Schock an der Zapfsäule, und was er für die Elektromobilität bedeutet

Wir haben den nachfolgenden Beitrag mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz verfasst.

Der Iran-Krieg hat Deutschland in wenigen Wochen mit einem Energiepreisschock konfrontiert, wie es ihn seit dem Ukraine-Krieg 2022 nicht mehr gab. Benzin und Diesel kosten heute über zwei Euro — und immer mehr Deutsche denken gerade zum ersten Mal ernsthaft über ein Elektroauto nach. Was steckt dahinter? Und hält dieser Trend?

Der Auslöser: Hormus, Öl und der Rakete-und-Feder-Mechanismus

Als die USA und Israel Ende Februar 2026 den Iran angriffen und Teheran daraufhin die Straße von Hormus sperrte, geriet der globale Energiemarkt sofort in Bewegung. Durch diese nur 33 Kilometer schmale Meerenge zwischen Iran und Oman wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls täglich transportiert. Die Sperrung reichte, um die Märkte in Wallung zu bringen.

Der Preis für die Rohölsorte Brent sprang von rund 72 US-Dollar pro Barrel am Freitag auf über 84 Dollar am Dienstagmittag — ein Plus von rund 16 Prozent. Inzwischen hat sich die Lage weiter verschärft: Rohöl aus der Nordsee ist zwischenzeitlich um 57 Prozent teurer geworden, das Barrel Brent wurde am Montagmorgen bei 113,45 US-Dollar gehandelt.

An den deutschen Tankstellen schlug das unmittelbar durch — und zwar mit einem Mechanismus, den Ökonomen schon lange kennen: Spritpreise steigen schnell zusammen mit den Ölpreisen an — wie eine Rakete. Doch wenn die Ölpreise sinken, folgen die Tankstellenpreise erst sehr viel später — die Preise fallen langsam, wie eine Feder.

Die Zahlen: So teuer ist Tanken heute

Die Spritpreise in Deutschland sind infolge des Iran-Kriegs seit Ende Februar 2026 stark gestiegen. Der Dieselpreis überschritt am 4. März erstmals die Marke von zwei Euro pro Liter.

Heute, am 23. März 2026, kostet ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,306 Euro. Zum Allzeithoch aus dem März 2022 fehlen damit nur noch 1,5 Cent. Super E10 liegt bei 2,085 Euro je Liter. Seit Kriegsbeginn ist Super E10 um mehr als 30 Cent teurer geworden, Diesel sogar um 56 Cent.

Noch ist kein Ende in Sicht. Trump drohte in der Nacht zum Sonntag dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig öffnen. Teheran antwortete prompt mit der Drohung, im Gegenzug Energieanlagen in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen.

Deutschland ist dabei besonders stark betroffen. Der ADAC Verkehrs- und Technikpräsident Karsten Schulze stellt fest, dass die Kraftstoffpreise in Deutschland seit Beginn des Irankriegs teilweise doppelt so stark gestiegen sind wie in anderen europäischen Ländern.

Was Mineralölkonzerne damit zu tun haben

Die Preise stiegen dabei nicht nur wegen des Ölpreises — sie stiegen schneller und stärker. Auch die Preisentwicklung bei HVO100 zeigt, dass die Kraftstoffwirtschaft die volatile Lage nutzt, um Gewinne zu maximieren: HVO100, das kein fossiles Öl enthält und damit unabhängig vom Rohölpreis ist, machte den Preisanstieg trotzdem mit.

Aktuell profitieren die großen Ölkonzerne an beiden Preisfronten gleichzeitig. Saudi-Arabien musste zwar seine größte Raffinerie herunterfahren, Katar seinen größten LNG-Exportterminal — doch die Gewinne auf der anderen Seite überwiegen.

Die Politik reagiert: Der Bundestag berät ein Maßnahmenpaket gegen steigende Spritpreise. Geplant sind strengere Kartellregeln, Tageslimits für Preissteigerungen und eine stärkere Kontrolle der Tankstellen. Konkret sollen Tankstellen ihre Preise künftig nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen dürfen — Preissenkungen sollen jederzeit möglich sein. Ob das tatsächlich dämpfend wirkt, ist unter Experten umstritten.

Der Wendepunkt: E-Autos rücken in den Fokus

 

Und hier kommt das Thema, das für die Elektromobilitäts-Community entscheidend ist: Die Preisschocks an der Zapfsäule verändern das Kaufverhalten der Deutschen.

