
Mindestens so spannend wie die veröffentlichten Quartalsberichte ist bei Tesla stets der Earnings Call im Anschluss. Elon Musk nutzte den Earnings Call zum 1. Quartal 2026 in der Nacht vom 22. zum 23. April vor allem, um die Transformation von Tesla vom reinen Autohersteller hin zu einem führenden Unternehmen für KI und Robotik herauszustellen.
Robotaxi & FSD

Der Tesla CEO bestätigte, dass Tesla zuversichtlich ist, bis Ende April 2026 eine kommerzielle Lösung für unüberwachtes autonomes Fahren (unsupervised Robotaxi) starten zu können.
Nach erfolgreichen Tests in Austin und San Francisco wurde der Dienst offiziell auf Dallas und Houston ausgeweitet. Wobei die Fahrzeuganzahl bislang deutlich geringer als erwartet ausfiel. Der Hauptengpass für die breite Einführung sei nicht die Hardware, sondern die Validierung der Sicherheit. Tesla müsse durch Milliarden gefahrener Meilen beweisen, dass das System weitaus sicherer als ein menschlicher Fahrer ist. Musk zeigte sich zuversichtlich, dass Meilensteine für das unbeaufsichtigte Fahren außerhalb von Texas noch in diesem Jahr erreicht werden.
Die Zahl der FSD-Nutzer (Full Self-Driving) ist auf über 1,1 Millionen gestiegen, was Musk als klaren Beleg für den Erfolg der Software-Strategie wertet.
Die Massenproduktion des eigens als konzipierten Robotaxis ohne Lenkrad, dem Cybercab, soll noch im April 2026 anlaufen. Daran hielt Musk fest.
In wie fern Hardware-3-Fahrzeuge auf FSD hoffen können war eine wichtige nun beantwortete Frage: Musk stellte klar, dass ältere Modelle mit dem HW3-Computer voraussichtlich nicht für das vollständig unbeaufsichtigte autonome Fahren (unsupervised FSD) geeignet sein werden. Als Ausgleich kündigte Tesla ein „Discounted Trade-in“-Programm an. Kunden mit HW3-Fahrzeugen sollen ihre Autos vergünstigt gegen neue Modelle mit modernerer Hardware eintauschen oder ihre Kameras und Computer nachrüsten können, um zukünftige Autonomie-Funktionen zu nutzen.
Fokus auf Hardware & Infrastruktur

Musk hatte bereits kurz vor diesem Abend den neuen AI5-Chip (s.o.) als den weltweit besten Inferenz-Chip für Edge-Computing bezeichnet. Anders als angekündigt korrigierte Elon Musk nun dieser werde sowohl in Fahrzeugen als auch wie angekündigt im Roboter Optimus eingesetzt. Der auf die besonderen Anforderungen von Tesla zugeschnittene Chip soll etwa 40-mal leistungsfähiger sein als der aktuelle HW4-Chip.
In Texas entsteht mit der Terafab eine gigantische Chip-Fabrik und ein KI-Rechenzentrum (1 Terawatt), um die Abhängigkeit von externen Lieferanten zu verringern.
Ziel ist es, durch Eigenentwicklungen wie den AI5 und den Dojo-Trainingschip die Abhängigkeit von Nvidia-GPUs massiv zu verringern.
Tesla plant – so der CEO – für 2026 Investitionsausgaben (Capex) von rund 20 Mrd. USD, primär für den Ausbau der KI-Infrastruktur und neue Fabriken.
Musk erläuterte den Nutzen der 2 Milliarden USD schweren Investition ins KI-Startup xAI. Die dort entwickelten Sprachmodelle und logischen Fähigkeiten sollen direkt in die Interaktion mit dem Optimus-Roboter und die Entscheidungsprozesse von FSD einfließen.
Zusätzlich untermauerte er diesen Anspruch mit der kühnen Behauptung auf X kurz vor dem Call, dass „KI und Roboter alle Jobs ersetzen werden“ und Arbeit in Zukunft „optional“ sein werde.
Fortschritte beim Tesla Bot
Musk verkündete den Bau der ersten großskaligen Fabrik für Optimus-Roboter in Fremont. Diese soll die bisherigen Produktionslinien des Model S und Model X ersetzen, deren Fertigung zugunsten der Robotik eingestellt wird. Das Produktionsziel für die Fabrik in Fremont ist auf 1 Million Roboter pro Jahr ausgelegt; eine zweite Linie in Texas soll langfristig bis zu 10 Millionen Einheiten jährlich produzieren.

Baugelände der Optimus Factury in Texas
Über 1.000 Einheiten der Generation 3 sind bereits testweise in Tesla-Fabriken im Einsatz.
Günstigere Fahrzeug-Modelle bestätigt
Tesla bestätigte die Arbeit an erschwinglicheren Varianten des Model 3 und Model Y, um die Nachfrage in einem schwierigen Marktumfeld wieder anzukurbeln.
Finanzielle Zukunft
Tesla verfügt laut CFO Vaibhav Taneja über mehr als 44 Milliarden USD an liquiden Mitteln. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, selbst bei einem zeitweise negativen freien Cashflow – der aufgrund der extremen Investitionen in die KI-Infrastruktur für 2026 erwartet wird – handlungsfähig zu bleiben.
Um die Bilanz nicht zu überreizen, deutete der CFO an, dass Tesla zur Finanzierung der Terafab und weiterer Fabriken möglicherweise dennoch gezielt Fremdkapital am Kapitalmarkt aufnehmen wird.
Link zu den Quartalszahlen und einer ersten Interpretation.
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