E-Autos mit 16,3 Prozent Rabatt, Verbrenner mit 19,6 Prozent

abgase klima gas verbrenner umwelt schädlich

Die Preisnachlässe beim Neuwagenkauf entwickeln sich je nach Antriebsart unterschiedlich. Nach einer aktuellen Auswertung des privaten Forschungsinstituts Center Automotive Research (CAR) in Bochum betrug der durchschnittliche Nachlass auf die Listenpreise der untersuchten reinen Elektroautos im Oktober 2026 16,3 Prozent. Bei Benzin- und Dieselmodellen waren es 19,6 Prozent. Für Plug-in-Hybride ermittelte das Institut 20,3 Prozent.

Damit liegt der gemeldete durchschnittliche Rabatt auf Elektroautos um 3,3 Prozentpunkte unter dem Wert der Verbrenner. Das ist ein Unterschied zwischen Rabattsätzen, nicht die Aussage, dass jedes Elektroauto um 3,3 Prozent teurer angeboten wird. Schon die Listenpreise der einzelnen Fahrzeugmodelle unterscheiden sich erheblich.

Wie aus der von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verbreiteten Auswertung hervorgeht, erhöhten Hersteller und Handel ihre Nachlässe auf Verbrenner und Plug-in-Hybride zuletzt leicht. Bei batterieelektrischen Autos gingen sie hingegen zurück. Für Neuwageninteressenten ist deshalb nicht nur die technische Entwicklung der Fahrzeuge relevant, sondern auch der Zeitpunkt des Angebots.

Preisabstand steigt wieder auf mehr als 2.900 Euro

Laut CAR war ein Elektroauto in der untersuchten Angebotsauswahl im Oktober nach Abzug der Rabatte durchschnittlich mehr als 2.900 Euro teurer als ein Verbrenner. Im Dezember 2025 hatte die Differenz noch 1.328 Euro betragen.

Zwischenzeitlich verlief die Entwicklung anders: Für September 2026 hatte das Institut einen durchschnittlichen Abstand von 2.124 Euro angegeben, also 125 Euro weniger als im August. Wie die Tagesschau Anfang Oktober berichtete, war der Preisnachlass bei Elektroautos im September auf 17,9 Prozent gestiegen, nach 17,4 Prozent im August. Der Oktoberwert von 16,3 Prozent stellt damit eine Umkehr dieser jüngsten Rabattentwicklung dar.

Die Monatswerte zeigen, dass sich die Preislücke nicht gleichmäßig in eine Richtung bewegt. Sie sind eine Momentaufnahme der jeweils beobachteten Angebote. Eine Prognose für die kommenden Monate lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Was hinter den Durchschnittswerten steckt

Für die Berechnungen betrachtet CAR regelmäßig die jeweils 25 meistverkauften Elektroauto- und Verbrennermodelle in Deutschland. Bei den Plug-in-Hybriden werden nach der dpa-Berichterstattung 20 besonders häufig verkaufte Modelle berücksichtigt. Das Institut ermittelt aus Listenpreisen und beobachteten Nachlässen rechnerische Angebotspreise, die in der Berichterstattung auch als Transaktionspreise bezeichnet werden.

Diese Unterscheidung ist entscheidend: Ein Listenpreis ist zunächst die Preisempfehlung des Herstellers. Der rechnerische Angebotspreis berücksichtigt veröffentlichte Rabatte, etwa aus dem Internet oder von Vermittlern. Der tatsächlich vertraglich vereinbarte Kaufpreis kann von einem solchen Wert abweichen, beispielsweise durch individuelle Verhandlungen, Sonderausstattung, Finanzierungsbedingungen oder weitere Aktionen.

Ebenso wenig werden bei dem Vergleich dieselben Modelle mit unterschiedlichen Antrieben paarweise gegenübergestellt. Die 25 meistverkauften Elektroautos und die 25 meistverkauften Verbrenner bilden jeweils eine eigene Auswahl. Fahrzeuggröße, Ausstattung und Marktposition können variieren. Die errechnete Differenz von mehr als 2.900 Euro ist daher kein allgemeingültiger Aufpreis, den Käufer für die elektrische Version eines bestimmten Autos zahlen müssten.

Auch Veränderungen in der Zusammensetzung der meistverkauften Modelle können Durchschnittswerte beeinflussen. Für die Einordnung der Entwicklung wäre eine vollständige Aufschlüsselung nach einzelnen Modellen, Ausstattungen und Gewichtungen hilfreich.

Rechenbeispiel: Was bedeuten 3,3 Prozentpunkte Rabattunterschied?

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt die Wirkung der gemeldeten Rabattsätze. Bei einem angenommenen Listenpreis von jeweils 40.000 Euro würde sich folgende Rechnung ergeben:

  • Reines Elektroauto mit 16,3 Prozent Nachlass: 6.520 Euro Rabatt, rechnerischer Angebotspreis 33.480 Euro.
  • Verbrenner mit 19,6 Prozent Nachlass: 7.840 Euro Rabatt, rechnerischer Angebotspreis 32.160 Euro.
  • Differenz bei identischem hypothetischem Listenpreis: 1.320 Euro.

Diese Zahlen sind keine konkreten Händlerangebote und keine CAR-Einzelpreise. Sie verdeutlichen lediglich den mathematischen Effekt unterschiedlicher prozentualer Rabatte. In der Praxis muss jedes tatsächlich angebotene Fahrzeug anhand seines eigenen Listenpreises, seiner Ausstattung und seines verbindlichen Endpreises verglichen werden.

Förderung kann das Bild deutlich verändern

Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos ist in den genannten CAR-Preisvergleichen nicht pauschal eingerechnet. Das Bundesumweltministerium bestätigt für das 2026 eingeführte Förderprogramm, dass private Käufer und Leasingnehmer unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse erhalten können. Förderfähig sind erstmals in Deutschland zugelassene Neuwagen ab dem 1. Januar 2026; Anträge sind seit dem 19. Mai 2026 möglich.