Die gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs haben das Kundeninteresse an Elektroautos steigen lassen. Das bestätigen die Onlineplattformen Carwow und Meinauto.de gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zahlen sind bemerkenswert konkret: Seit dem 28. Februar ist laut Carwow-CEO Philipp Sayler von Amende der Anteil der E-Auto-Konfigurationen auf der Plattform von 55 Prozent auf bis zu 63 Prozent am Wochenende gestiegen. Im Wochendurchschnitt liegen Elektroautos bei rund 59 Prozent.

Auf der anderen Seite verlieren Verbrenner spürbar: Benzin- und Dieselmodelle kommen zusammen nur noch auf rund 23 Prozent der Konfigurationen — unter dem Niveau von Ende Februar. Hybride bewegen sich mit etwa 15 Prozent dagegen relativ stabil.

Ein ähnliches Bild zeigen US-amerikanische Daten: Die Autoplattform Edmunds wertete das Suchverhalten der Woche ab dem 2. März aus — in dieser Woche entfielen 22,4 Prozent der gesamten Fahrzeugsuche auf Hybride, Plug-in-Hybride und reine Elektroautos, nach 20,7 Prozent in der Vorwoche.

Das stärkste Argument: E-Auto-Laden kostet fünfmal weniger

Was viele noch nicht auf dem Schirm haben, hat Transport & Environment in einer aktuellen Studie konkret durchgerechnet: Die Mehrkosten fürs Tanken infolge gestiegener Ölpreise liegen etwa fünfmal so hoch wie die zusätzlichen Kosten für das Laden von Elektroautos.

Ohne den Preisdruck des Irankriegs kostet Strom für Kleinwagen 5 Euro auf 100 km, Benzin dagegen 10,36 Euro. Der Krieg vergrößert diese Lücke also massiv — zugunsten des Elektroautos.

Die volkswirtschaftliche Dimension dahinter ist gewaltig: Im vergangenen Jahr gab die EU rund 67 Milliarden Euro für Ölimporte im Straßenverkehr aus. Ein beschleunigter Umstieg auf Elektromobilität könnte diese Ausgaben laut T&E in den kommenden zehn Jahren um 45 Milliarden Euro senken.

Warum die Nachfrage noch nicht in Käufe umschlägt

 

Interesse ist nicht dasselbe wie Kauf. Meinauto.de beobachtet bei der konkreten Kaufentscheidung eine gewisse Zurückhaltung: Einige Interessenten schieben ihre Entscheidung für ein neues Auto etwas auf und warten zunächst ab, wie sich Energiepreise und die geopolitische Lage entwickeln.

Das ist nachvollziehbar — aber es birgt auch eine Chance. Wer jetzt kauft, sichert sich den Vorteil dauerhaft: Denn Strom bleibt von solchen geopolitischen Schocks strukturell weniger abhängig als Benzin und Diesel. Strom kann teurer werden, aber längst nicht so stark und nicht so schnell wie Benzin  — so fasst es Kevin Ketels, Assistenzprofessor für Supply Chain Management an der Wayne State University, treffend zusammen.

Rückenwind durch neue Förderung

Der Timing-Effekt könnte nicht besser sein: Das Bundesumweltministerium hatte im Januar angekündigt, dass Privatkunden beim Kauf von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Range Extender wieder eine staatliche Förderung bekommen können. Je nach Fahrzeugart und persönlichen Umständen liegt sie zwischen 1.500 und 6.000 Euro — mit Einkommensobergrenzen von 80.000 Euro Haushaltseinkommen, bei zwei Kindern 90.000 Euro.

Der Effekt war sofort messbar: Das Kundeninteresse sei kurz nach der Ankündigung der neuen Förderung sprunghaft gestiegen, so Carwow und Meinauto.de übereinstimmend.

Fazit: Ein Moment, der nicht verschwendet werden darf

Der Iran-Krieg ist eine Tragödie — geopolitisch, menschlich, wirtschaftlich. Aber er macht etwas sichtbar, das die Elektromobilitäts-Community seit Jahren weiß: Wir stehen nach den Worten von IEA-Chef Fatih Birol vor der „größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit”.

Die Abhängigkeit vom Öl ist keine abstrakte Zahl mehr. Sie steht täglich an der Tankstelle auf dem Display — in Form von 2,30 Euro für einen Liter Diesel.

Allein in Deutschland sparen die rund zwei Millionen batterieelektrischen Fahrzeuge im Bestand (Stand: 1. Januar 2026) pro Jahr knapp 1,8 Milliarden Liter fossilen Treibstoff — das entspricht etwa 5,5 Millionen Tonnen CO₂, die vermieden werden.

