

Ein geräumiger Kompaktwagen mit umfangreicher Ausstattung und einem angezeigten Stadtverbrauch von 11,2 kWh auf 100 Kilometer: Der MG4 Urban überzeugt Vanessa Lisa Oelmann auch nach zwei Wochen im Alltag. Besonders gelungen findet sie die Mischung aus klassischen Tasten und großem Bildschirm. Grenzen zeigen sich beim Schnellladen und bei einigen Komfortdetails.
Günstige Elektroautos sollen heute mehr können als kurze Einkaufsfahrten. Sie müssen Platz für Familie und Gepäck bieten, sich unkompliziert bedienen lassen und auch gelegentliche Reisen ermöglichen. Genau mit diesem Anspruch hat Vanessa Lisa Oelmann vom YouTube-Kanal @vanessalisaoelmann den MG4 Urban zwei Wochen getestet.
Ihr Pressewagen ist ein Premium mit 54-kWh-LFP-Batterie in Stone Green. Mit rund 4,40 Metern Länge, 1,84 Metern Breite ohne Spiegel und 1,55 Metern Höhe gehört er in die Kompaktklasse. Trotz des ähnlichen Namens unterscheidet er sich technisch vom bisherigen MG4: Der Urban fährt mit Frontantrieb.

Technische Daten des getesteten MG4 Urban Premium
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motorleistung | 118 kW / 160 PS |
| Drehmoment | 250 Nm |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Batterie | 54 kWh, LFP |
| WLTP-Reichweite, kombiniert | Bis zu 405 km |
| AC-Ladeleistung | Bis zu 11 kW |
| DC-Ladeleistung | Bis zu 87 kW |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
| Instrumentendisplay / Zentraldisplay | 7 Zoll / 12,8 Zoll |
| Kofferraum einschließlich Unterflurfach | Bis zu 568 Liter |
| Ladevolumen mit umgeklappter Rückbank | Bis zu 1.362 Liter |
Herstellerangaben und technische Angaben aus der Vorstellung. Wichtig bei der Reichweite: Die häufig genannten 416 Kilometer gelten für den Comfort mit 54-kWh-Batterie. Für den getesteten Premium nennt MG bis zu 405 Kilometer.
Preise: Bereits ohne staatliche Förderung interessant
Der Einstiegspreis liegt bei 24.990 Euro für den Active mit 43-kWh-Batterie. Die im Video genannten Listenpreise ergeben zusammen mit dem aktuellen MG-EV-Bonus folgende Rechnung:
| Variante | Listenpreis | MG-EV-Bonus beim Barkauf | Rechnerischer Preis nach MG-Bonus |
|---|---|---|---|
| Active, 43 kWh | 24.990 € | 4.500 € | 20.490 € |
| Comfort, 43 kWh | 27.190 € | 6.000 € | 21.190 € |
| Comfort, 54 kWh | 28.490 € | 6.000 € | 22.490 € |
| Premium, 54 kWh | 31.490 € | 6.000 € | 25.490 € |
Stand: 27. Oktober 2026. Preise inklusive Mehrwertsteuer, zuzüglich Überführung und gegebenenfalls Sonderausstattung. Der Herstellerbonus gilt laut MG im Bestellzeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 bei teilnehmenden Vertriebspartnern, beim Barkauf und solange der Vorrat reicht. Er ist unabhängig von der staatlichen Förderung.
Damit kostet der Comfort mit großem Akku rechnerisch knapp 22.500 Euro vor einer möglichen staatlichen Förderung. Bereits die Grundausstattung umfasst laut Vorstellung unter anderem Wärmepumpe, Navigation, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie einen dreiphasigen 11-kW-Bordlader. Der Comfort ergänzt unter anderem Sitz- und Lenkradheizung.
Der Premium bietet zusätzlich beispielsweise 17-Zoll-Räder, eine 360-Grad-Kamera, hintere Privacy-Verglasung, Ambientebeleuchtung und ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern.
Die im Video angesprochene staatliche Höchstförderung von 6.000 Euro steht nicht allen Käufern zu. Sie setzt bei einem reinen Elektroauto unter anderem höchstens 45.000 Euro zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen und mindestens zwei förderrelevante Kinder voraus. Nur bei entsprechender Berechtigung würden aus 25.490 Euro für den Premium rechnerisch 19.490 Euro – weiterhin zuzüglich Überführung und Extras.
Platzangebot: Die Rückbank überrascht besonders
Der Radstand von rund 2,75 Metern macht sich vor allem im Fond bemerkbar. Die 1,73 Meter große Testerin findet hinter ihrem eingestellten Vordersitz ausgesprochen viel Beinfreiheit. Ihre Oberschenkel liegen gut auf, auch für die Füße bleibt unter dem Vordersitz ausreichend Raum.

