

Mit dem Polestar 5 wagt sich die schwedische Marke in die Klasse der leistungsstarken elektrischen Grand Tourer. Der YouTube-Kanal @carmaniac testet die Performance-Version und legt einen persönlichen Maßstab an: seinen eigenen Porsche Taycan Turbo S. Der Polestar beeindruckt ihn mit Design und Fahrleistungen, zeigt im Alltag aber auch Schwächen.
Für den Vergleich reist Carmaniac mit seinem Taycan an. So kann er die Eindrücke von beiden Fahrzeugen unmittelbar gegenüberstellen. Dabei geht es ihm um mehr als die Zahl auf dem Datenblatt: Ein leistungsstarkes Elektroauto muss für ihn auch bei Fahrwerk, Bremsen und Leistungsabgabe überzeugen. Der getestete Polestar ist allerdings ein Vorserienfahrzeug – ein Umstand, der insbesondere bei der Bewertung des Ladeversuchs eine Rolle spielt.

Die technischen Eckdaten passen zu diesem Anspruch. Die Performance-Version bietet 650 kW beziehungsweise 884 PS und 1.015 Newtonmeter Drehmoment. Laut Hersteller dauert der Sprint von null auf 100 km/h 3,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Der 112-kWh-Akku verfügt nach den im Video genannten Angaben über 106 kWh nutzbare Kapazität.
Schon die Gestaltung sorgt bei Carmaniac für Begeisterung. Die flache Silhouette, die lange Front und das markante Heck machen den über fünf Meter langen GT für ihn zu einem besonders eigenständigen Fahrzeug. Wie beim Polestar 4 gibt es keine Heckscheibe. Während der Fahrt und an der Ladestation erlebt das Team mehrfach, wie der ungewöhnliche Auftritt Interesse weckt.

Auf der Autobahn überzeugt der Polestar mit kräftiger Beschleunigung und einer aus Carmaniacs Sicht sehr stabilen Straßenlage. Selbst bei niedrigem Batteriestand empfindet er den Schub noch als beeindruckend. Eine Messung der tatsächlich verfügbaren Leistung liefert das Video allerdings nicht. Auch schnelle Spurwechsel hinterlassen bei ihm einen positiven Eindruck. Die Präzision seines Porsche erreicht der Polestar nach seiner Einschätzung nicht vollständig, liegt für ihn aber auf einem hohen fahrdynamischen Niveau.
Das adaptive Fahrwerk der Performance-Version arbeitet mit MagneRide-Dämpfern. Im Video beschreibt Carmaniac einen spürbaren Unterschied zwischen den Einstellungen: Für die Autobahn bevorzugt er die komfortablere Abstimmung. Kritischer beurteilt er die Bremsen. Am Testwagen fällt ein Wummern beim Verzögern auf; außerdem äußert er Zweifel an den Reserven bei wiederholter starker Beanspruchung. Die Ursache der Geräusche bleibt offen, eine Aussage über sämtliche Serienfahrzeuge lässt sich daraus nicht ableiten.

Beim Laden trifft ein starkes Versprechen auf ein gemischtes Testergebnis. Polestar nennt für das 800-Volt-System bis zu 350 kW DC-Ladeleistung und 22 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Im Video erreicht der Wagen kurzzeitig sogar 352 kW. Anschließend fällt die Leistung jedoch deutlich ab, sodass der Ladevorgang rund 30 Minuten dauert.
Warum die Herstellerzeit verfehlt wird, kann Carmaniac nicht abschließend klären. Für den Vorserienwagen waren Einschränkungen beim Thermomanagement angekündigt worden. Gleichzeitig gab es an der besuchten Ladestation Wartungsarbeiten und Einschränkungen der Infrastruktur. Der Versuch zeigt damit die mögliche Spitzenleistung, bestätigt aber noch keine dauerhaft reproduzierbare Ladekurve.

