Was kann der Mercedes EQE?

“Also der Herr Nachbar, der muss sich über Geld keine Sorgen machen, der hat ein ziemlich teures Gefährt.” Mit welchem Auto würde man solch einen Satz in Verbindung bringen? Einem Porsche? Einem Ferrari? Einem Lamborghini? Einem Maserati? Einem Aston Martin?

Ja schon, aber die Zeiten haben sich geändert. Das kann man heute schon bei einem Mercedes EQE sagen. Denn wer diesen anständig ausstattet, der wird auch zu jenen gehören, die nicht wirklich auf Geld achten müssen. Dazu gleich mehr.

Fangen wir mal an mit dem Datenblatt des Mini EQS. Der Einstieg beginnt mit dem 350+. Dieser kommt mit ausreichenden, aber nicht berauschenden 217 kW respektive 292 PS. Das kann ein VW ID 4 GTX und Skoda Enyaq RS besser. Der Unterschied ist primär der Preis. Okay, zugegebenermaßen natürlich auch die Optik, weil der Mercedes schon etwas aufregender aussieht. Bei 70.000 € geht es los. Das möge vielleicht auch noch schleichen, wenn man bedenkt, dass man für VW und Skoda auch 65.000 € hinblättern muss, allerdings voll ausgestattet. Bei Mercedes gibt es hier dann nicht mal die digitalen LEDs, über die entsprechend tollen Sitze vom Hyper Screen brauchen wir gar nicht sprechen, da es diesen für den 350+ gar nicht gibt und noch viele andere Dinge, die eigentlich in einem Auto vor allem, wenn ein Stern vorne dran ist, nicht fehlen dürfen.


Einen vorderen Kofferraum gibt es nicht, der richtige Kofferraum ist mit 430 l doch sehr eng bemessen. Also man hat hier nicht den großen Bruder den EQS komplett adaptiert. Dessen Kofferraum ist nämlich wesentlich größer und auch ist der Unterschied zwischen einer Verbrenner S-Klasse und E-Klasse im Kofferraumvolumen nicht so groß.


Der 350er teilt seine Basis mit dem 350er EQS. Heißt in Zahlen: 90 kWh netto sowie die eben 292 PS. Eigentlich ganz brauchbar. Innen hat man wirklich nichts zu meckern. Denn völlig egal, ob Hyper Screen oder nicht – der Innenraum unterscheidet sich dann natürlich bei entsprechender Ausstattung schon stark von Volkswagen und Co. Auch für den EQE gibt es optional Nappaleder. Die Sitze sind wahnsinnig gemütlich und der Wagen fährt auch echt komfortabel, wie man das halt von einer E-Klasse gewohnt ist.

Die Bedienung sowie das MBUX sind meiner Meinung nach immer noch marktführend. Während ich finde, dass im großen Bruder der Hyper Screen ein Muss ist, ist das hier tatsächlich nicht der Fall. Und wie gesagt, für den 350er kriegt man den Hyper Screen auch gar nicht. Nichtsdestotrotz kann man sich über eine wahnsinnig gute Sprachwahl und Routen- sowie Ladeplanung freuen. Unvergleichbar aktuell. Die Routenführung ist binnen Sekunden fertig; die Lage Planung allerdings braucht ein bisschen. Das liegt daran, dass dieses System nicht nur die Topographie miteinbezieht, sondern auch Wetterdaten. Des Weiteren kann man ja auch einstellen mit wie viel Prozent man am Ziel und an der Ladesäule ankommen möchte und das bedarf einiger Rechenleistung.

Mit seinen 4,94 m ist er nicht gerade kompakt, aber auf jeden Fall noch im Bereich des Handlichen. Was aber nach wie vor fehlt, ist eine Felgen-Kamera in meinen Augen. Aber völlig egal, ob Stadt oder Autobahn, der Wagen ist einfach wahnsinnig angenehm zu fahren. Da merkt man schon, dass man in einem Mercedes sitzt. Optional und nicht serienmäßig, wie beim großen Bruder, gibt es eine Luftfederung. Die würde ich schon empfehlen, allerdings die Hinterachslenkung auch. Die gibt es bis 10,5 Grad, nur muss man dann auf Mischbereifung verzichten. Heißt, die vorderen Reifen sind genauso breit wie die hinteren, weil sonst kein Platz mehr im Radkasten ist. Wer das nicht möchte, muss sich mit 4,5 Grad begnügen.

Ja, und was die Ausstattungsliste angeht, ist es letzten Endes so, dass man bei einigen Extras sagt, das wäre schön zu haben und ist ein Muss, aber dann trifft einen der Schlag ins Gesicht. Muss selbst ich sagen, dessen Auto 178.000 € Liste kostet. Ich bin also niemand, der bei Autos geizt. Aber mit entsprechender Ausstattung landet man mit z.b. der Edition One bei locker mal 104.000 €. Achtung: Das ist nur der 350er!

