
Nissan nimmt in Deutschland Bestellungen für den elektrischen Pixo entgegen. Die Auslieferungen sollen Anfang 2027 beginnen. Zur Wahl stehen drei Ausstattungslinien; Reichweite und Verbrauch sind noch vorläufige Herstellerangaben.
Drei Ausstattungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Die Preisankündigung vom 3. November 2026 nennt drei Varianten. Sämtliche Beträge enthalten 19 Prozent Mehrwertsteuer:
| Ausstattung | Preis ab | Ausgewählte Merkmale laut Nissan |
|---|---|---|
| Engage | 19.990 Euro | Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Smartphone-Anbindung |
| Advance | 21.290 Euro | Google-Dienste mit Gemini, Rückfahrkamera, verschiebbare Rücksitze |
| Evolve | 22.690 Euro | Adaptiver Tempomat, Einparkautomatik, One-Pedal-Stop-Funktion |
Die Basis unterstützt Apple CarPlay und Android Auto. Der Aufpreis zur mittleren Linie beträgt 1.300 Euro.
Vier Sitzplätze auf knapp 3,80 Metern
Bei der Vorstellung im September beschrieb Nissan den Pixo als Stadtwagen mit vier Sitzplätzen. Die technischen Angaben nennen 3.796 Millimeter Länge und 1.790 Millimeter Breite ohne Außenspiegel. Als Wendekreis gibt das Unternehmen 9,9 Meter an.

Den Antrieb übernimmt ein Elektromotor mit 60 kW, entsprechend 82 PS. Nissan nennt eine LFP-Batterie mit 27,5 kWh. LFP steht für Lithium-Eisenphosphat und bezeichnet die Zellchemie. Die Angabe zur Batteriekapazität allein erlaubt noch keine Aussage darüber, welche Strecke bei einer bestimmten Geschwindigkeit und Temperatur zurückgelegt werden kann.
Für den Kofferraum nennt Nissan bis zu 356 Liter bei aufgestellten Rücksitzen. Die veröffentlichten Maße und Volumenangaben beschreiben das Platzangebot auf dem Papier. Wie gut vier Personen und ihr Gepäck gemeinsam unterkommen, hängt auch von Sitzpositionen und den tatsächlich transportierten Gegenständen ab.
Wechselstromladen mit bis zu 11 kW
Zur angekündigten Ladeausstattung gehören in allen drei Varianten bis zu 11 kW mit Wechselstrom. Das ist vor allem für Wallboxen und öffentliche AC-Ladepunkte relevant. Das im Fahrzeug eingebaute Ladegerät begrenzt, welche Wechselstromleistung genutzt werden kann. Ein Ladepunkt mit höherer Nennleistung erhöht diesen Fahrzeuggrenzwert nicht.

Für den Alltag ist deshalb neben der erreichbaren Leistung die verfügbare Standzeit entscheidend. Regelmäßiges Nachladen während längerer Aufenthalte unterscheidet sich von einem kurzen Ladestopp auf einer Reise. Aus der maximalen AC-Leistung allein ergibt sich weder eine vollständige Ladezeit noch die Zahl der Tage zwischen zwei Ladevorgängen.
Auch die Stromkosten folgen nicht aus den Fahrzeugdaten. Sie hängen vom verwendeten Ladeangebot und der bezogenen Energiemenge ab. Ein Vergleich der Anschaffungspreise beantwortet daher nur einen Teil der Frage nach den späteren Nutzungskosten.
50 kW Schnellladen: Der Ladebereich zählt
Für Gleichstrom nennt Nissan maximal 50 kW und rund 28 Minuten von 15 auf 80 Prozent Ladestand. Das Zeitfenster umfasst somit einen bestimmten Ausschnitt der Batterie. Es beschreibt keine vollständige Ladung.
Für einen Vergleich mit anderen Elektroautos ist dieser Bezug wichtig. Der ADAC betrachtet in seinen Messungen üblicherweise den Bereich von zehn auf 80 Prozent. Eine Herstellerzeit für 15 bis 80 Prozent und ein Testergebnis für zehn bis 80 Prozent bilden unterschiedliche Ladebereiche und Startbedingungen ab.
Der Automobilclub weist zudem darauf hin, dass die Ladeleistung während eines Ladevorgangs schwankt. Entscheidend für die Standzeit ist der Verlauf der gesamten Ladekurve. Eine kurzzeitig erreichte Spitze sagt weniger aus als die durchschnittliche Leistung über einen klar definierten Ladebereich.
Hinzu kommt die Batterietemperatur. Nach den Untersuchungen des ADAC kann das Batteriemanagement die Leistung bei zu kalten oder zu heißen Zellen reduzieren. Aus diesen allgemeinen Zusammenhängen lässt sich allerdings keine konkrete Winterladezeit für den Pixo berechnen. Dafür wären Messungen an diesem Modell unter dokumentierten Bedingungen erforderlich.
Bis zu 259 Kilometer nach WLTP – noch unter Vorbehalt

