VW ID. Tiguan im ersten Check: Echte Tasten und endlich ein Frunk

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Mit dem ID. Tiguan überarbeitet Volkswagen sein elektrisches Familien-SUV grundlegend. Der Nachfolger von ID.4 und ID.5 bekommt einen hochwertiger wirkenden Innenraum, klassische Bedienelemente und zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube. Beim ersten Check der Ausstattung Style zeigt sich: Die interessanten Neuerungen liegen vor allem im Alltag. Beim Schnellladen bleibt VW zurückhaltender.

Ein vertrauter Name, ein neues Design und zahlreiche überarbeitete Details: Der VW ID. Tiguan soll Menschen ansprechen, die ein geräumiges Elektroauto suchen und dabei möglichst wenig Umgewöhnung wünschen. Anfang 2027 soll er neben dem weiterhin angebotenen Tiguan mit Verbrennungs- und Hybridantrieben auf den Markt kommen. Die elektrische Variante entsteht im Werk Emden.

Oliver Bornemann vom YouTube-Kanal @einfachelektrisch hat den ID. Tiguan Style zur Premiere ausführlich vorgestellt. Grundlage dieses Artikels sind sein Rundgang und seine Sitzprobe. Aussagen zu Fahrkomfort, realem Verbrauch und Ladeverhalten müssen eine spätere Probefahrt klären.

Design: Ein vertrauterer Auftritt für VWs Elektro-SUV

Der ID. Tiguan wirkt im Video eigenständiger und zugleich näher an den klassischen Volkswagen-Modellen als seine Vorgänger. Die Front prägen eine breite Lichtsignatur und beim gezeigten Style ein beleuchtetes VW-Logo. Die aufwendigen IQ.LIGHT-Scheinwerfer gehören zur Ausstattung des vorgestellten Fahrzeugs.

Bornemann bewertet die Gestaltung positiv. Besonders das Heck mit seiner dreidimensionalen Rückleuchtengrafik gefällt ihm. Die leicht abfallende Dachlinie gibt dem SUV einen dynamischen Abschluss, ohne es zu einem ausgeprägten Coupé zu machen.

Mit rund 4,62 Metern Länge und 1,86 Metern Breite ohne Außenspiegel bleibt der ID. Tiguan ein ausgewachsenes Familienauto. Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 und die Luftführungen an den Vorderrädern sollen zur Effizienz beitragen. Wie sparsam er tatsächlich unterwegs ist, lässt sich beim Rundgang noch nicht feststellen.

Die großen 21-Zoll-Räder des Ausstellungswagens sind eine Ausstattungsoption. In den regulären Ausstattungslinien sind auch kleinere Räder vorgesehen. Der gezeigte Auftritt entspricht somit keiner pauschalen Basiskonfiguration.

Bedienung: Die wichtigsten Verbesserungen lassen sich anfassen

Eine der erfreulichsten Änderungen betrifft Funktionen, die bei jeder Fahrt gebraucht werden. Für die Klimatisierung gibt es wieder eine eigene Tastenleiste. Temperatur, Gebläse und weitere Grundfunktionen lassen sich direkt bedienen. Dazu kommen ein griffgünstiger Lautstärkeregler, physische Lenkradtasten und vier separate Fensterheberschalter in der Fahrertür.

Damit wirkt die Bedienung nachvollziehbarer. Große Displays bleiben Teil des Konzepts, übernehmen aber nicht mehr sämtliche Aufgaben. Gerade häufig genutzte Einstellungen erhalten wieder feste Plätze.

Auch kleine Ablagen sind sorgfältiger gestaltet. Bornemann zeigt ausgekleidete Türfächer vorne, gummierte Flächen und ein großes Fach unter der zweigeteilten Mittelarmlehne. Solche Details sind weniger spektakulär als ein zusätzlicher Bildschirm, können den täglichen Umgang mit dem Auto aber angenehmer machen.

Innenraum: Vorne wertiger, hinten bleibt Hartplastik

Die Materialanmutung gehört zu den größten Pluspunkten der Vorstellung. Weiche Oberflächen, gepolsterte Armauflagen und ein abwechslungsreicher Bezugsmix hinterlassen bei Bornemann einen deutlich besseren Eindruck als erwartet. Die Sitze bieten eine ausziehbare Oberschenkelauflage; je nach Ausstattung kommen elektrische Verstellung, Belüftung und Massage hinzu.

Im Detail bleibt jedoch Verbesserungspotenzial. Das Handschuhfach ist nicht mit Filz oder Teppich ausgekleidet. An den hinteren Türen finden sich härtere Kunststoffe und ungepolsterte Ablagen. Der Qualitätsanspruch der vorderen Plätze wird somit nicht überall bis in den Fond fortgeführt.

Auch die Getränkehalter in der hinteren Mittelarmlehne überzeugen den Tester ergonomisch nicht vollständig. Beim optionalen Panoramadach fällt auf, dass das elektrische Sonnenrollo nicht vollständig lichtundurchlässig ist. Wie wirksam es vor sommerlicher Wärme schützt, wurde bei der Premiere nicht geprüft.