Das ist bei Elektroautos keineswegs nebensächlich. Ein hoher Fahrzeugboden kann zu einer unbequemen Sitzhaltung mit stark angewinkelten Beinen führen. Genau diesen Eindruck hat Oelmann im Urban nicht.
Für Mitreisende gibt es Luftausströmer, einen USB-C-Anschluss und Beleuchtung. An den äußeren Plätzen sind die Isofix-Aufnahmen mit Stoffabdeckungen versehen. Eine hintere Mittelarmlehne fehlt hingegen.
Bei der Kopffreiheit fällt das Urteil zurückhaltender aus. Für ihre Körpergröße bleibt ausreichend Luft über dem Kopf. Sehr große Mitfahrer sollten die zweite Reihe dennoch selbst ausprobieren.
Kofferraum: 98 Liter verstecken sich unter dem Boden

Der Gepäckraum gehört zu den stärksten Argumenten des MG4 Urban. Zum etwa 470 Liter großen Hauptbereich kommt ein zusätzliches Unterflurfach mit rund 98 Litern. Insgesamt ergeben sich daraus bis zu 568 Liter Stauraum.
Der höhenverstellbare Ladeboden ermöglicht unterschiedliche Aufteilungen. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen stehen bis zu 1.362 Liter zur Verfügung. Besonders praktisch ist die nahezu durchgehende Ladefläche: Sie steigt leicht an, besitzt in der gezeigten Konfiguration aber keinen störenden Absatz.
Sperrige Gegenstände lassen sich dadurch unkompliziert nach vorne schieben. Eine elektrische Heckklappe gibt es nicht. Auch ein serienmäßiger Frunk fehlt, der zusätzliche Stauraum sitzt hier unter dem hinteren Ladeboden.
Cockpit: Die Tasten bleiben, das Infotainment wird übersichtlicher
Beim Bedienkonzept trifft MG nach Einschätzung der Testerin einen guten Kompromiss. Unter dem 12,8-Zoll-Bildschirm liegt eine eigene Leiste für zentrale Klimafunktionen. Dazu kommt ein klassischer Lautstärkeregler. Auch die Außenspiegel werden über separate Bedienelemente eingestellt.

Am Lenkrad stehen zwei frei belegbare Tasten zur Verfügung. Oelmann nutzt sie für Rekuperation und Fahrmodi. Das sieben Zoll große Instrumentendisplay wirkt funktional, bietet allerdings nur begrenzte Möglichkeiten zur Individualisierung.
Das Infotainment mit seinen großen Kacheln gefällt ihr deutlich besser als das ältere System im bisherigen MG4. Perfekt ist es dennoch nicht: Menüs öffnen teilweise verzögert, und die Navigationskarte reagiert beim Verschieben sichtbar träge.
Im Premium stehen zusätzliche Online- und Unterhaltungsdienste bereit. Die induktive Smartphone-Ladefläche überzeugt im Test dagegen wenig: Ihr Telefon wird warm, während der Ladestand kaum steigt.
Beim Materialeinsatz bleibt der Preis sichtbar. Viele Flächen bestehen aus Hartplastik, die wichtigen Armauflagen sind jedoch angenehm gepolstert.