Nissan gibt bis zu 259 Kilometer kombinierte WLTP-Reichweite an. Technische Werte stehen in der aktuellen Mitteilung unter dem Vorbehalt der abschließenden Homologation, also der Typgenehmigung.
WLTP dient dem Vergleich von Fahrzeugen unter standardisierten Prüfbedingungen. Wie der ADAC erläutert, wird die Reichweite auf einem Rollenprüfstand anhand eines festgelegten Fahrzyklus ermittelt. Der kombinierte Wert berücksichtigt verschiedene simulierte Fahrsituationen. Er ist weder eine ausschließlich städtische Reichweite noch eine Zusage für eine durchgehende Autobahnfahrt.
Im Alltag beeinflussen insbesondere Geschwindigkeit, Außentemperatur und Fahrweise den Verbrauch. Zusätzlicher Energiebedarf für die Klimatisierung verändert ebenfalls die verfügbare Fahrenergie. Ein einzelner Normwert bildet diese unterschiedlichen Nutzungsbedingungen nicht vollständig ab.
Für die Einsatzplanung kommt außerdem hinzu, welcher Teil der Batterieladung zwischen zwei Stopps genutzt werden soll. Die Reichweite einer vollständigen Ladung und die Strecke zwischen zwei geplanten Schnellladestopps sind deshalb unterschiedliche Größen. Eine belastbare Kaufentscheidung erfordert neben den regelmäßigen Fahrstrecken auch einen Blick auf erreichbare Ladepunkte und mögliche Standzeiten.
Preisvergleich mit Twingo und Spring

Im deutschen Renault-Konfigurator wird der Twingo E-Tech elektrisch in der Variante Evolution ebenfalls mit 19.990 Euro zuzüglich Überführung ausgewiesen. Renault nennt für diese Ausführung eine manuelle Klimaanlage und einzeln verschiebbare Rücksitze. Schon bei gleichem Einstiegspreis unterscheiden sich die Ausstattungsangebote somit in praktisch relevanten Punkten.
Dacia nennt für den neuen Spring Expression electric 80 einen Einstieg von 17.900 Euro zuzüglich Überführung. Der Abstand zum angekündigten Pixo-Basispreis beträgt rechnerisch 2.090 Euro. Dacias Markenblog führt das Power-Paket für 500 Euro als Voraussetzung für den CCS-Schnellladeanschluss auf; damit nennt der Hersteller bis zu 50 kW DC und 11 kW AC.
Die Beträge sind ohne Abzug möglicher Förderungen gegenübergestellt. Für ein konkretes Angebot zählen die benötigte Ausstattung, zusätzliche Kosten und der vereinbarte Liefertermin. Beim Pixo bezeichnet der Bestellstart im November den Beginn der Auftragsannahme. Die ersten Fahrzeuge kündigt Nissan für Anfang 2027 an.
Quellen
- electrive Deutschland – https://www.electrive.net/2026/11/03/bestellstart-fuer-den-nissan-pixo-einstiegsversion-ab-19-990-euro/
- https://germany.nissannews.com/de-DE/releases/neuer-nissan-pixo-startet-ab-19990-euro
- https://germany.nissannews.com/de-DE/releases/nissan-prasentiert-den-neuen-vollelektrischen-pixo
- https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/schnellladen-langstrecke-ladekurven-2026/
- https://www.adac.de/fahrzeugwelt/rechner/elektroauto-reichweite/
- https://www.renault.de/elektromodelle/twingo-e-tech-elektrisch/konfigurator.html
- https://blog.dacia.de/elektroauto-als-zweitwagen-der-dacia-spring-im-alltag/



