Grünere Energienetze dank Einsatz von KI

Optimierung von Energie-Infrastrukturen

Rolle mit einem E-Auto zu einem bestimmten, kleinen Wohnblock in Ost-London und das lautlose Auto trifft auf ein lautlos mit Energie versorgtes Haus. Die perfekt isolierten Wohnungen werden von Solarkollektoren mit Strom versorgt, eine Wärmepumpe heizt im Sommer und kühlt im Winter und alles wird mit Elektronik von außen gesteuert. Einer der Wohnungsbesitzer grinst: „Null Rechnungen bedeutet null Kosten“.
Alle eingesetzten sauberen Energie-Technologien sind Teil eines Programms mit bereits einigen Häusern in ganz Großbritannien, das Kraken, ein Softwarearm von Octopus Energy, betreibt. Das Energieunternehmen versorgt etwa ein Viertel von Großbritannien und bietet den Besitzern der erwähnten, kuscheligen Häuser fünf Jahre gratis Strom und Wärme im Tausch gegen die Energienutzungs-Steuerung der Häuser von außen.
Gesammelt werden Daten, mit denen eine KI trainiert wird, zum Beispiel zur Frage, wann wieviel Energie benötigt wird. In einem separaten Programm werden vergünstigte Tarife zum Laden von E-Autos angeboten, wenn diese zu Zeiten geladen werden, wenn das Stromnetz unterausgelastet ist, gesteuert wiederum von Kraken. Das Unternehmen nutzt acht Milliarden Daten von einer halben Millionen Geräte und verdient Geld durch Ausnutzen von Preisdifferenzen und Anbieten von Echtzeit-Preisen. Nebenbei wird das Stromnetz stabilisiert, weil Geräte abhängig von der Netzauslastung angesteuert werden. Außerdem verfügt Kraken über die Hälfte aller Netz-Batteriespeicher in Großbritannien. Durch die KI-optimierte Ansteuerung konnten 2024 16 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Die E-Auto-Nutzer sparten jedes Jahr auf diese Weise 375 britische Pfund. Das Kraken-Beispiel zeigt, wie mit Hilfe von KI ein zentralisiertes Top-down-Energieversorgungs-System zu einem verteilten und optimierten Netzwerk von Produzenten und Verbrauchern umgebaut werden kann.
Andere Unternehmen nutzen KI, um den Stromdurchsatz im Netz zu optimieren, ohne neue Leitungen bauen zu müssen. LineVision (Microsoft ist einer der Investoren) ist ein Unternehmen, das berührungslose Sensoren einsetzt, um die Temperatur von Überland-Leitungen und die Umweltbedingungen zu messen. Algorithmen berechnen dann auf der Basis von Wettervorhersagen die mögliche Stromlast. Auf diese Weise können Stromleitungen 20-30% mehr Strom transportieren als dies bisher möglich war. Der britische Netzbetreiber British National Grid konnte damit 600 MW mehr Windenergie-Kapazität nutzen, was heute fast 100 Offshore-Windrädern entspricht. Mehr Daten, von KI verarbeitet, helfen beispielsweise in Chile, schneller Überlastungen zu erkennen und die Standortwahl von Sonnen- und Windkraftwerken sowie Batterien zu optimieren. Auch lassen sich Fluktuationen im Stromnetz schneller erkennen, wodurch Schäden seltener auftraten.



 

Quelle: Der Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe 30 des T&Emagazins.


Und das sind die Themen der 30. Ausgabe:

  • Neues aus der Tesla Welt
  • Die Revolution der Patentstrategie bei Tesla
  • Grünere Energienetze dank Einsatz von KI
  • Die Herausgeber: Elektrische von Paris nach Dakar und zurück
  • Neues zur Elektrischen COMMUNITY 2026
  • Strombock: Höhere Benzinpreise, der perfekte Moment für den Umstieg !
  • Unser Manifest und Petition für eine zukunftsorientierte Transformation Deutschlands
  • Reisebericht: Mit Model X & Grok durch Schottland 
  • Die Herausgeber: Tesla Fahrer & Freunde e.V.
  • Powerwall 3P: Erstmals dreiphasiger Heimspeicher von Tesla
  • Besuch im Geothermiekraftwerk
  • Fanboy: Terafab

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