
Umwelt- und Klimaschutz brauchen Vorrang für die Schiene
- Verkehrsinfrastruktur nach Zielen des Klima- und Naturschutzes entwickeln
- Kleine und mittlere Maßnahmen bei der Schiene umsetzen
- Gemeinwohlziele erarbeiten und berücksichtigen
Ob für den täglichen Arbeitsweg oder die klimafreundliche Reise quer durchs Land – die Bahn gilt als Rückgrat nachhaltiger Mobilität in Deutschland. Doch eine vielerorts marode und überlastete Schieneninfrastruktur führt zu Verspätungen und Zugausfällen und unzufriedenen Kunden. Diese Missstände sind das Ergebnis falscher Prioritäten der Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nimmt ein heute veröffentlichtes Gutachten zur Schieneninfrastruktur zum Anlass, erneut den Vorrang der Schiene zu fordern und dabei den Naturschutz von Beginn an mit einzubeziehen. Neben der Modernisierung und Instandsetzung des bestehenden Netzes braucht es für die Verkehrsverlagerung auf die Schiene auch eine naturverträgliche Kapazitätserweiterung.
Das Gutachten von RegioConsult zeigt, welche Kriterien für eine naturverträgliche und gemeinwohlorientierte Planung notwendig sind, um diese Belange von Beginn an mit einzubeziehen. Es wurde im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten BUND-Projekts „Umweltverträgliche und gemeinwohlorientierte Schieneninfrastruktur als Rückgrat einer sozial-ökologischen Mobilitätswende” erstellt.
Gabriel Kapfinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Infrastruktur und Verkehr beim BUND: „Die naturverträgliche Erweiterung und die Sanierung der Schiene sind zum Erreichen der Klimaziele unverzichtbar. Den Naturschutz von Beginn an mit einzubeziehen, stärkt die gesellschaftliche Akzeptanz und sichert unsere natürlichen Lebensgrundlagen.”
Eine Priorisierung anhand der Kriterien Umwelt- und Naturverträglichkeit bei der Schieneninfrastruktur ist laut Gutachten aufgrund unzureichender Datengrundlage derzeit nicht ausreichend möglich ist. Zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen müssen aber alle Daten für Natur, Umwelt- und Klimaschutz sowie die des Gemeinwohls bei der Verkehrsinfrastruktur erhoben werden und bereits bei der Planung Berücksichtigung finden. Nur so kann eine vergleichende Betrachtung, einschließlich der bisher fehlenden externen Effekte, wie Klimaschäden, Lärm, Luftverschmutzung und Unfälle, stattfinden.
Kapfinger: „Ein neuer Bundesverkehrswege- und -mobilitätsplan (BVMP) muss alle Daten für Natur, Umwelt- und Klimaschutz sowie Gemeinwohl in einer verkehrsträgerübergreifenden Netzplanung vereinen. So könnte der nächste Plan den Weg zu einem nachhaltigen Verkehrssystem aufzeigen. Allein die Vermeidung von negativen Umwelteinflüssen, greift bislang zu kurz. Durch die vollumfängliche Aufnahme von Vorgaben des Natur- und Klimaschutzes und die Beteiligung von Umweltverbänden bereits zu Beginn der Planung können Zielkonflikte erkannt und frühzeitig ausgeräumt werden.”
Gemeinwohlziele definieren
Bei der Gemeinwohlorientierung stellt das Gutachten fest, dass bisher klare Indikatoren zur Erfassung des Gemeinwohls bei der Schieneninfrastruktur fehlen. Es bleibt bislang offen, welche Ziele der Bund für die gemeinwohlorientierte DB InfraGO AG hat. Diese Ziele müssen neben dem Zustand des Schienennetz und der Bahnhofsgebäude auch Erreichbarkeitsziele, wie die Anbindung von Regionen, beinhalten. Die Ausarbeitung dieser Ziele sollte unter Einbezug der Zivilgesellschaft erfolgen.
Kapfinger: „Es wird deutlich, dass es bisher keine ausreichende Zielbestimmung des Gemeinwohls bei der Schieneninfrastruktur gibt. Hier muss bestimmt werden, wie die naturverträgliche Kapazitätserhöhung und Sanierung der Schiene zum Gemeinwohl beitragen können. Die Politik muss weiter klären: Welche Regionen sollen und müssen durch neue oder reaktivierte Schienenstrecken an das Schienennetz angebunden werden und so den Zugang zum Bahnnetz ermöglichen.”
Konsequente Finanzierung kleiner und mittelfristiger Maßnahmen
Ein notwendiger, effektiver Schritt zur Stärkung der Infrastruktur Schiene, wäre die konsequente Finanzierung und Umsetzung der sogenannten kleinen und mittleren Maßnahmen wie beispielsweise der zusätzliche Weichen oder Überholgleise. Dem Gutachten zufolge sind vor allem solche kurzfristig wirksamen Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung bei überlasteten Schienenwegen mit besonderer Priorität zu bearbeiten, weil sie schnell die Pünktlichkeit verbessern und die Verlässlichkeit und Kapazität im Schienennetz erhöhen.
Kapfinger: „Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder steht in der Verantwortung, diese Maßnahmen verlässlich zu finanzieren. Sie verbessern die Pünktlichkeit und erhöhen Verlässlichkeit und Kapazität im Schienennetz.”
QUELLE: PRESSEMITTEILUNG BUND
Und das sind die Themen der 29. Ausgabe:
- Neues aus der Tesla Welt
- Ende der unrühmlichen FSD-Geschichte: Hoffnung auch für ältere Teslas
- Der unboxed Process bei Tesla: Fahrzeug Produktion neu gedacht
- Nachhaltig unterwegs: Mit Tesla Model und BlaBlaCar gegen gängige Mythen
- Die Herausgeber: Tesla Fahrer und Freunde E.V.
- Die Herausgeber: Swiss Tesla Days: Das Schweizer Highlight für die Tesla-Community
- Elektrische Community 2026
- Strombock: Elektroauto-Förderung 2026: Wie nutzt du die Förderung für dich?
- Der Pommes-Män im Gespräch: Jenseits der Fritöse
- Der Berg im Nebel: Zur Strategie der Automobilindustrie
- Mobilität: Warum autonomes Fahren alles verändert
- Außerirdische Intelligenz: KI im Weltall
- Nachhaltigkeit: Die Quadratur des Dreiecks
- Osmose-Kraftwerk: Salzkraft
- Klimaschutz: Eskalation im Klimawandel
- Fanboy: Grok im Tesla




