FSD in Europa: Tesla meldet 5,2-fach höhere Sicherheit.

Tesla hat erstmals umfangreichere Sicherheitsdaten zur Nutzung von Full-Self-Driving in Europa veröffentlicht. Demnach war FSD  Supervised während der vergangenen vier Monate über 5,2-mal sicherer als manuelles Fahren. Die Auswertung umfasst 65 Millionen Kilometer in fünf europäischen Ländern.

Besonders deutlich fällt das Ergebnis auf Autobahnen aus. Dort legten Tesla-Fahrzeuge mit aktiviertem FSD rund 41,9 Millionen Kilometer zurück, ohne dass eine relevante Kollision registriert wurde. Laut Tesla entspricht dies einer 8,5-fach höheren Sicherheit gegenüber manuellem Fahren mit aktivierten Sicherheitssystemen. Abseits der Autobahn wurden auf 23,8 Millionen Kilometern sechs Unfälle erfasst. Auch hier soll FSD noch 2,8-mal sicherer als ein menschlicher Fahrer gewesen sein.

Weitere Werte stützen dieses Bild: Fahrzeuge mit FSD verzeichneten laut Tesla deutlich weniger automatische Notbremsungen, starke Beschleunigungen, harte Bremsmanöver und abrupte Ausweichbewegungen. Die Daten stammen aus den Niederlanden, Litauen, Estland, Dänemark und Belgien. Entscheidend ist nun die regulatorische Frage. Das nächste relevante Treffen des Technical Committee – Motor  Vehicles, kurz TCMV, wird im Oktober 2026 erwartet. Für eine EU-weite Freigabe müssen mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten zustimmen und zugleich 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Frankreich hat bereits erklärt, FSD in der aktuellen Form abzulehnen; Deutschlands Position ist bislang offen. Ein Nein aus Berlin oder Paris wäre zwar kein formales Einzelveto, könnte zusammen mit weiteren Staaten aber rasch eine Sperrminorität schaffen. Scheitert die Abstimmung, müsste Tesla erneut Land für Land nach Sonderlösungen suchen oder auf eine generelle Anpassung der UNECE-Regeln hoffen – ein Weg, der vermutlich deutlich länger dauern würde.

Teslas Robotaxis fahren über 600.000 Kilometer ohne Fahrer:

Tesla treibt den Ausbau seines Robotaxi-Dienstes weiter voran. Nach Angaben des Unternehmens haben die vollständig fahrerlosen Fahrzeuge inzwischen mehr als 380.000 Meilen – rund 610.000 Kilometer – im öffentlichen Straßenverkehr zurückgelegt. Dabei habe es bislang keinen nennenswerten sicherheitsrelevanten Zwischenfall gegeben.

Die unüberwachten Robotaxis sind mittlerweile in sechs Städten in Texas und Florida unterwegs: Austin, Dallas, Houston, Miami, Orlando und Tampa. In der San Francisco Bay Area bietet Tesla ebenfalls Fahrten an, dort verlangen die kalifornischen Vorschriften allerdings weiterhin einen Sicherheitsbegleiter im Fahrzeug. Rechnet man diese überwachten Fahrten hinzu, nähert sich das Robotaxi-Netzwerk bereits 2,5 Millionen bezahlten Meilen. Tesla will das Angebot nun mit hohem Tempo ausbauen. Laut Elon Musk steigt die Zahl der gefahrenen Meilen derzeit um mehr als zehn Prozent pro Woche. Als nächste Märkte nennt das Unternehmen Las Vegas und Phoenix. In Nevada hat Tesla bereits Genehmigungen für bis zu 5.000 Robotaxis beantragt. Langfristig soll der Dienst nicht mehr Stadt für Stadt, sondern in ganzen Bundesstaaten angeboten werden.

Noch basiert die Flotte überwiegend auf dem Model Y. Doch mit dem Cybercab steht bereits das speziell für den autonomen Fahrbetrieb entwickelte Fahrzeug bereit. Die Produktion startete im April in Texas, erste fahrerlose Testfahrten finden bereits auf öffentlichen Straßen und dem Gelände der Gigafactory statt. Die bisherige Kilometerleistung ist noch klein. Das Wachstum zeigt jedoch: Tesla beginnt, aus jahrelangen FSD-Versprechen einen realen Mobilitätsdienst aufzubauen.


Dieser Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe 31 des T&Emagazins.

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Aus dem Inhalt:

  • COMMUNITY – Auf dem Laufenden bleiben
  • TESLA – Neues aus der Tesla Welt
  • TESLA – Eins von 250 Fahrzeugen
  • TESLA – Die Model-S-Varianten in der chronologischen Übersicht
  • TESLA – Vom E-Auto zum nachhaltigen Wohlstand
  • Herausgeber – TFF – Aktuelle Veranstaltungen
  • Herausgeber – TOS – Reisebericht Alpenpässe
  • elektrische COMMUNITY – Das Programm
  • ENERGIE – Zu viel Wind- & Sonnenstrom – aber nicht mehr lange
  • STROMBOCK – Warum brauchen E-Autos trotzdem ein Kühlsystem
  • GESELLSCHAFT – Das bessere Leben in der Zukunft
  • E-MOBILITÄT – Prof. Fichtner zeigt Vorteile der Batterietechnik auf
  • KLIMASCHUTZ – Der Kampf mit der Hitze
  • WIRTSCHAFT – Warum ein Weg zurück meistens ein Holzweg ist
  • WIRTSCHAFT – Zwei Fabriken, zwei Welten
  • FANBOY – Verwaltet, geprüft, abgehängt
Veröffentlicht in Tesla

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