Runter vom Gas…. sind wir doch längst !

Wie Berlin 700 Plakate gegen Ablenkung an die Autobahn klebt und das demokratisch nennt…

Eine satirische Einordnung von Michael Selent

Gute Nachricht aus dem Bundesverkehrsministerium: Die Bevölkerung darf abstimmen. Worüber? Über bis zu 700 Autobahnplakate. Endlich ist die Bürgerbeteiligung dort angekommen, wo sie hingehört – an der Leitplanke bei Tempo 130.

Schon der Kampagnenname ist für uns ein kleiner Treppenwitz. „Runter vom Gas.” Liebes BMV: Wir wollen seit Jahren runter vom Gas. Vollständig. Bei uns kommt kein Tropfen mehr durch. Wer elektrisch fährt, hat die Aufforderung längst erfüllt – ganz ohne Motiv an der Bundesstraße. Vielen Dank, gern geschehen.

Der eigentliche Brüller steckt aber im Kleingedruckten. Zur Wahl stehen drei Plakatserien: „Kinderzeichnungen” (übrigens von KI Kindern erzeugt), „Totenillustrationen” und „Leichensäcke”. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der mündige Bürger soll demokratisch entscheiden, in welcher Verpackung ihm das Grauen am liebsten serviert wird. Kindgemalt, illustriert oder im Sack. Es fehlt nur noch der Online-Konfigurator – „Wählen Sie Ihren Lieblings-Leichensack, jetzt auch in matt.”

Und das alles unter der Überschrift „Ablenkung am Steuer”. Eine Kampagne gegen Ablenkung, deren Maßnahme darin besteht, 700 neue Ablenkungen an die Strecke zu stellen, die man beim Fahren lesen soll. Wirklich durchdacht. In Runde drei verteilen wir dann Sudokus auf der Mittelleitplanke.

Verkehrsminister Schnieder spricht derweil von „Vision Zero” und einem „Comeback der Infrastruktur”. Schön. Nur: Platz zwei der Unfallursachen ist laut eigener Statistik die unangepasste Geschwindigkeit – über 6.000 Unfälle. Es gäbe da ein Instrument, das exakt null Euro kostet, keine 700 Plakate braucht und in fast ganz Europa Standard ist. Aber pssst – das T-L-Wort sagen wir hier nicht.

Jetzt rechnen wir kurz wie Erwachsene. Plakatflächen, Kreativagentur, Druck, Montage, zwei Abstimmungsrunden, Auswertung – wofür? Dafür, dass ein abgelenkter Fahrer bei 160 ein gemaltes Skelett für eine Hundertstelsekunde streift und dann weiter aufs Handy schaut.

Stell dir vor, dasselbe Budget flösse in das, was Unfälle nachweislich senkt: in Fahrzeuge mit Notbrems- und Abstandsassistenten, in Kaufanreize für E-Autos, in Ladeinfrastruktur. Ein modernes E-Auto hält den Abstand selbst, bremst selbst, lenkt gegen, schläft nicht ein und trinkt keinen Asbach. Das ist keine Botschaft an der Leitplanke. Das ist Verkehrssicherheit, die tatsächlich fährt.

Die ehrlichste „Runter vom Gas”-Kampagne wäre schlicht eine Förderprämie. Kein Plakat hat je einen Auffahrunfall verhindert – ein Abstandsregeltempomat schon. Aber der lässt sich halt schlechter feierlich enthüllen.

Bis dahin dürfen wir abstimmen. Ich tippe auf „Kinderzeichnungen” – die einzige Serie, in der die Kinder wenigstens noch lebendig gemalt sind. Demokratie ist eben Geschmackssache.

QUELLE: PRESSEMITTEILUNG runtervomgas.de


Und das sind die Themen der 30. Ausgabe:

  • Neues aus der Tesla Welt
  • Die Revolution der Patentstrategie bei Tesla
  • Grünere Energienetze dank Einsatz von KI
  • Die Herausgeber: Elektrische von Paris nach Dakar und zurück
  • Neues zur elektrischen COMMUNITY 2026
  • Strombock: Höhere Benzinpreise, der perfekte Moment für den Umstieg !
  • Unser Manifest und Petition für eine zukunftsorientierte Transformation Deutschlands
  • Reisebericht: Mit Model X & Grok durch Schottland 
  • Die Herausgeber: Tesla Fahrer & Freunde e.V.
  • Besuch im Geothermiekraftwerk
  • Powerwall 3P: Erstmals dreiphasiger Heimspeicher von Tesla
  • Fanboy: Terafab

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