Tesla Model 3, dass selbst Modelle ohne ausgeprägten Offroad-Anspruch auf unbefestigten Wegen deutlich weiter kommen können, als man auf den ersten Blick erwarten würde.

Boris kompletten Blog Artikel auf original englisch gibt es hier zu lesen:


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