Für ein reines batterieelektrisches Auto beträgt die Basisförderung 3.000 Euro. Abhängig vom zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen und von der Zahl berücksichtigungsfähiger Kinder kann sie auf bis zu 6.000 Euro steigen. Bei förderfähigen Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Range-Extender liegt die Basisförderung bei 1.500 Euro. Für diese Antriebsarten gelten zusätzliche technische Anforderungen.

Die allgemeine Einkommensgrenze liegt nach Angaben des Ministeriums bei 80.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen. Sie erhöht sich bei bis zu zwei minderjährigen Kindern um jeweils 5.000 Euro. Die Förderhöhe selbst steigt bei niedrigeren Einkommen und durch Kinderzuschläge. Entscheidend ist das zu versteuernde Einkommen, nicht unmittelbar das Bruttogehalt oder der monatliche Nettolohn.

Im hypothetischen 40.000-Euro-Beispiel würde sich der rechnerische E-Auto-Preis von 33.480 Euro bei bewilligter Basisförderung von 3.000 Euro auf eine effektive Belastung von 30.480 Euro reduzieren. Bei voller Förderhöhe von 6.000 Euro wären es 27.480 Euro. Ohne Förderberechtigung bliebe es bei 33.480 Euro. Ob der Zuschuss tatsächlich gewährt wird, hängt von der individuellen Prüfung und den Programmvoraussetzungen ab; die Förderung ist kein automatischer Händlerrabatt.

Warum gehen die Elektroauto-Rabatte zurück?

Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer führt den sinkenden Rabattdruck bei Stromern laut dpa unter anderem auf hohe Kraftstoffpreise zurück. Seine Erklärung: Wenn Benzin und Diesel teurer werden, erscheint der Wechsel zu einem Elektroauto für zusätzliche Käufer attraktiver. Hersteller und Händler haben dann möglicherweise weniger Anlass, die Nachfrage durch großzügige Preisabschläge zu stützen.

Das ist eine marktökonomische Einschätzung des Studienleiters, kein durch die veröffentlichten Rabattzahlen allein nachgewiesener Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Auch staatliche Kaufanreize, neue Modelle und die Angebotsstrategien einzelner Hersteller können den Markt beeinflussen. Die im Oktober beobachtete Entwicklung belegt zunächst, dass die ausgewiesenen Rabatte unterschiedlich ausfielen.

Bei den Plug-in-Hybriden zeigt sich zudem, wie stark einzelne aggressive Angebote auffallen können. Nach Angaben der dpa-Auswertung war für den BYD Seal 6 ein Nachlass von knapp 38 Prozent zu beobachten. Daraus lässt sich allerdings weder ein branchenweiter Standardrabatt noch die dauerhafte Verfügbarkeit eines solchen Angebots ableiten.

Was Käufer beim Preisvergleich beachten sollten

Für einen belastbaren Vergleich zählt am Ende nicht der größte beworbene Rabatt, sondern die Gesamtrechnung für ein konkret ausgestattetes Fahrzeug. Sinnvoll ist es, den schriftlich angebotenen Endpreis einschließlich Überführung und gegebenenfalls weiterer Gebühren zu ermitteln. Bei Leasing oder Finanzierung müssen Laufzeit, Anzahlung, Zinsen, Restwertbedingungen und Kilometergrenzen berücksichtigt werden.

Bei Elektroautos gehört eine mögliche staatliche Förderung getrennt in die Kalkulation. Hinzu kommen die laufenden Kosten: Strompreise und tatsächliche Lademöglichkeiten, Kraftstoffverbrauch, Versicherung, Wartung, Steuern und der erwartete Wertverlust können die Gesamtwirtschaftlichkeit erheblich verändern. Die CAR-Rabattwerte allein erfassen diese Faktoren nicht.

Die aktuelle Auswertung deutet damit auf geringeren Preisnachlass bei beliebten Elektroautos im Oktober hin. Sie liefert aber keinen pauschalen Beweis, dass der Verbrenner für jeden Haushalt die günstigere Wahl ist. Dafür sind konkrete Angebote, Förderberechtigung und individuelle Nutzung ausschlaggebend.


Die Zeitschrift kann gegen Übernahme der Porto- und Versandkosten an dieser Stelle bestellt werden.

https://shop.temagazin.de/produkt/magazin/temagazin-31-ausgabe/

Aus dem Inhalt:

  • COMMUNITY – Auf dem Laufenden bleiben
  • TESLA – Neues aus der Tesla Welt
  • TESLA – Eins von 250 Fahrzeugen
  • TESLA – Die Model-S-Varianten in der chronologischen Übersicht
  • TESLA – Vom E-Auto zum nachhaltigen Wohlstand
  • Herausgeber – TFF – Aktuelle Veranstaltungen
  • Herausgeber – TOS – Reisebericht Alpenpässe
  • elektrische COMMUNITY – Das Programm
  • ENERGIE – Zu viel Wind- & Sonnenstrom – aber nicht mehr lange
  • STROMBOCK – Warum brauchen E-Autos trotzdem ein Kühlsystem
  • GESELLSCHAFT – Das bessere Leben in der Zukunft
  • E-MOBILITÄT – Prof. Fichtner zeigt Vorteile der Batterietechnik auf
  • KLIMASCHUTZ – Der Kampf mit der Hitze
  • WIRTSCHAFT – Warum ein Weg zurück meistens ein Holzweg ist
  • WIRTSCHAFT – Zwei Fabriken, zwei Welten
  • FANBOY – Verwaltet, geprüft, abgehängt

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.