Displays: Große Bildschirme mit einem Schuss Golf-Nostalgie

Hinter dem Lenkrad sitzt ein gut zehn Zoll großes Fahrerdisplay, in der Mitte ein 15-Zoll-Touchscreen. Optional ergänzt ein zwölf Zoll großes Beifahrerdisplay die Anordnung. Hinzu kommt je nach Ausstattung ein Augmented-Reality-Head-up-Display.

Die Retro-Ansichten erinnern an frühere Volkswagen-Modelle. Im Fahrerdisplay lässt sich beispielsweise eine vom Golf IV inspirierte Darstellung auswählen. Auch das Infotainment greift historische Gestaltungselemente auf.

Praktisch relevanter sind die gezeigte Integration von Apple CarPlay und die Möglichkeit, bevorzugte Ladeanbieter für die Routenplanung auszuwählen. Bei der Vorführung reagiert der Touchscreen nach Bornemanns Einschätzung gut. Wie zuverlässig Navigation und Ladeplanung auf einer längeren Reise zusammenspielen, bleibt offen.

Die magnetische Smartphone-Ladefläche fixiert ein passendes Telefon und verfügt über eine Belüftung. Das optionale Harman-Kardon-System hinterlässt bei der Hörprobe ebenfalls einen positiven Eindruck. Eine Bewertung unter Fahrbedingungen ersetzt diese Demonstration allerdings nicht.

Platzangebot: Gute Voraussetzungen für den Familienalltag

Bei der Sitzprobe findet der rund 1,85 Meter große Bornemann hinten ordentlich Platz für Beine und Kopf. Das gilt beim vorgestellten Fahrzeug trotz Panoramadach und leicht abfallender Dachlinie.

Die weit öffnenden hinteren Türen erleichtern den Einstieg. Im Fond gibt es je nach Ausstattung eine eigene Klimabedienung, Luftausströmer und USB-C-Anschlüsse. Isofix-Befestigungen zeigt das Video an den äußeren Rücksitzen und auch am Beifahrersitz.

Der erste Eindruck spricht damit für ein gut nutzbares Familienauto. Ob die Sitze auch nach mehreren Stunden bequem bleiben und wie wirksam die gezeigte Akustikverglasung Geräusche reduziert, muss der Fahrtest zeigen.

Kofferraum und Frunk: Mehr als nur ein Platz fürs Ladekabel

Im Heck stehen 534 Liter Gepäckraum zur Verfügung. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen und Beladung bis unters Dach steigt das Volumen auf bis zu 1.577 Liter. Der doppelte Ladeboden, seitliche Fächer und Haken helfen beim Verstauen.

Die Rücksitzlehnen sind im Verhältnis 60:40 geteilt. Eine zusätzliche Durchreiche ermöglicht den Transport langer Gegenstände, während die äußeren Fondplätze nutzbar bleiben.

Neu ist der Frunk. Im Video ist sein Volumen noch nicht beziffert; Volkswagen nennt inzwischen 32 Liter. Darin lassen sich beispielsweise Ladekabel getrennt vom Reisegepäck unterbringen. Das vermeidet das Ausräumen eines voll beladenen Kofferraums, wenn unterwegs ein Kabel benötigt wird.

Die elektrische Heckklappe des vorgestellten Fahrzeugs schließt nach Bornemanns Eindruck besonders sanft. Welche Komfortfunktionen enthalten sind, hängt allerdings von der gewählten Ausstattung ab.

Drei Antriebe: Die aktuellen Daten des ID. Tiguan Style

Für den Style sind zwei Heckantriebsvarianten und eine 4MOTION-Version vorgesehen. Die kleinere Batterie nutzt LFP-Zellen, die größere eine NMC-Zellchemie.

MerkmalStyle 58 kWhStyle 77 kWhStyle 77 kWh 4MOTION
Leistung140 kW / 190 PS210 kW / 286 PS220 kW / 299 PS
AntriebHinterradantriebHinterradantriebAllradantrieb
Batterie, netto58 kWh, LFP77 kWh, NMC77 kWh, NMC
WLTP-Reichweite, je nach Ausstattung416–455 km554–606 km520–565 km
Höchstgeschwindigkeit160 km/h180 km/h180 km/h
AC-LadeleistungBis 11 kWBis 11 kWBis 11 kW
DC-LadeleistungBis 105 kWBis 165 kWBis 165 kW
DC-Ladezeit 10–80 ProzentCa. 26 MinutenCa. 29 MinutenCa. 29 Minuten

Herstellerangaben von Volkswagen Deutschland, Stand 15. Oktober 2026. Die Reichweiten aktualisieren die im Video genannten Prognosen. Es handelt sich um WLTP-Werte und nicht um gemessene Praxisreichweiten.

Die große Heckantriebsvariante bietet die höchste Normreichweite der drei Style-Versionen. Der Allradantrieb bringt zusätzliche Traktion, fällt bei der Reichweite jedoch zurück. Aus den Zahlen allein lässt sich noch keine Bewertung der realen Autobahneffizienz ableiten.

