Mercedes EQB im Car Maniac E-Auto-Test

Mercedes EQB

Die großen Player im Mittelklassebereich bei den Elektroautos heißen eindeutig VW ID.4, Skoda Enyaq, Tesla Model 3, aber natürlich auch der Audi Q4 e-tron. Nicht zu vergessen ist auch der Ford Mustang Mach E. Jetzt gesellt sich jemand neues altes dazu, könnte man sagen: der Mercedes EQB.   

Warum neues altes? Nun, das Fahrzeug basiert auf dem Verbrenner, dem GLB. Man betrachtet die elektrische Variante schon mit einem etwas kritischen Auge, denn der EQC damals hat mit seinen wirklich schlechten Verkaufszahlen gezeigt, dass ein Elektroauto allein nicht reicht. Es muss auch der Konkurrenz standhalten können. Dabei ist es doch eigentlich ein wirklich tolles, schönes und elegantes Auto, welches exzellente Fahreigenschaften hat. Ähnlich ist es auch beim EQB. Somit ist er vergleichbar mit dem ID4 GTX oder dem Skoda Enyaq beziehungsweise seiner RS Variante, die ja noch kommt.

Mercedes EQB

Die stärkere beider Varianten schafft den Sprint von 0 auf 100 in 6 Sekunden. Somit ist sie schneller als die Konkurrenz. Das war schon zwischen EQC und e-tron der Fall. Der Mercedes hatte einfach den besseren Antritt, aber dafür auch die schlechtere Ladeleistung sowie den kleineren Akku.  

Und leider geht es auch so weiter. Während die Konkurrenz mit 77 kWh Akkus aufwartet und der Mustang Mach E sogar mit 98 kWh, sind es beim Mercedes vergleichbar schwache 66,4 kWh netto.  

Das zeigt rein rechnerisch: wenn er genauso viel verbraucht wie der ID.4, hat er auch 50 Kilometer weniger Reichweite. Und genau das hat der Test auf der Autobahn gezeigt. Bei konstant 130 km/h über den Tempomaten verbraucht der Mercedes 23 kWh. Und das sogar schon ausgeglichen durch Richtungswechsel. Das ist gar kein schlechter Wert für einen 7-Sitzer, der eine ziemliche Kastenform hat. Ich hätte einen höheren Verbrauch erwartet. Einziges Problem ist die Akkugröße. Damit legt sich Mercedes ein paar Steine in den Weg.

An der Ladesäule wiederum zeigt er seine Stärke: trotz nur 100 kW maximaler Ladeleistung – im Gegensatz zu VW, welche 125kW bieten – schafft er 50 kWh in 31 Minuten nachzuladen. Genauso schnell also wie der ID.4. Allerdings kommt bei ID.4 und beim Skoda ein Update, welches die Ladezeit um 9 Minuten verringert, also von 37 auf knapp 28 Minuten für 10 auf 80 Prozent. Damit hat der Mercedes dann das Nachsehen.

Mercedes EQB

In Sachen Innenraum punktet er natürlich wieder, da merkt man schon noch den Unterschied zwischen einem Volkswagen und einem Mercedes. Viel mehr als die Verarbeitung oder die Qualität gefällt mir aber persönlich das MBUX System, welches in meinen Augen nach wie vor federführend ist. Die Darstellung des ganzen Systems sowie auch die Navigation sind schon merklich besser als die der Konkurrenz. Die Ladeplanung ist wirklich super, es wird Topographie miteinbezogen sowie auch Temperaturen auf der Strecke. Ebenso kann man für das Ziel und auch für die Ladestopps einen gewünschten Ladestand einstellen. Das Sprachsystem funktioniert ebenfalls einwandfrei.

Mercedes EQB

Nun zum Platz im 7-Sitzer: Wunder darf man keine erwarten. In der dritten Sitzreihe zum Beispiel darf man nur sitzen, wenn man unter 1,65 m groß ist. Kindersitze passen zwar rein, aber der Platz zum vorderen Sitz wird für die Kinderbeinchen wohl eine Tortur.

Mercedes EQB

Summa summarum muss ich natürlich ehrlich sagen, dass mir und auch vielen anderen Menschen ein Mercedes vor der Garage besser gefällt als ein Volkswagen oder Skoda. Aber im Falle dieses Mercedes müsste ich mich tatsächlich für die Konkurrenz entscheiden, denn da sind Ladeleistung und vor allem Akkugröße einfach überzeugender. Auch die Platzverhältnisse sind beim Skoda ganz speziell besser, selbiges gilt für den VW und auch für den Tesla.  

Schade eigentlich, denn Mercedes verschenkt die Möglichkeit, ganz vorne mitzumischen. Höchstens für Menschen, die wenig Langstrecke fahren, wird dieser Mercedes interessant, wenn nämlich die Akkukapazität keine große Rolle spielt, sie aber auf jeden Fall einen Mercedes fahren wollen.

Das Video zum Mercedes EQB: Teurer als Enyaq, Id.4 und Model Y – Aber BESSER?

https://www.youtube.com/watch?v=-Auw5dE8dLg

Chris von Car Maniac veröffentlicht im Rahmen einer Kooperation mit dem T&Emagazin in dieser Rubrik aktuelle E-Auto-Test und Neuigkeiten rund ums Thema Elektromobilität.

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