Heißer Renault 5 mit Rennsport-Genen & einem stolzen Preis
Jens vom Kanal “Move Electric” auf Youtube hat ihn getestet !

Die Alpine A290 GTS ist die sportliche Speerspitze des Renault 5, eine Hommage an den R5 Turbo der 80er. Eine Reichweitenfahrt nach Bremerhaven zeigt: Fahrspaß und Optik sind grandios – beim Preis und der Reichweite muss man Kompromisse machen.

Optisch ist die Verwandtschaft unübersehbar: Die Alpine A290 GTS basiert auf dem Renault 5, ist als eigenständige Marke aber die Sportvariante – mit klarer Anlehnung an den legendären R5 Turbo der 1980er, sowohl beim Design als auch beim Rennsport-Anspruch. Statt Benzin gibt es hier natürlich rein elektrischen Antrieb. In einem ausführlichen Test ging es für die GTS auf die übliche Reichweitenstrecke nach Bremerhaven und zurück, inklusive Verbrauchsmessung bei Tempo 130, Praxischeck zum Platzangebot und einem genauen Blick auf die Alpine-spezifische Software.
Technik und Preis
Unter dem Blech sitzt ein Akku mit 55 Kilowattstunden brutto beziehungsweise 52 Kilowattstunden netto, die WLTP-Reichweite liegt bei 360 Kilometern. Geladen wird mit maximal 100 kW DC. Preislich ist die A290 kein Schnäppchen: Die Einstiegsvariante GT startet bei 39.000 Euro, die getestete GTS kostet 45.000 Euro.
Einordnend wichtig: Seit Januar 2026 gibt es in Deutschland als Nachfolger des 2023 ausgelaufenen Umweltbonus wieder eine staatliche Kaufprämie. Sie ist sozial gestaffelt und reicht je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße von 1.500 bis 6.000 Euro, mit einer Basisförderung von 3.000 Euro für reine Elektroautos. Die im Video genannten 6.000 Euro sind also der Höchstbetrag, nicht die Regel – wer förderberechtigt ist, sollte den individuellen Anspruch über das BAFA prüfen.

Was Alpine aufgerüstet hat
Den Aufpreis gegenüber dem normalen R5 begründet eine umfangreiche Sport-Kur. Alpine spendiert breitere 19-Zoll-Snowflake-Räder, Michelin Pilot Sport 5 in 225/40, größere Brembo-Monoblock-Bremsen mit Sätteln in Racing Red, modifizierte Stoßdämpfer mit hydraulischen Anschlägen, steifere Lager und Achsschenkel sowie eine um sechs Zentimeter verbreiterte Spur. Der Motor stammt aus dem Renault Scénic und leistet 160 kW (218 PS); dazu kommen Torque Vectoring mit Bremseingriff und ein Overtake-Knopf, der für 6,4 Sekunden die volle Leistung freigibt. Damit beschleunigt die A290 GTS in 6,4 Sekunden auf 100 km/h.

Innenraum: vorne edel, hinten ernüchternd
Vorne gibt sich die GTS hochwertig: echtes, zweifarbiges Nappaleder auf Sitzen, Türen, Armaturenbrett und Mittelkonsole, durchzogen von weißen Ziernähten und Alpine-Schriftzügen. Das Infotainment läuft auf Google Automotive mit Navigation, Ladeplanung und Sprachassistent, ergänzt um die spielerische Alpine-Telemetrie mit Live-Daten, Coaching und Challenges. Auch der Wechsel der Gangwahl in die Mittelkonsole – weg vom Lenkstockhebel des R5 – wird ausdrücklich gelobt.
Zwei Kritikpunkte bleiben: Im Fond endet die Wertigkeit abrupt, dort dominiert Hartplastik an den Türen. Und die Sitzverstellung erfolgt vorne wie hinten manuell – bei einem Auto dieser Preisklasse ein nachvollziehbarer Kritikpunkt, zumal sich die Rückenlehne über den Hebel nur ungenau einstellen lässt.