Schnellladen: Solide Zeitangaben statt großer Leistungssprünge

Mit maximal 105 beziehungsweise 165 kW DC-Ladeleistung setzt der ID. Tiguan auf überschaubare Spitzenwerte. Für den Ladehub von zehn auf 80 Prozent nennt VW unter passenden Bedingungen etwa 26 Minuten beim kleinen und 29 Minuten beim großen Akku.

Die kleinere Batterie kann trotz geringerer Spitzenleistung etwas schneller fertig sein, weil weniger Energie nachgeladen werden muss. Für Reisen zählt jedoch ebenso, welche Strecke sich mit dieser Energie anschließend zurücklegen lässt.

Ein gemessener Ladevorgang ist im Video nicht enthalten. Wie stabil die Ladeleistung bleibt und welchen Einfluss Kälte oder wiederholte Schnellladestopps haben, lässt sich deshalb noch nicht beurteilen.

Anhänger, Assistenz und Preis: Was für deutsche Käufer zählt

Als Zugfahrzeug bietet der ID. Tiguan interessante Voraussetzungen. Volkswagen nennt aktuell bei zwölf Prozent Steigung bis zu 1.800 Kilogramm gebremste Anhängelast für die 140-kW-Version. Mit der großen Batterie sind beim Hecktriebler und beim Allradmodell bis zu 2.000 Kilogramm vorgesehen. Die Stützlast beträgt 90 Kilogramm, die Dachlast 75 Kilogramm.

Der Hecktriebler hat beim Rangieren einen Vorteil: VW gibt etwa 10,2 Meter Wendekreis an, beim 4MOTION sind es 11,6 Meter.

Der angekündigte Connected Travel Assist soll unter anderem Abstand und Spurführung unterstützen. Seine tatsächliche Arbeitsweise wird in dieser Vorstellung nicht auf der Straße geprüft. Gleiches gilt für das gezeigte Kamerasystem.

Für die Baureihe nennt Volkswagen in Deutschland derzeit einen Einstiegspreis von 42.695 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Dieser Betrag beschreibt den Einstieg in die Modellfamilie, nicht die gezeigte Style-Konfiguration mit ihrer umfangreichen Ausstattung. Für den Vergleich zählen deshalb die konkret gewünschte Batterie, Ausstattung und der daraus entstehende Gesamtpreis.

Fazit: Die richtigen Änderungen – die Straßenprüfung steht noch aus

Der VW ID. Tiguan hinterlässt bei Oliver Bornemanns erstem Check einen positiven Eindruck. Besonders überzeugend wirken die direktere Bedienung, die aufgewerteten vorderen Plätze, das ordentliche Raumangebot und der zusätzliche Frunk. Es sind Verbesserungen, die im täglichen Gebrauch einen Unterschied machen können.

Kritik verdienen die teilweise einfacheren Materialien im Fond und einige Komfortdetails. Die Ladeleistung zählt mit maximal 165 kW nicht zu den auffälligsten Neuerungen. Wie gut die angegebenen Ladezeiten unter Alltagsbedingungen erreicht werden, bleibt offen.

Damit zeigt sich ein Elektro-SUV, dessen größte Stärke zunächst die bessere Nutzbarkeit ist. Ob daraus auch ein überzeugendes Reiseauto wird, müssen reale Verbrauchswerte, Ladeversuche und eine ausführliche Probefahrt zeigen.

Grundlage: Oliver Bornemanns Video zur Vorstellung des VW ID. Tiguan Style auf dem Kanal @einfachelektrisch. Die Vorstellung mit Video ist bei einfach elektrisch abrufbar. Technische Angaben wurden mit den aktuellen Volkswagen-Informationen abgeglichen.

Hier könnt ihr das vollständige Video auf Olivers Youtube Kanal ansehen :


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https://shop.temagazin.de/produkt/magazin/temagazin-31-ausgabe/

Aus dem Inhalt:

  • COMMUNITY – Auf dem Laufenden bleiben
  • TESLA – Neues aus der Tesla Welt
  • TESLA – Eins von 250 Fahrzeugen
  • TESLA – Die Model-S-Varianten in der chronologischen Übersicht
  • TESLA – Vom E-Auto zum nachhaltigen Wohlstand
  • Herausgeber – TFF – Aktuelle Veranstaltungen
  • Herausgeber – TOS – Reisebericht Alpenpässe
  • elektrische COMMUNITY – Das Programm
  • ENERGIE – Zu viel Wind- & Sonnenstrom – aber nicht mehr lange
  • STROMBOCK – Warum brauchen E-Autos trotzdem ein Kühlsystem
  • GESELLSCHAFT – Das bessere Leben in der Zukunft
  • E-MOBILITÄT – Prof. Fichtner zeigt Vorteile der Batterietechnik auf
  • KLIMASCHUTZ – Der Kampf mit der Hitze
  • WIRTSCHAFT – Warum ein Weg zurück meistens ein Holzweg ist
  • WIRTSCHAFT – Zwei Fabriken, zwei Welten
  • FANBOY – Verwaltet, geprüft, abgehängt

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