Prof. Maximilian Fichtner zeigt Vorteile der Batterietechnik auf

Vortrag in Hamburg

Ein weiter unten inhaltlich wiedergegebener Fachvortrag lockte am Samstag, den 9. Mai rund 80 Besucher:innen nach Hamburg zum inzwischen fünften EAutoFrühschoppen.


Mitglieder der beiden deutschen Teslaclubs und sogar des TOS aus der Schweiz und auch Freunde und Nachbarn der Veranstalter Eva Büchter und Josef Wittmann kamen zu deren Privatadresse. Neben allen Teslamodellen, gesellten sich ein Porsche Taycane, ID 7, Mercedes CLA und weitere vollelektrische Fahrzeuge.

Ein Highlight war ein 100 % batterieelektrischer LKW von Mercedes Benz der Spedition von Fritz Hamann, mit über 400 km Reichweite.
Tesla bot Probefahrten mit dem Model Y an, und Mitfahrten mit einem FSD begleitet fahrenden Model 3.

Der eigentliche Höhepunkt war aber der Vortrag von Prof. Dr. Maximilian Fichtner über Batterien, Antriebssysteme im Vergleich untereinander. Die Erkenntnis, dass batteriebetriebene Elektroauto schlägt alle anderen um Längen. Fichtner war über 10 Jahre mit Wasserstoffforschung beschäftigt und kennt sich somit mit allen Antriebsformen aus.
Bei heißen und kalten Getränken, sowie Würsten mit Brezeln, Käsestullen und jede Menge Kuchen kamen am Rande interessante Gespräche und gute Stimmung auf.
Als wäre das nicht genug, konnten die Veranstalter dann auch noch feststellen, wie großzügig Elektroautofahrer eine Spendenbox füllen.
Die Senioren in den Wentorfer Altenheimen werden es, bei der vorweihnachtlichen Paketaktion danken.

Zusammenfassung des Fichtner Vortrags:

Die Mobilitätswende am Wendepunkt: Warum die Batterie das Rennen macht

In der aktuellen Debatte um die Zukunft des Verkehrs stehen sich oft Ideologien und technologische Hoffnungen gegenüber. Doch blickt man auf die physikalischen Fakten und die wirtschaftliche Realität, zeichnet sich ein klares Bild ab. Ein aktueller Diskurs – basierend auf den Analysen von Experten wie Prof. Maximilian Fichtner – verdeutlicht, warum das Ende des Verbrenners besiegelt ist und warum Alternativen wie Wasserstoff oder E-Fuels im Massenmarkt kaum eine Chance haben.

1. Die Ressourcen-Falle: Warum „Weiter so“ keine Option ist

Wir verbrauchen derzeit jeden Tag eine Menge Öl, die einem Tankwagenzug von der Südspitze Siziliens bis zum Nordkap entspricht. Diese Ressourcenausbeutung stößt an ihre Grenzen. Doch auch die oft zitierte Kernkraft ist keine langfristige Rettung: Der energetische Aufwand, Uran aus immer schwächeren Erzen zu fördern, steigt so massiv an, dass Kernkraftwerke in etwa 30 Jahren einen CO₂-Fußabdruck haben könnten, der dem fossiler Kraftwerke entspricht – vom Müllproblem ganz zu schweigen.

2. Der Effizienz-Check: Physik lässt sich nicht austricksen

Der entscheidende Faktor der Mobilitätswende ist der Wirkungsgrad. Hier zeigt sich eine dramatische Kluft zwischen den Technologien:

  • Batterie-Elektro (BEV): Rund 70–80 % der eingesetzten erneuerbaren Energie kommen tatsächlich am Rad an.

  • Wasserstoff (FCEV): Durch die aufwendige Kette aus Elektrolyse, Kompression (-40 °C, 700 bar), Transport und Rückverstromung in der Brennstoffzelle bleiben am Ende nur 18–20 % übrig.

  • E-Fuels: Hier ist die Bilanz noch verheerender. Man benötigt etwa die achtfache Menge an Strom, um dieselbe Strecke wie ein E-Auto zurückzulegen.

Das Fazit: E-Fuels sind eine „Champagner-Technologie“ – wertvoll für Flugzeuge oder Schiffe, aber ökonomischer Wahnsinn für den Individualverkehr.