Fahrverhalten: Im Alltag lebhaft, bei höherem Tempo verhaltener
Die 160 PS reichen nach Oelmanns Eindruck für zügiges Vorankommen problemlos aus. Besonders positiv überrascht sie die Traktion. Bei ihren Beschleunigungsversuchen drehen die Vorderräder kaum durch.
Bei höherem Autobahntempo nimmt der Nachdruck spürbar ab. Ab etwa 125 bis 130 km/h wirkt der Urban nach ihrem Eindruck weniger kräftig. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt.
Das Fahrwerk beschreibt sie als gleichzeitig komfortabel und etwas straffer, als die zurückhaltende Karosserie vermuten lässt. Die Lenkung liegt für sie zwischen ausgesprochen direkt und betont leichtgängig. Insgesamt empfindet sie die Abstimmung für den vorgesehenen Alltagsbetrieb als gelungen.
Besonders wichtig ist ihr das One-Pedal-Driving. Im getesteten Premium verzögert der Wagen angenehm und bis zum Stillstand. Die gewählte Einstellung bleibt an ihrem Testwagen auch nach einem Neustart erhalten. Dieses Verhalten sollte wegen möglicher Unterschiede bei Ausstattung oder Softwarestand nicht ungeprüft auf jede Variante übertragen werden.
Stadtverbrauch: 11,2 kWh auf 100 Kilometer laut Bordcomputer
Für ihre bisherigen Stadtfahrten nennt Oelmann einen angezeigten Durchschnitt von 11,2 kWh/100 km. Die Außentemperaturen liegen dabei nach ihren Angaben überwiegend zwischen neun und 13 Grad.
Während der im Video gezeigten Fahrt schwankt die Anzeige zunächst stärker und erreicht später 11,8 kWh/100 km. Der Wert von 11,2 kWh ist deshalb die aussagekräftigere Zusammenfassung ihrer bisherigen städtischen Nutzung.
Dabei handelt es sich um Bordcomputerwerte. Sie beschreiben weder einen standardisierten Vergleichstest noch den Strombezug einschließlich Ladeverlusten. Auch ein Autobahnverbrauch lässt sich daraus nicht ableiten.

Für den vorgesehenen Einsatz auf Stadt- und Pendelstrecken fällt das Ergebnis dennoch positiv aus. Ein gemessener Schnelllade- und Autobahntest ist einer separaten Folge vorbehalten.
Laden: Gute Grundausstattung, begrenzte Spitzenleistung
Der Urban wird mit 43- und 54-kWh-LFP-Batterien angeboten. An Wechselstrom laden beide mit bis zu elf kW. Beim Gleichstromladen nennt MG maximal 82 kW für den kleinen und 87 kW für den großen Akku.
Die Spitzenleistung ist damit überschaubar. Für die Dauer einer Ladepause zählt allerdings auch, wie lange ein Fahrzeug seine Leistung halten kann. Oelmann verweist auf ein stabiles Ladeplateau; eine vollständige gemessene Ladekurve zeigt diese Folge noch nicht.

Positiv sind die serienmäßige Wärmepumpe und die im Infotainment aktivierbare Batterieheizung. Außerdem ist Vehicle-to-Load vorgesehen, mit dem sich geeignete externe Geräte aus der Fahrzeugbatterie versorgen lassen.
Für tägliche Strecken mit längeren Standzeiten an einer Wallbox wirkt das Konzept schlüssig. Wer regelmäßig lange Autobahnetappen mit kurzen Stopps verbinden möchte, sollte die tatsächliche Ladekurve und den Autobahnverbrauch besonders beachten.
Assistenz und Komfort: Gelungenes Profil, einige offene Punkte
Mit „MG Pilot Individuell“ lassen sich bevorzugte Assistenz-Einstellungen zusammenfassen und nach dem Start wieder aufrufen. Im Test lässt sich dieses Profil allerdings nur im Stand beziehungsweise vor dem Einlegen der Fahrstufe aktivieren. Wer es während der Fahrt nachholen möchte, stößt an diese Grenze.