Auch den Verbrauch nimmt Carmaniac unter die Lupe. Auf Autobahn-Messfahrten in beide Richtungen nennt er bei weitgehend konstanten 130 km/h einen Wert von 24,9 kWh pro 100 Kilometer. Aus der nutzbaren Batteriekapazität leitet er ungefähr 400 Kilometer Reichweite mit einer kleinen Reserve ab. Diese Reichweite ist hochgerechnet und wurde nicht durch eine vollständige Fahrt bis zum leeren Akku ermittelt. Auf einem weiteren, überwiegend städtischen Abschnitt zeigt das Fahrzeug 14,7 kWh pro 100 Kilometer an. Beide Werte beschreiben die jeweiligen Testbedingungen.
Der Innenraum hinterlässt ebenfalls einen geteilten Eindruck. Carmaniac lobt zahlreiche Materialdetails, das Bowers-&-Wilkins-Soundsystem und die Ausstattung des Testwagens. Im Fond gefallen ihm das Platzangebot, das große Glasdach sowie Komfortfunktionen wie Sitzbelüftung und Massage. Gerade für Reisen zu viert sieht er hier Vorteile gegenüber seinem Taycan. Den mittleren hinteren Sitzplatz betrachtet er dagegen eher als Notlösung.

Vorne stören ihn die als hart empfundenen Sitze und die glatten Lederbezüge, auf denen er bei dynamischer Fahrt zu wenig Halt findet. Hinzu kommen Kritik an den Lenkradtasten und an der Anordnung von Getränkehaltern, Smartphone-Ablagen und kleinen Staufächern. Das Google-basierte Infotainment bietet viele Funktionen, doch nicht jede Bedienlösung überzeugt ihn im Alltag. Die Fahrassistenz beurteilt er während der Autobahnfahrt überwiegend positiv.

Beim Gepäck müssen Reisende die Fahrzeugform berücksichtigen. Nach Herstellerangaben fasst der hintere Kofferraum 365 Liter einschließlich des Fachs unter dem Ladeboden; vorne kommen 62 Liter im Frunk hinzu. Die mögliche Anhängelast von 1,8 Tonnen hebt Carmaniac als praktischen Vorteil hervor.

Entscheidend für seine Einordnung ist schließlich der Preis. Der Polestar 5 Dual Motor mit 748 PS startet laut Hersteller bei 118.600 Euro, die Performance-Version bei 141.600 Euro. Carmaniac betont deshalb, dass ein Vergleich mit deutlich teureren Konkurrenzfahrzeugen auch deren Aufpreis berücksichtigen muss.

Für ihn ist der Polestar 5 eine ernsthafte Alternative zum Taycan: eigenständig gestaltet, sehr leistungsfähig und im Fond überraschend praktisch. Ob er tatsächlich seinen Porsche ersetzen wird, lässt Carmaniac offen. Dafür müssen neben der Begeisterung beim Fahren auch Sitzkomfort, Bedienung und Stauraum passen – und beim Serienmodell die Ladeleistung unter vergleichbaren Bedingungen überprüft werden.
Abonniert gerne den Kanal von Carmaniac auf Youtube, vollständiges Video hier :
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Aus dem Inhalt:
- COMMUNITY – Auf dem Laufenden bleiben
- TESLA – Neues aus der Tesla Welt
- TESLA – Eins von 250 Fahrzeugen
- TESLA – Die Model-S-Varianten in der chronologischen Übersicht
- TESLA – Vom E-Auto zum nachhaltigen Wohlstand
- Herausgeber – TFF – Aktuelle Veranstaltungen
- Herausgeber – TOS – Reisebericht Alpenpässe
- elektrische COMMUNITY – Das Programm
- ENERGIE – Zu viel Wind- & Sonnenstrom – aber nicht mehr lange
- STROMBOCK – Warum brauchen E-Autos trotzdem ein Kühlsystem
- GESELLSCHAFT – Das bessere Leben in der Zukunft
- E-MOBILITÄT – Prof. Fichtner zeigt Vorteile der Batterietechnik auf
- KLIMASCHUTZ – Der Kampf mit der Hitze
- WIRTSCHAFT – Warum ein Weg zurück meistens ein Holzweg ist
- WIRTSCHAFT – Zwei Fabriken, zwei Welten
- FANBOY – Verwaltet, geprüft, abgehängt



