Daimler AG in der Kritik

Daimler AG steigert Gewinn und Dividende auf Kosten von Belegschaft und Steuerzahlenden – Konzern muss jetzt Enddatum für Verbrenner benennen statt weiter auf Plug-in-Hybride zu setzen.

Mitten im Corona-Krisenjahr hat die Daimler AG die Gewinne und Dividenden gesteigert. Neben Mehrwertsteuersenkung und Kurzarbeitergeld haben hierzulande vor allem die Kaufbeihilfen für Plug-in-Hybride und Elektroautos Wirkung gezeigt. „Die im Vergleich zu 2019 sogar höhere Dividende für die Aktionärinnen und Aktionäre wurden wesentlich von der Belegschaft und den Steuerzahlenden mitfinanziert,” kritisiert Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Mitglied im Vorstand des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

Während große Teile der Belegschaft in Kurzarbeit gehen mussten und finanzielle Einbußen erlitten, erhöhte sich die Dividende im vermeintlichen Branchen-Krisenjahr sogar. 

Hilgenberg: „Im Geschäftsjahr 2020 hat die Daimler AG gezeigt, dass sie sich eher den Aktionärinnen und Aktionären als den Mitarbeitenden verpflichtet fühlt. Wer die Autolobbyisten des Verbandes der Automobilindustrie, die auch die Daimler AG im politischen Berlin vertreten, und ihre ständigen Rufe nach neuen staatlichen Kaufbeihilfen noch im Ohr hat, kann sich nur wundern. Trotz oder gerade wegen der Corona-Krise verzeichnete die Daimler AG im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung.”

Die staatlichen Kaufbeihilfen haben zudem dazu beigetragen, dass der Konzern mit dem Verkauf einer großen Zahl von Plug-in-Hybriden und ihren unrealistisch niedrigen, offiziellen Verbrauchswerten auch den CO2-Flottengrenzwert der EU erreicht. Obwohl diese Fahrzeuge auf der Straße im Vergleich zu reinen Verbrennerfahrzeugen oft sogar höhere Kraftstoffverbräuche haben und ohne jeden Nachweis darüber, ob diese Fahrzeuge überhaupt elektrisch geladen und gefahren werden. Ein zwar völlig legales, aber nicht unbedingt legitimes Verhalten der Daimler AG.

„Wer sich nachhaltigen Luxus auf die Fahnen schreibt, muss sich an diesem Slogan messen lassen. Große, schwere Plug-in-Hybride, die in der Realität ein Vielfaches an Treibstoff verbrauchen und damit CO2 ausstoßen, sind das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Sie sind Ressourcenverschwender. Statt weiterhin solche Mogelpackungen auf den Markt zu bringen, sollte die Daimler AG ihren öffentlichen Aussagen zu einer elektrischen Zukunft im Pkw-Bereich Taten folgen lassen: Die neue Mercedes-Benz AG muss endlich ein zeitnahes Enddatum für den Verbrenner benennen. Aber natürlich ist nicht jedes E-Auto gleich ein Ökomobil. Auch hier müssen strenge Umwelt-, Effizienz- und Ressourcenstandards gelten,” so Hilgenberg.

Vollelektrischer Mercedes EQC Foto: Timo Schadt
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