Verkehrswende und Zukunft der Automobilindustrie

Jörg Heynkes

Ausschnitt aus der 1. Ausgabe des T&Etalk

Jörg Heynkes sieht, wie er beim 1. T&Etalk sagte, eine Veränderung dahin, dass man sein Fahrzeug nicht mehr selbst besitzen wird, sondern dass man es sich als Mobilitätsservice mieten kann. Dies werde eine „unglaubliche gesellschaftliche Veränderung“ in den nächsten Jahren mit sich bringen. Denn nicht die Veränderung des Antriebs sei entscheidend. Wenn Autos alleine und besser fahren können als Menschen, „dann wechseln wir als nächste Stufe nach dem Antrieb und dem Fahrer auch den Eigentümer“. Es mache keinen Sinn, ein Auto zu besitzen, das autonom fahren kann. Soll es in der Garage stehen? „Ein Auto, das eigenständig fahren kann, das sperre ich doch nicht mehr ein. Unsere Fahrzeuge stehen heute 23,5 Stunden am Straßenrand. Das sind Stehzeuge und keine Fahrzeuge.“

Im künftigen „Zeitalter der Schwarmmobilität“ würden etwa 15 Prozent der Fahrzeuge die wir heute haben, ausreichen, um alle jederzeit auf Knopfdruck von A nach B zu bringen, egal ob man jung oder alt ist, behindert ist oder nicht, ob man autofahren kann oder nicht. Diese Schwarmmobile würden 70 bis 80 Prozent des Tages fahren. Das würde dazu führen, dass die Mobilitätskosten um 70 bis 90 Prozent sinken können und viele Räume in den Städten für andere Zwecke als Parkplätze für „Stehzeuge“ frei würden.

Lars Thomsen

Lars Thomsen hinterfragte den Wachstumszwang. Für ihn kann die Automobilwirtschaft nicht gerettet werden, indem sie immer mehr Autos verkauft, sondern indem sie zu einer Mobilitätsindustrie wird. Die 2020er Jahre würden in vielen Bereichen viele Umbrüche aufzeigen, etwa in der Mobilität, Logistik, Arbeit, Robotik und der Künstlichen Intelligenz (KI).

Digitalisierung und Technologie gegen den Klimawandel?

Laut Jörg Heynkes gebe es zwei große globale Megatrends: Klimawandel und Digitalisierung und die gehörten eng zusammen: „Wir werden die Klimakrise nur mit den modernsten Klimatechnologien auf ein Level begrenzen, dass die Menschheit überleben kann“.
Nachhaltiges Wirtschaften werde zur Pflicht für jedes Unternehmen. Wir brauchen, so Heynkes, in der Industrie in allen Bereichen die modernsten Technologien, um Ressourcen einzusparen, effizienter zu werden und ökologischer zu arbeiten. Das ginge letztendlich nur mit Künstlicher Intelligenz und mit Digitalisierung von Prozessen. Er ist der festen Überzeugung, wir könnten die Klimakrise begrenzen, denn wir besäßen alle Technologien dafür, aber: „Wir haben ein Handlungsproblem und das ist ganz eng mit der politischen Elite verknüpft. Ich erlebe bei vielen Unternehmern, gerade im Mittelstand, ganz große Entschlossenheit. Aber die Politik setzt die Rahmenbedingungen nicht.“ Bundesregierung und diverse Landesregierungen würden verhindern, dass erneuerbare Energien so ausgebaut werden, um Mobilität und Wärmeproduktion komplett nachhaltig und klimafreundlich zu machen.

Hier ist das Video:

https://www.youtube.com/watch?v=RDnj2NbdJEc

Es gibt inhaltlich passende Ausschnitte des T&Etalks bei YouTube zu sehen, da Videos auf Twitch leider nur begrenzt abrufbar sind.

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