Car Maniac: NIO ET5

Wie besonders ist ein Auto, welches man nicht laden muss, sondern dessen Akku man einfach tauschen kann? Nun, auf das Thema des Akkutausches werde ich in einem separaten Video noch mal genauer eingehen. Denn das ist in Deutschland gar nicht mal so einfach, auch wenn es schon möglich ist mit Fahrzeugen von Nio.

Wir möchten aber heute über den ET5 sprechen. Ein Auto, welches so gar nicht direkt mit seinen Mitbewerbern verglichen werden kann. Denn bei 4,80 m Fahrzeuglänge gibt es aktuell kein anderes Auto, welches über 100 kWh Akku Kapazität verfügt. Das ist schon auf jeden Fall ein Pro Argument. Und das tolle ist, am Auto an sich ändert sich gar nichts, die Basis ist immer die gleiche, aber man kann einen kleineren Akku nehmen. Das sind dann 75 kWh. Die Motorleistung bleibt die gleiche wie bei der großen Batterie: 489 PS. Diese befördern den sehr hübschen Chinesen in 4 Sekunden von 0 auf 100 km. Topspeed sind 200 kmh.

Der ET5 hat wirklich ein sehr schönes Außendesign. Er wirkt nicht so arg zurückhaltend wie Tesla. Wobei Tesla Performance mäßig wenn man das Model 3 Performance nimmt, schon deutlich drüber ist. Die Preise beginnen bei 47.500 € für den ET5. Dann hat man aber keinen Akku. Das ist doch schon eine veraltete Strategie, die man damals bei Renault mit dem Zoe gefahren hat. Allerdings gehört die Akkumiete der Vergangenheit an. Nicht hier allerdings. Wer keine 12.000 € für den kleinen oder 21.000 € für den großen Akku hinblättern will, kann einfach wahlweise 169 € im Monat für den kleinen Akku zahlen, oder 289 für den großen.

Natürlich muss man das mögen, aber die Sache mit dem Battery Swap ist es schon wert, dazu im nächsten Artikel mehr. Kommen wir mal zu den großen Vorteilen des Autos: es sieht wirklich gut aus. Es fährt sich auch wie zu erwarten sehr gut. Der Innenraum ist wirklich solide verarbeitet, zwar minimalistisch gehalten, aber qualitativ sehr gut.
 
Der Top Speed liegt bei wie gesagt 200 km/h, ist nicht abgeriegelt bei 180. Das ist finde ich wichtig, wenn man 490 PS hat.
Was leider auf die Negativseite kommt oder zumindest neutral, ist der Kofferraum mit nur 363 Litern. Das ist doch schon knapp für ein Auto von 4,80 m Länge. Einen vorderen Kofferraum gibt es nicht. Ich würde dazu raten, sich bei der Bestellung die 600 € für die Sprachassistentin Nomi zu sparen, denn sie kann schon ordentlich nerven. Gegebenenfalls kommentiert sie alles. Man kann die Funktionen von ihr auch ohne ihren Kopf haben, der aus dem Armaturenbrett ragt.
Die Assistenzsysteme sind gut, aber gehören noch nicht zur Spitzenklasse. Das liegt schlicht und ergreifend an dem Setup aus China wo alles unglaublich konservativ und vorsichtig gemacht wird. Abstände, Bremsungen und so weiter. Mit dem Lidar drauf könnte das Auto auf jeden Fall mehr.

Den Verbrauch konnte ich nicht so wirklich zu 100% zuverlässig ermitteln, denn die Anzeige zeigt immer nur die letzten 50 km an oder die letzten zehn. Wenn du da den Moment verpasst dann fängt er wieder von vorne an oder läuft durch, ich weiß es nicht genau.

Der große Vorteil bei diesem Auto ist der Batterietausch. Dieses System läuft unglaublich zuverlässig, unglaublich gut und unglaublich schnell. Nachteil: Das gibt es bislang nur dreimal in Deutschland. Bis Ende des Jahres sollen es 40 Stationen werden. Ob das dann reicht um Deutschland zu befahren, wir werden sehen.

In diesem Fall hat man aber leider zu sehr auf diese Technologie gesetzt, denn die Ladeleistung ist mit 130 kW nicht wirklich wettbewerbsfähig. Das konnte ein ID3 damals, als er rauskam. Zwar unterbietet das Auto dank einer stabilen Ladekurve die Angabe von Nio selbst und er schafft 34 Minuten von 10 bis 80%, aber das sind dann nur 62 kWh. Wenn wir Mercedes und BMW als Beispiel nehmen oder auch Tesla, schaffen diese mit den ähnlich großen Akkus fast 20 kWh mehr in gleicher Zeit.

An und für sich ist dieses Auto eine tolle Alternative für alle, die aus irgendwelchen Gründen keine deutschen Marken wollen oder keinen Tesla wollen, aber noch nicht das, was den deutschen die Butter vom Brot nehmen kann. Mit voll ausgestattet 77.000 € ist er ja auch kein Schnäppchen. Die Software ist allererste Spitzenklasse von der Schnelligkeit, der Aufbau ist genau wie bei Tesla, aber die Sprachwahl lässt leider doch zu wünschen übrig. Das liegt aber auch nicht am nicht können sondern daran, dass man das ganze halt noch ein bisschen an deutsche Verhältnisse anpassen muss.

Car Maniacs Video zum NIO ET5:


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Inhalt der 18. Ausgabe des T&Emagazin:

  • Leser:innen-Reaktionen
  • Editorial – YouTube Ambitionen
  • Tesla Welt – David Reich: News des Quartals
  • Tesla – Timo Schadt: Model X Plaid
  • Tesla – Bei Carwow in England
  • Innovator – Warum kein Tesla Model X Plaid für Thomas Haack?
  • Tesla – Timo Schadt: Folierung extrem
  • Twitterspace – Tesla Community
  • Elektrische Community – Community-Event am 23. Sept.
  • Die Herausgeber – Tesla Fahrer und Freunde (TFF) e.V.
  • Die Herausgeber – Tesla Owners Switzerland
  • Gesellschaft – Gendern abschaffen?
  • Elektromobilität – Dr. Heiko Behrendt: Rama-Familie fährt E-Auto
  • Elektromobilität – Wie Elektromobilität alles verändern kann
  • Elektromobilität – Car Maniac E-Auto-Tests
  • Elektromobilität – Martin Hund: Batterie-Rohstoffe
  • Elektromobilität – Die HU und die Bremse
  • Elektromobilität – eROCKIT – Pedalgesteuertes Elektromotorrad
  • Elektroauto Guru – Antonino Zeidler: Zu wenig Ladestationen
  • Klimaschutz – Stefan Lenz: Wie Ölkonzerne Meinung machen
  • T&Etalk – Karsten Klees, Martin Hund & Nicole Krause zum Investor Day
  • Wirtschaft – Henning Frey: Strompreise
  • Klimaschutz – Thorsten Bonzio: Photovoltaik, Wärmepumpe & E-Auto
  • Klimaschutz – Dieter Behrendt: Wir stehen auf Wärme
  • Reiseplanung – Stefan Eichler: Mit E-Auto und Wohnwagen
  • Fanboy – Gabor Reiter: Vision only-Technologie

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