 

3. Die stille Revolution: LFP und Cell-to-Pack

Während in Europa oft noch über „Reichweitenangst“ diskutiert wird, hat sich die Batterietechnik bereits fundamental gewandelt:

  • Abschied von kritischen Rohstoffen: Der Trend geht massiv weg von Kobalt und Nickel hin zu LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). Diese sind nicht nur sicherer (kaum brennbar) und langlebiger, sondern auch deutlich günstiger.

  • Engineering statt nur Chemie: Durch das „Cell-to-Pack“-Design (Batteriezellen so groß wie Dielenbretter statt kleiner Module) sparen Hersteller wie BYD oder CATL massiv Platz und Bauteile ein. Das Ergebnis: E-Autos in China mit 1.000 km Reichweite oder Einstiegspreise von unter 10.000 €.

  • Ladegeschwindigkeit: Moderne Systeme laden heute bereits 400 km Reichweite in weniger als 10 Minuten nach. Damit ist das Laden zeitlich kaum noch vom Tankvorgang zu unterscheiden.

4. Der Mythos vom Wasserstoff-LKW

Lange galt der Schwerlastverkehr als letzte Bastion für Wasserstoff. Doch die Ökonomie spricht eine andere Sprache. Ein Wasserstoff-LKW kostet im Betrieb pro Kilometer etwa das Dreifache eines Elektro-LKW. Zudem hebelt ein praktisches Detail den Zeitvorteil des Tankens aus: Die gesetzlich vorgeschriebene Lenkzeitpause von 45 Minuten reicht modernen E-Trucks völlig aus, um am Schnelllader genug Energie für die nächste Etappe zu fassen. Der Elektro-LKW fährt somit zur gleichen Zeit los und kommt zur gleichen Zeit an wie der Diesel – nur zu einem Bruchteil der Kosten.

5. Das „Tal der Monster“: Die Gefahr für die deutsche Industrie

Der Übergang von der alten Welt des Verbrenners in die neue Welt der Elektromobilität wird als das „Gramsci-Gap“ oder das „Tal der Monster“ bezeichnet.

„Unsere alte Welt ist am Sterben, während die neue Welt darum kämpft, geboren zu werden.“

Für deutsche Automobilhersteller ist dies ein gefährliches Terrain. Während chinesische Unternehmen vertikal integriert sind (sie bauen die Batterie, die Software und das Auto selbst), hängt die deutsche Industrie an einem komplexen Geflecht aus Zulieferern. Der Erfolg der Vergangenheit (der perfekte Verbrenner) wird hier zum Risiko für die Zukunft. In China sind bereits heute zwei Drittel der E-Autos billiger als vergleichbare Verbrenner – ein Preisdruck, der früher oder später den globalen Markt dominieren wird.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Die Entwicklung bleibt nicht stehen. Wir sehen bereits den Aufstieg der Natrium-Ionen-Batterien, die ganz ohne Lithium auskommen, und Batterien, die eine Lebensdauer von über 1,5 Millionen Kilometern versprechen.

Die Mobilitätswende ist keine Frage des Wollens mehr, sondern eine Frage der physikalischen und wirtschaftlichen Vernunft. Wer heute noch auf Verbrenner oder Wasserstoff im PKW setzt, besetzt eine schrumpfende Nische in einem global galoppierenden Markt.


 

Zentrale Fakten auf einen Blick:

  • Effizienz: E-Auto (80 %) vs. Wasserstoff (20 %).

  • Kosten: E-LKW spart bis zu 400 % gegenüber Wasserstoff-Lösungen.

  • Sicherheit: Moderne LFP-Batterien bestehen selbst Nagel-Penetrationstests ohne Feuerentwicklung.

  • Markt: China führt bei Preis und Technologie durch radikales Engineering.

Nino vom YouTube-Kanal „Strombock” hat Maximilian Fichtner im Anschluss an seinen Vortrag interviewt:  


Eine hochspannende Veranstaltung wird auch die elektrische COMMUNITY (18.-20.9.) in Fulda:

Viele weitere Infos (stets aktualisiert): www.elektrische-community.de

Tickets fürs Event, Barbecue und E-Auto-Camping sind im Shop erhältlich, einfach hier oder unten das Ticket klicken!

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