Deutschland will unabhängiger werden: 88 Prozent für mehr Energie aus heimischen Quellen

Große Mehrheit sieht Landwirtschaft als Teil der Lösung – aber kaum Bereitschaft, mehr zu zahlen

Quelle Infografik: T&Emagazin & Nano Banana

Steigende Energiepreise, geopolitische Krisen und unsichere Lieferketten prägen aktuell die energiepolitische Debatte in Deutschland. Eine neue, repräsentative Umfrage von civey im Auftrag des Forum Moderne Landwirtschaft zeigt deutlich: Die Bevölkerung wünscht sich eine stärkere Unabhängigkeit von Energieimporten und sieht in der heimischen Landwirtschaft einen wichtigen Teil der Lösung.

Rund 88 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Energieversorgung stärker aus heimischen Quellen zu decken, um unabhängiger vom Ausland zu werden. Gleichzeitig schreibt eine große Mehrheit der Landwirtschaft eine zentrale Rolle in der zukünftigen Energieversorgung zu.

„Die Ergebnisse zeigen sehr klar: Die Menschen wollen mehr Energie aus Deutschland und sie trauen der Landwirtschaft zu, Teil dieser Lösung zu sein”, sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft. „Das ist ein starkes Signal für eine Energiepolitik, die stärker auf regionale Kreisläufe und vorhandene Potenziale setzt.”

Landwirtschaft als Teil der Energiewende

Landwirtschaftliche Betriebe produzieren schon heute nicht nur Lebensmittel, sondern auch Energie – etwa durch Biogas, Photovoltaik, Windkraft oder Biomasse. Diese Rolle ist in der Gesellschaft längst angekommen: Eine deutliche Mehrheit der Befragten sieht in der Landwirtschaft einen wichtigen Akteur für die Energieversorgung der Zukunft.

Besonders hoch ist die Zustimmung dort, wo Energieproduktion als Teil funktionierender Kreisläufe verstanden wird. So stimmen über 82 Prozent der Aussage zu, dass landwirtschaftliche Reststoffe wie Gülle, Mist oder Erntereste sinnvoll zur Energieerzeugung genutzt werden können.

Auffällig sind dabei Unterschiede zwischen den Generationen: Während ältere Befragte der Landwirtschaft eine besonders wichtige Rolle in der Energieversorgung zuschreiben, zeigen sich jüngere Menschen bei einzelnen Lösungen – etwa bei Biokraftstoffen – deutlich skeptischer. Gleichzeitig besteht bei der Nutzung von landwirtschaftlichen Reststoffen über alle Altersgruppen hinweg ein breiter Konsens.

Klare Priorität: Lebensmittel vor Energiepflanzen

Gleichzeitig macht die Umfrage deutlich, dass die Bevölkerung sensibel auf Zielkonflikte reagiert. Eine klare Mehrheit (62 Prozent) spricht sich dafür aus, dass landwirtschaftliche Flächen in erster Linie für die Lebensmittelproduktion genutzt werden sollten. Energieproduktion wird also vor allem dann unterstützt, wenn sie nicht in Konkurrenz zur Ernährung steht.

„Die Menschen erwarten zu Recht, dass Ernährungssicherung oberste Priorität hat”, sagt Fließ. „Die Herausforderung besteht darin, Energieerzeugung so zu gestalten, dass sie diese Priorität ergänzt und nicht infrage stellt.”

Großer Widerspruch: Zustimmung ja – Mehrkosten nein

So groß die Zustimmung zu regionaler Energie ist, so deutlich ist auch ein zentraler Konflikt: Fast drei Viertel (74 Prozent) der Befragten sind nicht bereit, für Energie aus regionalen landwirtschaftlichen Reststoffen mehr zu bezahlen.

Damit zeigt die Umfrage eine klare Diskrepanz zwischen Anspruch und Zahlungsbereitschaft.

„Die Ergebnisse zeigen einen zentralen Zielkonflikt unserer Zeit”, so Fließ. „Der Wunsch nach unabhängiger und nachhaltiger Energieversorgung ist groß. Gleichzeitig erwarten die Menschen, dass diese Lösungen bezahlbar bleiben. Genau hier liegt die zentrale Aufgabe für Politik und Markt.”

Vertrauen liegt bei Wissenschaft und Landwirtschaft

Wenn es um Informationen zur Bioenergie geht, genießt die Wissenschaft (60 Prozent) das größte Vertrauen in der Bevölkerung, gefolgt von den Landwirtinnen und Landwirten (33 Prozent) selbst. Politik, Medien und Energieunternehmen schneiden dagegen deutlich schwächer ab.

Für das Forum Moderne Landwirtschaft ist das ein klarer Auftrag: „Landwirtschaft steht im direkten Austausch mit der Gesellschaft und genießt hohes Vertrauen“, sagt Fließ.„Diese Rolle wollen wir nutzen, um die Energiewende verständlich und konkrete Lösungen sichtbar zu machen.”

Energiepolitik ist Gesellschaftspolitik

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich: Die Frage der Energieversorgung ist längst mehr als eine technische oder wirtschaftliche Herausforderung. Sie ist eine zentrale gesellschaftspolitische Frage – zwischen Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Bezahlbarkeit und regionaler Wertschöpfung.

Die Landwirtschaft kann dabei eine Schlüsselrolle einnehmen, wenn es gelingt, diese Zielkonflikte transparent zu machen und praktikable Lösungen zu entwickeln.

QUELLE: PRESSEMITTEILUNG Forum moderne Landwirtschaft 


Und das sind die Themen der 29. Ausgabe:

  • Neues aus der Tesla Welt
  • Ende der unrühmlichen FSD-Geschichte: Hoffnung auch für ältere Teslas
  • Der unboxed Process bei Tesla: Fahrzeug Produktion neu gedacht
  • Nachhaltig unterwegs: Mit Tesla Model und BlaBlaCar gegen gängige Mythen
  • Die Herausgeber: Tesla Fahrer und Freunde E.V.
  • Die Herausgeber: Swiss Tesla Days: Das Schweizer Highlight für die Tesla-Community
  • Elektrische Community 2026
  • Strombock: Elektroauto-Förderung 2026: Wie nutzt du die Förderung für dich?
  • Der Pommes-Män im Gespräch: Jenseits der Fritteuse
  • Der Berg im Nebel: Zur Strategie der Automobilindustrie
  • Mobilität: Warum autonomes Fahren alles verändert
  • Außerirdische Intelligenz: KI im Weltall
  • Nachhaltigkeit: Die Quadratur des Dreiecks
  • Osmose-Kraftwerk: Salzkraft
  • Klimaschutz: Eskalation im Klimawandel
  • Fanboy: Grok im Tesla

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