Das Fenster ist offen. Die Frage ist, ob Deutschland es diesmal nutzt — oder nach Ende des Krieges wieder in alte Muster zurückfällt, sobald der Sprit wieder billiger wird. Genau das wäre der falsche Weg.


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Alle Infos dazu findest du über folgenden Link

Quellenverzeichnis

Spritpreise & Ölmarkt

  1. ADAC — Spritpreise durch Iran-Krieg, Rakete-und-Feder-Mechanismus, ADAC-Kritik an Mineralölkonzernen https://www.adac.de/news/spritpreise-steigen-durch-krieg-in-nahost/
  2. Euronews — Aktuelle Dieselpreise (2,306 €), Allzeithoch-Nähe, Preisentwicklung am Wochenende https://de.euronews.com/2026/03/22/iran-krieg-dieselpreis-tanken
  3. ZDF heute — Straße von Hormus, Brent-Ölpreis +16%, Rakete/Feder-Erklärung https://www.zdfheute.de/wirtschaft/spritpreise-deutschland-iran-krieg-faq-100.html
  4. ZDF heute — Dieselpreis erstmals über 2 Euro (4. März), Tagesdurchschnittswerte https://www.zdfheute.de/wirtschaft/dieselpreis-diesel-benzin-zwei-euro-iran-krieg-oel-100.html
  5. ZDF heute — Tankstellenbetreiber kritisieren Mineralölkonzerne, „Raubtierkapitalismus” https://www.zdfheute.de/wirtschaft/tanken-spritpreis-iran-krieg-abzocke-100.html
  6. t-online — Aktueller Diesel: 2,306 € (23.3.), Preisanstieg seit Kriegsbeginn (+56 Ct Diesel, +30 Ct Benzin) https://www.t-online.de/mobilitaet/aktuelles/id_101181674/iran-krieg-spritpreise-steigen-weiter-diesel-knapp-unter-allzeithoch.html
  7. Handelsblatt — Diesel-Allzeithoch nähert sich, aktuelle Preisentwicklung https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/iran-krieg-spritpreise-steigen-weiter-diesel-knapp-unter-allzeithoch/100210732.html
  8. Handelsblatt — Brent +16%, Gasöl-Preis +27%, erste Überschreitung der 2-Euro-Marke am 4.3. https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/iran-krieg-dieselpreis-steigt-auf-mehr-als-zwei-euro/100204830.html
  9. Vorwärts — Bundesregierung Maßnahmenpaket, ADAC-Kritik, Ölreserven https://www.vorwaerts.de/international/iran-krieg-wie-schwarz-rot-auf-die-teuren-spritpreise-reagiert

E-Auto-Nachfrage

  1. ZDF heute — Carwow & Meinauto.de bestätigen gestiegenes E-Auto-Interesse, neue Förderung https://www.zdfheute.de/wirtschaft/spritpreis-elektroauto-interesse-anstieg-100.html
  2. vision-mobility.de — Carwow-Daten: E-Auto-Konfigurationen von 55% auf 63%, Verbrenner auf 23% https://vision-mobility.de/news/iran-krieg-steigende-spritpreise-treiben-interesse-an-e-autos-390238.html
  3. ecomento.de — Meinauto.de: erhöhtes Interesse an Elektro & Spritsparen, Kaufzurückhaltung https://ecomento.de/2026/03/11/hohe-spritpreise-treiben-interesse-an-elektroautos-nach-oben/
  4. elektroauto-news.net — Neue staatliche E-Auto-Förderung 2026 (1.500–6.000 €), Einkommensgrenzen https://www.elektroauto-news.net/news/spritpreise-interesse-e-autos

Transport & Environment (T&E) Studie

  1. Auto Bild — T&E: Tanken kostet 5x mehr als Laden, EU zahlt 67 Mrd. € für Öl, 45 Mrd. € Einsparpotenzial, EON-Berechnung: 2 Mio. BEV sparen 1,8 Mrd. Liter/Jahr https://www.autobild.de/artikel/irankrieg-verteuert-tanken-staerker-als-stromladen-28576605.html
  2. taz.de — T&E-Kurzstudie im Detail, Fraunhofer-Kommentar, Greenpeace-Statement https://taz.de/Hohe-Spritpreise/!6163432/
  3. vision-mobility.de — T&E: E-Auto-Preise sinken erstmals seit 2020, EU-Flottengrenzwerte https://vision-mobility.de/news/t-e-analyse-oelpreisschock-trifft-benziner-fuenfmal-staerker-als-e-autos-flotten-im-fokus-390289.html

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