
Die Volkswagen-Tochter Elli will ihren Schwerpunkt auf digitale Lade- und Energiedienste verlagern. Für vorhandene Wallboxen sagt der Unternehmenschef weiteren Service zu. Beim geplanten bidirektionalen Laden sind Teilnahme und Bonus an konkrete Voraussetzungen gebunden.
Bestehende Wallboxen und der Übergang bis 2027
Laut einem Hintergrundgespräch von electrive mit Elli-Chef Giovanni Palazzo sollen die Lagerbestände der eigenen AC-Wallbox noch verkauft werden. Für vorhandene Geräte sagte Palazzo unveränderte Nutzung, Kundenservice und Wartung zu.
Bei Infrastrukturprojekten sollen spezialisierte Partner stärker Planung, Bau und Betreuung übernehmen. Elli will sich auf digitale Dienste konzentrieren. Die Umstellung soll schrittweise bis Ende 2027 erfolgen; Lösungen für bestehende Aktivitäten werden noch geprüft.
Flottendienste für gemischte Fuhrparks
Eine Grundlage dafür ist Elli Mobility. Nach der Unternehmensdarstellung verbindet das Angebot Ellis Elektromobilitätsgeschäft mit den Tankdiensten von LogPay. Es richtet sich damit auch an Fuhrparks, in denen Elektroautos und Verbrenner parallel unterwegs sind.
Zum beschriebenen Leistungsumfang gehören Tank- und Ladekarten, öffentliches Laden, die Erstattung von Ladekosten zu Hause sowie die Verwaltung von Ladepunkten am Unternehmensstandort. Die Bündelung soll Unternehmen einen gemeinsamen Überblick über Nutzung und Kosten ermöglichen.
Die Integration ist dabei als Prozess beschrieben: Bis zur vollständigen Zusammenführung werden Produkte weiterhin unter den Marken Elli und LogPay angeboten. Die gemeinsame Plattform ist somit von einer bereits vollständig vereinheitlichten Abwicklung aller Dienste zu unterscheiden.
Für bidirektionales Laden reicht die bisherige AC-Wallbox nicht
Für private Haushalte rückt die Nutzung der Fahrzeugbatterie als Stromspeicher in den Vordergrund. Elli unterscheidet dabei zwischen dem eigenen Pilotprojekt und einem späteren kommerziellen Angebot.
Die technische Umstellung ist größer als ein Software-Update: Nach Ellis Erläuterungen kann eine vorhandene AC-Wallbox nicht auf bidirektionales DC-Laden umgerüstet werden. Dafür sind eine passende Ladestation, ein kompatibles Fahrzeug und die abgestimmte Steuerung der Energieflüsse erforderlich.
Der Anschluss der bidirektionalen Wallbox gehört laut Elli in die Hände eines Elektrofachbetriebs. Bei der Einbindung in ein Hausenergiesystem kommen je nach Anwendung weitere Komponenten hinzu. Ein bestehender Heimladepunkt ist deshalb nicht automatisch die technische Grundlage für das neue Angebot.
Die externe Hardware ist bereits Gegenstand einer gesonderten Entwicklungspartnerschaft. The Mobility House stellte im Juni 2026 gemeinsam mit EcoG und dem chinesischen Unternehmen EV-Tech die DC-Wallbox ChargeLine BiDi vor. Der Anbieter nennt 11 kW Leistung sowie Unterstützung für Laden und Entladen.
Die Mitteilung beschrieb außerdem unterschiedliche Vertriebswege über Fahrzeughersteller und Installationspartner. Eine vorgestellte und nach Anbieterangaben zertifizierte Ladestation bedeutet allerdings noch nicht, dass jedes dazu geplante Fahrzeug- und Tarifpaket bereits bestellbar ist.
Geplantes Deutschland-Angebot mit Fahrzeug, Tarif und App
Volkswagen und Elli hatten im Juni 2026 ein Paket für Deutschland vorgestellt: kompatibles Elektroauto, Elli BiDi Charger, Volkswagen Naturstrom V2G Flow und Elli BiDi App. The Mobility House Energy soll Technologie für die Bündelung der Fahrzeugbatterien und die Ladestation beisteuern.
Palazzo stellte gegenüber electrive einen Start im November in Aussicht. Die öffentlich zugängliche Elli-Produktseite ermöglicht am 4. November jedoch eine unverbindliche Anmeldung mit späterer Benachrichtigung zur Verfügbarkeit. Das ist von einer bestätigten Bestellung und Inbetriebnahme zu unterscheiden.
Für die Teilnahme nennt Elli einen privaten Stellplatz, einen eigenen Stromanschluss, ein intelligentes Messsystem sowie freigegebene Fahrzeuge und passende Ladehardware. Die Eignung des konkreten Autos soll vor der Inbetriebnahme geprüft werden.
