

Über fünf Meter lang, schick gezeichnet und mit einer Ladeleistung, die der Konkurrenz davonfährt: Der Xpeng P7+ greift VW ID.7, BMW i5 und Audi A6 an – zum Einstiegspreis des Volkswagen. Eine erste Testfahrt von JÖNOHS @Youtube in Barcelona offenbart enorme Stärken und ein paar überraschende Schwächen.
Bislang war die chinesische Marke Xpeng in Deutschland vor allem für technische Raffinessen und zwei SUVs bekannt. Mit dem P7+ kommt nun eine über fünf Meter lange Elektro-Limousine im Coupé-Stil – und damit ein direkter Angriff auf BMW i5 und Audi A6, allerdings zu einem Preisniveau, bei dem ein VW ID.7 in der Topversion erst anfängt. Der Einstieg liegt bei knapp über 40.000 Euro. In einem ersten Test ging es mit dem Fahrzeug durch Barcelona, über Land und auf die Autobahn.

Design und Format
Optisch fällt der P7+ auf: durchgezogenes Leuchtenband, nach unten abfallende Tagfahrlicht-Signatur, dazu eine Matrix-Lichttechnik. Die lange Motorhaube verbirgt allerdings keinen Frunk – ein nachvollziehbarer Kritikpunkt. Die 19-Zoll-Räder wirken für die Fahrzeuggröße fast etwas klein. Seitlich fallen die rahmenlosen, Volvo-ähnlichen Außenspiegel mit jeweils zwei Kameras auf, eine weitere sitzt im Schweller; die Türgriffe öffnen elektrisch bei Annäherung. Das Heck zieht sich lang nach unten, das Glasdach geht als ein Element in die Heckscheibe über. Die fast zwei Meter Breite sind dem Wagen auf jede Entfernung anzusehen.

Kofferraum
Hinter der großen Heckklappe – der P7+ ist ein Liftback, keine klassische Stufenhecklimousine – verbirgt sich ein üppiger Kofferraum mit 570 Litern nach VDA. Praktisch ist die Aufteilung in einen großen oberen Bereich und einen sehr geräumigen Subtrunk darunter, in den etwa ein Handgepäckkoffer passt, während oben Kinderwagen oder große Gegenstände Platz finden.

Innenraum
Innen gibt sich der P7+ hochwertig, wahlweise in Grau oder Weiß, mit durchgehender Ambientebeleuchtung, gekühlten induktiven Ladeschalen und einem großen, über 15 Zoll messenden Infodisplay. Die Software läuft schnell und flüssig, bietet Splitscreen, eine intelligente Routenplanung samt Ladestopps sowie kabelloses Apple CarPlay und Android Auto. Das gesamte Cockpit mit 15,6-Zoll-Display, Head-up und kleinem Fahrerinfodisplay erinnert stark an den VW ID.7. Die Sitze überzeugen mit Komfort, sehr guter Massage und gutem Sounddesign – und das vorne wie hinten. Im Fond lassen sich die Sitze per Türschalter verstellen, die Rückbank klappt im Verhältnis 40:20 weit um, und über einen Touchscreen im Fond lassen sich Klima, Sitzheizung, Massage und sogar die Position des Beifahrersitzes steuern. Den ausklappbaren Tisch kann man bei einer Körpergröße von 1,75 Metern allerdings kaum zum Arbeiten nutzen.

Fahren
In der Stadt ist der P7+ bemerkenswert leise – Active Noise Cancelling und Dämmung leisten ganze Arbeit, lediglich ein dezenter „Spacy”-Sound unterhalb von 30 km/h bleibt (abschaltbar). Neu und im Alltag sehr nützlich ist der Stopp-Modus, der über das XPedal bis in den Stillstand rekuperiert. Mit gut 300 PS an der Hinterachse und elektrisch verstellbarem Fahrwerk fährt sich die Limousine dynamisch; im Komfortmodus lässt sie sich Zeit, im Sportmodus reagiert der Antrieb direkter, samt zugeschaltetem Sound.
Auf der Autobahn überzeugt der „Pilot”: Spurwechsel und Überholmanöver erledigt das System souverän und zuverlässig, Totwinkel- und Rückfahrkamera lassen sich ins Head-up einblenden. Schwächen zeigen sich, wenn Kurven enger werden – dann zieht sich das System zu früh wieder heraus. Deutlich störender sind die teils diffusen Warntöne: Mehrfach ist unklar, worauf das Auto hinweist, und die Aufforderung, die Hände ans Lenkrad zu nehmen, kommt selbst dann, wenn sie längst fest dort liegen.


Akku, Reichweite und Verbrauch
Etwas knapp wirken die Akkugrößen: 61 oder knapp 75 Kilowattstunden. Die Long-Range-Variante mit Heckmotor ist mit 530 Kilometern nach WLTP angegeben – ein Wert, den manche Kompakt-SUVs mit ähnlich großer Batterie ebenfalls erreichen, was bei einer windschlüpfigen Limousine Fragen aufwirft. Auf einer rund 130 Kilometer langen Autobahnetappe (überwiegend 100, teils 120 km/h) lag der Verbrauch topografisch ausgeglichen bei 18,1 kWh/100 km – ein ordentlicher, aber kein herausragender Wert; ein VW ID.7 dürfte ähnlich liegen. Aussagekräftiger wird das erst ein ausführlicher Test in Deutschland.
Laden
Hier spielt der P7+ seine große Stärke aus. Angegeben sind 350 kW Spitzenleistung für die kleine, 450 kW für die große Batterie. An einer 350-kW-Säule zog der Wagen die volle Leistung, hielt sie ausgesprochen lange (über 50 Prozent noch mehr als 300 kW, bei 80 Prozent rund 200 kW) und schaffte 10 auf 80 Prozent in nur etwa zwölfeinhalb Minuten – Xpeng selbst nennt unter Idealbedingungen rund zwölf Minuten. In dieser Zeit fließen etwa 60 kWh nach; bei der Ladeleistung ist Xpeng der Konkurrenz derzeit deutlich voraus.


Fazit
Der Xpeng P7+ macht vieles besser als ein VW ID.7 – bei Ladeleistung, Ausstattung, Features und Komfort liegt er vorn, und selbst BMW i5 und Audi A6 können nur bedingt mithalten. Beim Laden ist die Marke aktuell konkurrenzlos. Offen bleiben Fragen beim Verbrauch und der für die Fahrzeugklasse eher knappen WLTP-Reichweite, dazu kommen der fehlende Frunk und die nervigen Warntöne. Wie sich die Limousine auf der deutschen Autobahn schlägt, muss ein ausführlicher Test zeigen – das Potenzial ist jedenfalls beträchtlich.
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Und das sind die Themen der 30. Ausgabe:
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- Die Herausgeber: Elektrische von Paris nach Dakar und zurück
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- Die Herausgeber: Tesla Fahrer & Freunde e.V.
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