Platz und Alltag
Die A290 ist ein kompakter Sportler, und das merkt man hinten: Hinter einer 1,80 Meter großen Person passt eine ebenso große gerade so, die Knie sind durch die niedrige Sitzposition stark angewinkelt, die Kopffreiheit knapp. Für zwei Erwachsene auf der Rückbank reicht es kurzstreckentauglich. Der Kofferraum fasst 300 Liter, hat aber eine sehr hohe Ladekante; umgeklappt entstehen rund 1.000 Liter, allerdings mit Stufe. Für den getesteten Hund passte die Höhe gut, die Tiefe blieb knapp. Die Heckklappe öffnet nur manuell. Serienmäßig an Bord sind Wärmepumpe, umfangreiche Assistenzsysteme sowie Vehicle-to-Load mit 3,7 kW.

Fahren, Verbrauch und Reichweite
Fahrdynamisch ist die A290 GTS das Highlight: satte Straßenlage, strafferes Fahrwerk, viel Spaß auf der Landstraße. Als Fronttriebler drehen die Räder auf feuchter Fahrbahn trotz Torque Vectoring aber gelegentlich durch. Etwas schade für einen Sportler: Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 170 km/h begrenzt – der R5 Turbo schaffte einst 200, war mit 6,9 Sekunden aber langsamer.
Beim Verbrauch zeigt sich die sportliche Auslegung. Auf der Reichweitenstrecke kam die GTS bei rund 20 Grad auf 21,2 kWh/100 km und lag damit knapp eine Kilowattstunde über dem normalen R5 (20,3 kWh bei kühleren 15 bis 16 Grad). Daraus ergibt sich auf der Autobahn bei Tempo 130 eine realistische Reichweite von etwa 220 bis 230 Kilometern. In der Stadt sieht es mit 12 bis 14 kWh deutlich besser aus – dort sind über 300 Kilometer realistisch. Geladen wird mit 100 kW DC, 10 auf 80 Prozent dauern rund 30 Minuten. Für ein vergleichsweise teures Auto im Jahr 2026 ist das gerade noch zeitgemäß, dürfte aber gerne flotter gehen.


Fazit
Die Alpine A290 GTS macht enorm viel Spaß, sieht hervorragend aus und zieht entsprechend Blicke auf sich. Die Kehrseite ist der Preis: 45.000 Euro muss man sich leisten wollen, und die Reichweite macht sie nicht zum idealen Erst- und Langstreckenauto – eine Tour Bremen–München mit vier Ladestopps und rund zweieinhalb Stunden Standzeit bleibt die Ausnahme. Ihre Domäne ist das urbane Umfeld samt sportlicher Landstraßen-Runde. Wer es vor allem auf Optik und Design abgesehen hat, fährt mit der deutlich günstigeren GT für 39.000 Euro womöglich besser. Als Konkurrenz stehen inzwischen unter anderem der VW ID. Polo GTI und der Cupra Raval bereit – welches Konzept am Ende überzeugt, bleibt Geschmackssache.
Folgt dem Kanal “Move Electric” auf Youtube
Und das sind die Themen der 30. Ausgabe:
- Neues aus der Tesla Welt
- Die Revolution der Patentstrategie bei Tesla
- Grünere Energienetze dank Einsatz von KI
- Die Herausgeber: Elektrische von Paris nach Dakar und zurück
- Neues zur elektrischen COMMUNITY 2026
- Strombock: Höhere Benzinpreise, der perfekte Moment für den Umstieg !
- Unser Manifest und Petition für eine zukunftsorientierte Transformation Deutschlands
- Reisebericht: Mit Model X & Grok durch Schottland
- Die Herausgeber: Tesla Fahrer & Freunde e.V.
- Besuch im Geothermiekraftwerk
- Powerwall 3P: Erstmals dreiphasiger Heimspeicher von Tesla
- Fanboy: Terafab
- …




