
FSD Europa: Der EU-Vote rückt weiter weg
Die wichtigste Nachricht zuerst und sie ist ein Dämpfer für alle, die auf einen schnellen EU-weiten Durchbruch gehofft hatten. Teslas Full-Self-Driving steht vor einem längeren Weg zur EU-weiten Zulassung: Das Motor-Vehicle-Komitee der EU hat für seine Sitzung am 30. Juni weitere Diskussionen statt einer Abstimmung angesetzt.
Der entscheidende Widerstand kommt aus dem Norden: Regulierer in Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen haben Einwände gegen FSD erhoben — laut von Reuters berichteter E-Mail-Korrespondenz. Ihre Bedenken betreffen den Umgang des Systems mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Performance auf vereisten Straßen und die Frage, ob der Name “Full Self-Driving” die Fähigkeiten überzeichnet. Diese Länderstimmen könnten in einer Mehrheitsabstimmung den Ausschlag geben.
Tesla nennt erstmals die komplette Warteliste
Erstmals hat ein hochrangiger Tesla-Manager (AI-VP Ashok Elluswamy) die genaue Liste der wartenden Länder öffentlich gemacht. Die Genehmigungspipeline ist eine Frage der Zählweise. Wie viele Länder warten auf FSD, hängt davon ab, was man zählt. Aktiv bearbeitet werden derzeit rund 12 Märkte mit konkretem Verfahren — darunter Großbritannien, Irland, Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Dänemark und Norwegen sowie Kolumbien und Chile in Südamerika. Die vollständige Zielliste, die Tesla-KI-Chef Ashok Elluswamy Anfang Juni auf der CVPR-Konferenz zeigte, ist deutlich länger: allein 21 EU-Länder, plus 15 weitere europäische Nicht-EU-Staaten und insgesamt über 50 Länder weltweit. Diese große Liste ist allerdings eher eine Absichtserklärung als eine konkrete Pipeline — sie zeigt, wohin Tesla will, nicht wo morgen zugelassen wird.
Wichtige Einzelentwicklungen:
Belgien macht einen konkreten Schritt.
Tesla hat die vorgeschriebenen 5.000 Kilometer FSD-Tests auf belgischen öffentlichen Straßen abgeschlossen — ein wichtiger regulatorischer Meilenstein. Die Testakte wurde formell der flämischen Mobilitätsministerin Annick De Ridder zur offiziellen Homologations-Stellungnahme vorgelegt.
Großbritannien: der meistbeobachtete Markt.
Weil das UK die EU verlassen hat, kann es die grundlegende RDW-Typgenehmigung nicht automatisch anerkennen. Die VCA muss eine eigene Bewertung durchführen. Ein Supervised-Launch wird 2026 erwartet, Unsupervised für 2027.
Software-Updates: Parental Controls & FSD-Klarstellung
Teslas Update 2026.20 ist inzwischen in der vierten Rollout-Welle und erreicht rund 9 % der Flotte. Das Update bringt Parental Controls und Sicherheitsverbesserungen. Eine neue Parental-Controls-Funktion erlaubt es künftig, Browser, Arcade und Tesla Theater zu blockieren.
Außerdem: Tesla hat ein kleineres Software-Update ausgerollt, das eine kürzliche FSD-Änderung klarstellt. Das knüpft an die Diskussion um die nachträglichen Vertragsanpassungen an, die wir zuletzt besprochen hatten.
Gebrauchte Cybertrucks erstmals im Tesla-Shop
Am 1. Juni 2026 hat Tesla erstmals gebrauchte Cybertrucks auf seiner Website zum Kauf gelistet. Ein kleines, aber bemerkenswertes Signal — der Gebrauchtmarkt für das polarisierende Fahrzeug nimmt Form an.
Finanzen: SpaceX-IPO und die TERAFAB-Wette
An der Börsen- und Strategiefront bewegt sich viel:
Die SpaceX-Börsengang-Nachfrage von Investoren liegt laut Reuters bei 150 Mrd. Dollar. Das befeuert die Spekulationen über eine engere Verknüpfung von Tesla, SpaceX und xAI.
Dazu die Chip-Offensive: Elon Musks 55-Mrd.-Dollar-TERAFAB-Vorstoß rückt die ASML-Aktie ins Zentrum des KI-Chip-Wettrennens. Das ist die Fabrik, die wir zuletzt im Q1-Kontext besprochen hatten — sie konkretisiert sich finanziell.
Zur Aktie selbst: J.P. Morgan hat Tesla hochgestuft, mit der Einordnung “This Is Underappreciated”. Gleichzeitig bleibt allerdings die Spannung bestehen (wie immer).
Europa-Markt: Erholung setzt sich fort
Teslarati berichtet von einer Erholung in mehreren europäischen Märkten im Mai 2026. Das bestätigt den Trend aus den ACEA-April-Zahlen (+46,5 % YoY Europa), den wir zuletzt besprochen hatten.
Konkurrenz & Markt
Tesla wird zunehmend nicht mehr nur als Autobauer bewertet, sondern als Systemkonzern — und steht gleichzeitig unter Druck durch härteren EV-Wettbewerb von BYD, Rückruf- und Sicherheitsprüfungen sowie uneinheitliche Europa-Ergebnisse. Auch eine kulturelle Randnotiz: Der Model 3 feierte gerade sein zehnjähriges Jubiläum — ein volles Jahrzehnt, seit das Fahrzeug erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde.
Quellen: Quellen: Teslablog, Electric Vehicles, TESLARATI, MLQ, ADAC, Electrive
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