Text: David Reich

TESLAS ROBOTAXIS FAHREN ÜBER 600.000 KILOMETER OHNE FAHRER
Tesla treibt den Ausbau seines Robotaxi-Dienstes weiter voran. Nach Angaben des Unternehmens haben die vollständig fahrerlosen Fahrzeuge inzwischen mehr als 380.000 Meilen – rund 610.000 Kilometer – im öffentlichen Straßenverkehr zurückgelegt. Dabei habe es bislang keinen nennenswerten sicherheitsrelevanten Zwischenfall gegeben.
Die unüberwachten Robotaxis sind mittlerweile in sechs Städten in Texas und Florida unterwegs: Austin, Dallas, Houston, Miami, Orlando und Tampa. In der San Francisco Bay Area bietet Tesla ebenfalls Fahrten an, dort verlangen die kalifornischen Vorschriften allerdings weiterhin einen Sicherheitsbegleiter im Fahrzeug. Rechnet man diese überwachten Fahrten hinzu, nähert sich das Robotaxi-Netzwerk bereits 2,5 Millionen bezahlten Meilen.Tesla will das Angebot nun mit hohem Tempo ausbauen. Laut Elon Musk steigt die Zahl der gefahrenen Meilen derzeit um mehr als zehn Prozent pro Woche. Als nächste Märkte nennt das Unternehmen Las Vegas und Phoenix. In Nevada hat Tesla bereits Genehmigungen für bis zu 5.000 Robotaxis beantragt. Langfristig soll der Dienst nicht mehr Stadt für Stadt, sondern in ganzen Bundesstaaten angeboten werden.
Noch basiert die Flotte überwiegend auf dem Model Y. Doch mit dem Cybercab steht bereits das speziell für den autonomen Fahrbetrieb entwickelte Fahrzeug bereit. Die Produktion startete im April in Texas, erste fahrerlose Testfahrten finden bereits auf öffentlichen Straßen und dem Gelände der Gigafactory statt.
Die bisherige Kilometerleistung ist noch klein. Das Wachstum zeigt jedoch: Tesla beginnt, aus jahrelangen FSD-Versprechen einen realen Mobilitätsdienst aufzubauen.
1,48 MILLIONEN FSD-NUTZER – NEUE HOFFNUNG FÜR HW3-BESITZER
Teslas Full-Self-Driving-Software entwickelt sich zunehmend zu einem bedeutenden Geschäftsfeld. Ende des zweiten Quartals 2026 nutzten weltweit rund 1,48 Millionen Kunden die kostenpflichtige Version von FSD Supervised. Ein Jahr zuvor waren es noch 950.000 – ein Wachstum von rund 56 Prozent.
Besonders hoch ist die Akzeptanz bei Neuwagenkäufern in Nordamerika. Rund 55 Prozent der dort im zweiten Quartal ausgelieferten Fahrzeuge hatten FSD bereits bei der Übergabe aktiviert. Von den weltweit 1,48 Millionen zahlenden Nutzern haben 55 Prozent die Software einmalig gekauft.
Die übrigen 45 Prozent – etwa 666.000 Kunden – nutzen das monatliche Abonnement für derzeit 99 US-Dollar. Daraus ergibt sich rechnerisch ein wiederkehrender Jahresumsatz von fast 800 Millionen Dollar.
Gleichzeitig gibt es Neuigkeiten für Besitzer älterer Tesla-Fahrzeuge mit Hardware 3. Tesla hat in den USA mit dem öffentlichen Rollout von FSD V14 Lite begonnen. Dabei handelt es sich um eine verkleinerte und stark optimierte Version des aktuellen FSD-Modells, die trotz des begrenzten Speichers auf dem älteren Fahrzeugcomputer funktioniert.
Die Software bringt Funktionen wie den Start von FSD aus der Parkposition, verschiedene Geschwindigkeitsprofile und Auswahlmöglichkeiten am Zielort auf Hardware 3. Die Entscheidungsfindung ist zwar langsamer als bei der vollständigen Version für Hardware 4, aber schneller als bei bisherigen HW3-Versionen.
Tesla stärkt damit nicht nur sein Abogeschäft, sondern hält auch einen großen Teil der bestehenden Fahrzeugflotte technisch relevant. Für viele Besitzer ist V14 Lite zumindest eine wichtige Zwischenlösung, bis Klarheit über mögliche Hardware-Upgrades besteht. Zudem sind gerade unter den HW3-Fahrern nicht wenige frühe FSD Käufer.
Langfristig hat das Unternehmen ein deutlich größeres Ziel: Zehn Millionen aktive FSD-Abonnenten gehören zu den operativen Vorgaben des neuen Kompensationspakets für Elon Musk. Mit den heutigen Nutzerzahlen ist Tesla davon noch weit entfernt. Doch die internationale Einführung, insbesondere in Europa und später möglicherweise in China, könnte das Wachstum erheblich beschleunigen. FSD wird damit nicht nur zur Grundlage für autonomes Fahren, sondern zunehmend auch zu Teslas wichtigstem Softwareprodukt.

Dieser Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe 31 des T&Emagazins.

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https://shop.temagazin.de/produkt/magazin/temagazin-31-ausgabe/
Aus dem Inhalt:
- COMMUNITY – Auf dem Laufenden bleiben
- TESLA – Neues aus der Tesla Welt
- TESLA – Eins von 250 Fahrzeugen
- TESLA – Die Model-S-Varianten in der chronologischen Übersicht
- TESLA – Vom E-Auto zum nachhaltigen Wohlstand
- Herausgeber – TFF – Aktuelle Veranstaltungen
- Herausgeber – TOS – Reisebericht Alpenpässe
- elektrische COMMUNITY – Das Programm
- ENERGIE – Zu viel Wind- & Sonnenstrom – aber nicht mehr lange
- STROMBOCK – Warum brauchen E-Autos trotzdem ein Kühlsystem
- GESELLSCHAFT – Das bessere Leben in der Zukunft
- E-MOBILITÄT – Prof. Fichtner zeigt Vorteile der Batterietechnik auf
- KLIMASCHUTZ – Der Kampf mit der Hitze
- WIRTSCHAFT – Warum ein Weg zurück meistens ein Holzweg ist
- WIRTSCHAFT – Zwei Fabriken, zwei Welten
- FANBOY – Verwaltet, geprüft, abgehängt