Auf Oelmanns Wunschliste stehen außerdem ein Regensensor, vordere Parksensoren und die bereits erwähnte hintere Mittelarmlehne. Der Beifahrersitz lässt sich auch im Premium nicht in der Höhe verstellen; die vorderen Kopfstützen sind ebenfalls nicht höhenverstellbar.
Der Fernlichtassistent reagiert bei ihrer Nachtfahrt teilweise später als gewünscht. Sowohl beim Abblenden als auch beim erneuten Aufblenden sieht sie Verbesserungsbedarf.
Eine weitere Auffälligkeit betrifft den Blinker: Am Testwagen gelingt ihr nach eigener Darstellung nur dreimaliges Blinken. Die offizielle MG-Bedienungsanleitung beschreibt dagegen sowohl eine kurze Blinkfunktion als auch fortlaufendes Blinken bei weiter ausgelenktem Hebel. Die Ursache für die Abweichung bleibt anhand des Videos offen. Eine grundsätzlich fehlende Dauerblinkfunktion ist damit nicht belegt.
Garantie und Wartung gehören zur Preisbetrachtung
Positiv ist die Herstellergarantie: MG nennt nach seinen Garantiebedingungen bis zu sieben Jahre oder 150.000 Kilometer, je nachdem, was zuerst erreicht wird.
Für den Urban gilt allerdings ein Serviceintervall von einem Jahr oder 24.000 Kilometern, ebenfalls abhängig davon, welcher Wert zuerst erreicht wird. Gerade für Menschen mit geringer Jahresfahrleistung bedeutet das einen regelmäßigen Werkstatttermin trotz überschaubarer Nutzung.
Oelmann bewertet das kritisch. Für die Kostenbetrachtung lohnt sich deshalb, neben dem Kaufpreis auch die konkreten Wartungsangebote des Händlers einzubeziehen.
Fazit: Ein überzeugendes Angebot für Alltag und Familie

Der MG4 Urban bestätigt im zweiwöchigen Test die positive Ersteinschätzung von Vanessa Lisa Oelmann. Seine größten Stärken sind das großzügige Raumangebot, der vielseitige Kofferraum, die nachvollziehbare Bedienung und der niedrige angezeigte Stadtverbrauch.
Die Schwächen liegen bei der begrenzten DC-Spitzenleistung, dem teilweise trägen Infotainment und einigen Komfortdetails. Eine uneingeschränkte Empfehlung für häufige lange Autobahnreisen lässt sich aus diesem Video nicht ableiten.
Für Menschen, die ein geräumiges Elektroauto für Alltag, Pendeln und gelegentliche Reisen suchen, ergibt sich dennoch ein interessantes Gesamtbild. Besonders der Comfort mit großem Akku bietet auf Basis der aktuellen Herstelleraktion viel Ausstattung und Platz zu einem niedrigen rechnerischen Kaufpreis.
Grundlage dieses Artikels ist der zweiwöchige MG4-Urban-Test von Vanessa Lisa Oelmann auf YouTube. Herstellerdaten, Aktionsbedingungen und Bedienungsdetails wurden mit offiziellen MG-Unterlagen abgeglichen. Angaben zur staatlichen Förderung beruhen auf den Informationen des Bundesumweltministeriums.
Abonniert gerne den Youtube Kanal von Vanessa und lasst einen Like da, hier könnt Ihr euch das komplette Video anschauen !

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Aus dem Inhalt:
- COMMUNITY – Auf dem Laufenden bleiben
- TESLA – Neues aus der Tesla Welt
- TESLA – Eins von 250 Fahrzeugen
- TESLA – Die Model-S-Varianten in der chronologischen Übersicht
- TESLA – Vom E-Auto zum nachhaltigen Wohlstand
- Herausgeber – TFF – Aktuelle Veranstaltungen
- Herausgeber – TOS – Reisebericht Alpenpässe
- elektrische COMMUNITY – Das Programm
- ENERGIE – Zu viel Wind- & Sonnenstrom – aber nicht mehr lange
- STROMBOCK – Warum brauchen E-Autos trotzdem ein Kühlsystem
- GESELLSCHAFT – Das bessere Leben in der Zukunft
- E-MOBILITÄT – Prof. Fichtner zeigt Vorteile der Batterietechnik auf
- KLIMASCHUTZ – Der Kampf mit der Hitze
- WIRTSCHAFT – Warum ein Weg zurück meistens ein Holzweg ist
- WIRTSCHAFT – Zwei Fabriken, zwei Welten
- FANBOY – Verwaltet, geprüft, abgehängt



