Luxus-SUV Audi e-Tron

Fahrbericht von Michael Schmitt

Audi e-Tron

Der Audi e-tron ist unter den Elektroauto-Enthusiasten ein heiß diskutiertes Luxus-SUV. Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn. Ich wollte dem Mythos e-tron genauer auf den Zahn fühlen und habe mir einen e-tron 50, also den mit dem kleinen 64 kWh-Akku, für eine Woche gemietet. Nachfolgend meine Erkenntnisse:

Schon bei der Abholung fühlte ich mich wie im heimischen Wohnzimmer. Die drei gestochen scharfen Displays für die Instrumente, Infotainment und Klimatisierung vermitteln einen modernen Eindruck. Die Verarbeitung ist Audi-typisch ohne Tadel, wobei die verwendeten Materialien an der einen oder anderen Stelle dem Klassenstandard nicht so recht entsprechen.

Nimmt man in den Komfort-Sesseln, mit wenig Seitenhalt, erst einmal Platz, ist dieser kleine Makel aber schnell vergessen. Das Luftfahrwerk hält einem die meisten Unebenheiten der Straßen vom Leibe und auch die Geräuschdämmung ist standesgemäß gut. Einzig das straßenbahnartige Geräusch der bärenstarken Elektromotoren bei niedrigen Geschwindigkeiten trübt den Gesamteindruck. Leider ein Schönheitsfehler, den sich alle e-tron-Varianten teilen. Dafür werden die Passagiere auch auf der hinteren Sitzbank mit königlichem Sitzkomfort verwöhnt. Wer allerdings sportliche Qualitäten beim e-tron sucht, der wird eher enttäuscht. Zwar liegt der Schwerpunkt recht niedrig, aber dennoch merkt man das hohe Fahrzeuggewicht bei schneller Gangart deutlich. Die Autobahn scheint für den e-tron eher das geeignete Geläuf zu sein.

Ein Fleck auf der weißen Weste, der hinlänglich bekannt sein dürfte, ist der recht hohe Verbrauch. Das Luxus-SUV ist groß, schwer und bietet dem Wind mit einer großen Stirnfläche viel Widerstand. Auf meinen rund 3.600 Kilometern pendelte sich der Verbrauch meist zwischen 25 und 30 kWh auf 100 Kilometern ein. Bedenkt man die Größe des Audis, ein noch akzeptabler Wert. Denn man bekommt mit der Größe auch ein riesiges Raumangebot geliefert. Dennoch schrumpft die realistische Reichweite doch bedenklich nahe an die 200 Kilometer-Marke.

Audi e-Tron
Fotos: Michael Schmitt

Eben noch über den recht durstigen Charakter des e-tron gegrämt, verfliegt der Ärger spätestens beim Laden an einem HPC. Denn der Audi darf zu Recht als Lademonster bezeichnet werden. Über weite Strecken lädt er mit über 120 kW und fällt erst Richtung 80 Prozent Ladestand auf unter 100 kW ab. Ein super Wert, wenn man den kleinen Akku berücksichtigt. Damit kann man auch auf langen Strecken recht flott mit dem SUV unterwegs sein. Das durchdachte Navigationssystem mit hervorragender Restreichweiten-Prognose und dem automatischen Vorschlagen möglicher Ladestationen auf der Strecke trägt seinen Teil dazu bei. An den hohen Energiekosten darf man sich aber nicht stören.

Was bleibt nach 3.600 Kilometern Audi e-tron als Fazit im Raum stehen? Audi hat mit dem e-tron vieles richtig gemacht. Wer einen komfortablen Elektro-Luxus-Dampfer sucht, der wird den e-tron lieben. Aber geht es öfter auf Langstrecke, sollte man auf jeden Fall zum e-tron 55 greifen. Der bietet den deutlich größeren Akku und kann außerdem nochmals spürbar schneller laden. Eines sollten aber alle e-tron-Fahrer mitbringen: ein dickes Sparschwein. Sieht man mal von recht günstigen Leasingangeboten für den 50er ab, treibt einem die Aufpreisliste der Ingolstädter die Tränen in die Augen. Ich fahre jetzt wieder meinen Hyundai Kona Elektro und bin froh darüber.


Der Beitrag stammt aus der Ausgabe 7. des T&Emagazin, welche hier bestellt werden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, das T&Emagazin in Wunschmenge dauerhaft zu abonnieren.



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Themen der 7. Ausgabe sind:

  • Fahrbericht zum Model Y
  • Der Trend geht zum Zweit-Tesla und die Börse reagiert
  • ABC der E-Mobilität (Teil 2)
  • Analyse Exterior Design zum Model 3
  • 1.111.111 Millionen Kilometer unterwegs mit dem Tesla
  • HEPA-Filter in neuen Tesla-Fahrzeugen
  • E-Mobilitäts-Reisen
  • Reisebericht Barcelona
  • Neue MCU?
  • Tesla und Corona
  • Virtuelles M3T
  • Neues aus der Tesla Welt
  • und vieles andere mehr.

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