Wer gerne einen Allrad und Mehrleistung möchte, der kann zum 500er greifen. Ebenfalls 90kWh Netto-Akku. Zu diesem gibt es allerdings noch keine Preise. Nur Daten. 300 kW, 408 PS, Motor vorne und hinten, während der 350er nur mit einem hinteren Motor und dementsprechend hinteren Antrieb auskommen muss. Ich rechne für den 500er locker mit einem Aufpreis von 10.000 bis 15.000 €. Da gibt es dann aber auch optional den Hyper Screen. Der alleine kostet schon 8.500 € Aufpreis. Dieser hat dann aber auch wirklich einen brutal guten Vorschub. Auch diesen bin ich gefahren und der hat natürlich mein Herz mehr erobert.

Mehr braucht es dann wirklich nicht. Allerdings darf man hier dann auch schon von 120.000 € voll ausgestattet ausgehen. Und ganz ehrlich, für eine E-Klasse ist das zu viel. Wer mit der S-Klasse die Superlative haben möchte, der muss den entsprechenden Preis zahlen. Aber ein E-Klasse, ist halt trotzdem nur eine E-Klasse und auch häufig als Taxi zu sehen.

Wer dann noch eine Differenzierung schaffen möchte, kann zu zwei AMG Modellen greifen. Einmal zum EQE 43 AMG und dann zum 53er. Der 43er ist bereits bestellbar, während der 500er noch nicht bestellbar ist. Keine Ahnung warum. Was die AMGs kosten werden, das möchte ich mir gar nicht vorstellen. Ich glaube, das lohnt den Aufpreis für die Mehrleistung nicht. Wer Leistung will, der ist mit dem 500er perfekt unterwegs. Alles völlig egal, ob ganz kleiner Motor oder größter, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 kmh. 6,2 Sekunden braucht der 350er auf 100, der 43 AMG schafft 4,2 Sekunden.

Klar muss ich sagen, dass ich bei all diesen preislichen Eskapaden lieber einen EQE 350+ voll ausgestattet hätte als einen EQS 350. Denn letzterer kostet schon im Grundpreis 97.000 €. Und der ist dann nackt.

Unterm Strich kriegt man in dieser Klasse momentan nichts Besseres als den EQE. Wie schon beim großen Bruder. Nur dieser ist halt eine S-Klasse. Aber dieses “gibt nichts Besseres” kostet einfach viel zu viel. Oder man fährt einen mit Holzbank. Will man das? Ich weiß ja nicht…

Auch in Sachen Ladetechnik merkt man natürlich den Preis, denn der Wagen hat es von komplett 0 Prozent bis 80 Prozent in nur 34 Minuten geschafft. Das waren knappe 76 kWh. Das schafft die Konkurrenz momentan nicht, außer natürlich der Audi e-tron GT mit seinem 800 Volt Ladesystem.

Eigentlich spricht alles dafür, dieses Auto wärmstens zu empfehlener. D Preis hält mich aber davon ab, wenn man das Netto-Durchschnittseinkommen in Deutschland anschaut. Wir dürfen nicht vergessen. Dafür gab es vor Einführung des Euro einen Porsche Turbo S.

Das Video zum EQE:

 


 

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  • Die Herausgeber – Tesla Fahrer und Freunde (TFF) e.V.
  • Die Herausgeber – Tesla Owners Club Helvetia (TOCH)
  • S3XY CARS Community – Alles zum großen E-Auto Event
  • Elektroauto Guru – Warum sind E-Autos eigentlich so flott?
  • Elektromobilität – WLTP-Reichweitenschwindel
  • Elektromobilität – Car Maniac E-Auto-Tests
  • Veranstaltungen – Saus & Schmaus Brandenburg electric
  • Innovator – 6.000 Hände an Franz Liebmanns Lenkrad
  • Klimaschutz – Elektromobile Bahnerfahrungen
  • Klimaschutz – Wie umweltfreundlich ist die Bahn eigentlich?
  • T&Etalk – Rückblick: Ökostrom selber erzeugen & vermarkten
  • T&Etalk – Rückblick: Kostenlos Tesla fahren! – ist das verwerflich?
  • T&Etalk – Ausblick: Aktien zu E-Mobilität & Energie
  • T&Etalk – Ausblick: E-Fahrzeug Design
  • Klimaschutz – Gefährdet Tesla die Wasserversorgung?
  • Klimaschutz – Prof. Quaschning: Putins Krieg und unser Öl und Gas
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