Spekulationen vor Tesla Semi & Cybertruck-Auslieferung am 1. Dezember

Am 1. Dezember, gut 5 Jahre nach seiner Vorstellung, wurden die ersten Tesla Semi Trucks im Rahmen eines Delivery Events an den neuen Besitzer Pepsi übergeben werden. Der vollelektrische Lkw dürfte eine weitere Revolution im Verkehrssektor mit sich bringen.

Wie Tesla CEO Elon Musk am 27. November auf Twitter mitteilte, absolvierte der Sattelschlepper erstmals eine Strecke von 500 Meilen und habe dabei eine Last von rund 36 Tonnen bewegt. Während hierzulande über Oberleitungs-E-Lkw und den Einsatz von Wasserstofftechnologie in diesem Segment nachgedacht wird, sieht das Konzept von Tesla anders aus.

Insbesondere die Aneinanderreihung mehrerer Sattelzüge, die weite Teile der zurückzulegenden Strecke letztlich von einem Fahrer gefahren werden könnten, ist eine faszinierende Idee. Im Moment der gesetzlichen Ruhepflicht des Fahrers wechselt einfach einer aus dem Konvoi nach vorne und der bisherige Fahrer reiht sich mit seinem Semi nach hinten ein. Wann derartige Züge wohl Realität werden?

Unabhängig von diesem Szenario soll ein einzelner Semi, je nach Akku-Größe, zwischen 480 und 800 Kilometer ohne Nachzuladen bewältigen können. Im Windschatten, mittels Assistenzsystem gekoppelt, dürfte die Reichweite wohl noch steigerbar sein.

Geplant war, den Semi bereits 2019 auszuliefern. Aufgrund der Pandemi und der unternehmerischen Entscheidungen, die begrenzten Kapazitäten in der Batterieproduktion anderweitig einzusetzen, wurde die Erstauslieferung durch Tesla nach hinten verschoben.

Foto: Karsten Klees

Jedenfalls gingen Beobachter davon aus, dass am 1. Dezember der Lebensmittel-Konzern PepsiCo eine nennenswerte Anzahl der Fahrzeuge in Empfang nehmen kann. Wie viele es von bis zu 100 Einheiten, die noch in diesem Jahr produziert werden könnten, letztzlich waren blieb offen.

Seit Anfang 2020 sind auf dem PepsiCo-Gelände in Kalifornien Megapack-Akkus und Megacharger installiert, die dem Semi schnelles Laden ermöglichen sollen. Weitere gibt es auch schon an der Tesla-Akkufabrik im Bundesstaat Nevada. Parallel zum Tesla Supercharger-Netz soll für dieses Anwendungsgebiet ein weiteres entstehen. Diese Lademöglichkeit soll dem Semi 650 Kilometer Reichweite in 30 Minuten bringen.

Wie üblich war über das Event am 1. Dezember im Vorfeld nicht wirklich viel bekannt. Spekulationen, in wie fern die Veranstaltung auch zur Übergabe der ersten 30 Cybertrucks genutzt wird, erwiesen sich als unzutreffend. Auch die Produktion dieses Elektro-Pick-up hat sich weit hinter den bisherigen Plan verschoben. Er soll jedoch 2023 in Serie gehen.

Hier geht es offziellen Event-Video von Tesla:

 

Foto: Karsten Klees

Sowohl der Semi als auch der Cybertruck verlassen die bisherige Ausrichtung von Tesla als Produzent von Reiselimousinen.

Der Cybertruck darf allerdings als Zwitter zwischen Nutzfahrzeug und in den USA weit verbreiteten diesbezüglichen Fahrzeuginteressen angesehen werden. Hier waren im Jahr 2019 rund 52 Prozent der fast 17 Millionen in den USA verkauften Neuwagen SUV oder Pick-ups, was unabhängig von den extrem hohen Reservierungszahlen beim Cybertruck das Potenzial für diesen Fahrzeugtyp andeutet.

Das 5,86 Meter lange, ungewöhnlich anmutende Gefährt mit dem außergewöhnlichen Design, soll bereits millionenfach reserviert worden sein. Beim Countyfair Event im vergangenen Jahr an der Gigafactory Berlin-Brandenburg äußerte Elon Musk im Hinblick auf die Markteinführung des Cybertrucks auch in Europa: „Vielleicht bekommen wir eine spezielle Genehmigung oder wir machen einen Kleineren.“

Auf Zuruf des Verlegers des T&Emagazins Timo Schadt „We need a big one“ aus dem Publikum, antwortete er: Es könne ja eine Petition gestartet werden, dass die für die Regulierung zuständigen Stellen es erlauben. Tesla wäre jedenfalls froh, den Cybertruck nach Deutschland zu bringen, wenn er zugelassen wird. Zur Not könne man den Cybertruck vielleicht als einen Lkw klassifizieren. Wenn es einen Weg gäbe, werde Tesla ihn wahrnehmen.

 

 

 

 

 


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  • Elektromobilität – Timo Schadt: Ein persönlicher Befreiungsschlag – Weg vom Verbrenner!
  • Elektromobilität – Christoph Krachten: E-Auto-CO2-Bilanz
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  • Elektroauto Guru – E-Autos zu teuer wegen Strompreis?
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