Zum Start gelten Einschränkungen: PV-Anlagen sind nach den Teilnahmehinweisen zunächst ausgeschlossen; Balkonkraftwerke werden davon ausgenommen. Auch Dienstwagen sind dort ausgeschlossen. Vehicle-to-Home, also die Versorgung des Hauses aus der Fahrzeugbatterie, ist nicht Bestandteil dieses Angebots.
Die Produktseite beschreibt zudem einen Einstieg, bei dem angeschlossene Fahrzeuge intelligent geladen werden können, auch ohne die Batterie zu entladen. Ein beworbener Ansteckbonus belegt deshalb für sich genommen noch keinen laufenden Rückspeisebetrieb ins öffentliche Netz.
Fahrzeugfreigabe und Batteriebedingungen bleiben entscheidend
Volkswagen erläutert auf seiner Technikseite den Unterschied zwischen den Anwendungen: Bei Vehicle-to-Home wird die gespeicherte Energie im Haushalt genutzt, bei Vehicle-to-Grid gelangt sie in das öffentliche Netz. Die Freigabe für eine Anwendung ist daher nicht mit einem uneingeschränkten Zugang zu allen Varianten gleichzusetzen.
Auch Softwarestand und Batterieausführung spielen eine Rolle. Für ältere geeignete ID.-Modelle ab Software 3.5 und unter Software 6 nennt Volkswagen Grenzen von 10.000 kWh abgegebener Energie oder 4.000 Entladestunden. Für neue Fahrzeuge mit Software 6 entfallen nach Herstellerangaben diese beiden Grenzen.
Zugleich führt Volkswagen ab Software 6 eine virtuelle Distanz ein, die Energieabgaben außerhalb des Fahrens erfasst. Je nach Batterieausführung kann sie für die Garantie relevant sein. Die allgemeine technische Fähigkeit zum bidirektionalen Laden ersetzt deshalb weder die konkrete Fahrzeugfreigabe noch die Prüfung der zugehörigen Garantiebedingungen.
Was hinter den bis zu 720 Euro steckt
Die im Juni veröffentlichte Partnerinformation konkretisiert den angekündigten Bonus: Bei 250 Stunden Anschlusszeit im V2G-Modus pro Monat seien im ersten Vertragsjahr bis zu 60 Euro monatlich möglich, insgesamt 720 Euro. Eine anrechenbare Sitzung müsse mindestens drei Stunden dauern. Hinzu kommen ein aktiver V2G-Flow-Tarif und die Verknüpfung mit der App. Die damalige Ankündigung begrenzt das Bonusangebot auf eine bestimmte Zahl von Kunden und knüpft den Anspruch an eine Vertragsbestätigung.
250 Stunden entsprechen bei einem Monat mit 30 Tagen durchschnittlich acht Stunden und 20 Minuten Anschlusszeit pro Tag. Der Höchstbetrag bezeichnet eine an diese Voraussetzungen gebundene Gutschrift. Für einen Kostenvergleich zählen zusätzlich Stromtarif, Anschaffung, Installation und das eigene Fahr- und Anschlussprofil.
Investoreninteresse und Beschäftigtenfolgen
Nach dem electrive-Gespräch interessieren sich Unternehmen für Beteiligungen oder engere Zusammenarbeit; eine unterschriftsreife Vereinbarung liegt demnach nicht vor. Elli beschäftigt knapp 400 Menschen. Über den Personalumbau wird mit dem Betriebsrat verhandelt, eine konkrete Zahl wegfallender Stellen nannte Palazzo nicht.
Quellen
- electrive Deutschland – https://www.electrive.net/2026/11/03/vw-tochter-elli-neuausrichtung/
- https://www.elli.eco/de/ueber-elli/ueber-uns/elli-mobility
- https://www.elli.eco/de/privatkunden/produkte/wallbox/bidirektionales-laden
- https://www.mobilityhouse.com/ch_de/unser-unternehmen/presse/artikel/vehicle-to-grid-fur-den-massenmarkt-skalierbare-und-interoperable-bidirektionale-ladestation-von-the-mobility-house-ecog-und-ev-tech
- https://www.volkswagen-group.com/de/pressemitteilungen/volkswagen-group-und-elli-bringen-vehicle-to-grid-laden-in-den-volumenmarkt-20489
- https://www.mobilityhouse-energy.com/int_en/news/article/elli-and-the-mobility-house-energy-bring-vehicle-to-grid-offer-to-the-volume-marketŠkoda

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Aus dem Inhalt:
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- TESLA – Neues aus der Tesla Welt
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- TESLA – Die Model-S-Varianten in der chronologischen Übersicht
- TESLA – Vom E-Auto zum nachhaltigen Wohlstand
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- STROMBOCK – Warum brauchen E-Autos trotzdem ein Kühlsystem
- GESELLSCHAFT – Das bessere Leben in der Zukunft
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- KLIMASCHUTZ – Der Kampf mit der Hitze
- WIRTSCHAFT – Warum ein Weg zurück meistens ein Holzweg ist
- WIRTSCHAFT – Zwei Fabriken, zwei Welten
- FANBOY – Verwaltet, geprüft, abgehängt



