MG4 Urban im Test: Viel Elektroauto für wenig Geld – aktuell ab 18.990 Euro

Mit dem MG4 Urban schickt MG ein kompaktes Elektroauto auf ID.3-Niveau ins Rennen, das mit Herstellerrabatt unter 19.000 Euro kostet. Eine Testfahrt durch Stadt, Land und Autobahn zeigt: riesiger Kofferraum, üppiges Platzangebot, sparsamer Verbrauch – und nur wenige echte Schwächen.

MG positioniert seine Kompaktklasse neu: Die bisherigen Einstiegsversionen des MG4 entfallen, das reguläre Modell rückt preislich nach oben, und an die Basis tritt der neue MG4 Urban. Er ist rund elf Zentimeter länger als der bekannte MG4, bietet dadurch mehr Innenraum und setzt auf Frontantrieb. In einem ausführlichen Test ging es mit der Top-Variante über Land, auf die Autobahn und durch den Münchner Stadtverkehr – also genau dorthin, wo das Auto laut Name zu Hause sein soll.

Plattform und Konzept

Der Frontantrieb ist mehr als ein Detail: Weil der Motor an der Hinterachse entfällt, entsteht ein besonders großer Kofferraum – ein Prinzip, das man inzwischen auch von VWs MEB-Entry-Plattform sowie Cupra Raval, ID. 2 und ID. Polo kennt. Der Akku ist als Cell-to-Body Teil der Karosseriestruktur, was tiefe Sitzpositionen ohne Platzverlust ermöglicht. Mit 4,40 Metern Länge und 2,75 Metern Radstand bewegt sich der Urban auf dem Niveau eines VW ID.3.

Preise, Varianten und der MG-Bonus

Es gibt drei Ausstattungslinien und zwei Akkugrößen. Der Urban Active bildet mit kleinerem LFP-Akku den Einstieg bei 24.990 Euro (kleinere Räder, nur in Rot erhältlich). Der Komfort folgt bei 27.190 Euro, optional mit größerem Akku und mehr Farb- und Felgenoptionen. Die getestete Top-Version Premium liegt bei 31.490 Euro und bringt den großen Akku serienmäßig mit.

Der eigentliche Hingucker ist der aktuelle Preisnachlass: Im Rahmen seiner „Bonus-Wochen” gewährt MG bis zum 30. Juni 2026 einen Herstellerrabatt von 6.000 Euro auf reine Elektromodelle. Damit startet der Urban schon bei 18.990 Euro. Wichtig zur Einordnung: Dabei handelt es sich um einen Herstellerbonus, nicht um die staatliche Kaufprämie. Beide lassen sich aber kombinieren – wer zusätzlich die seit 2026 wieder verfügbare staatliche Förderung (bis zu 6.000 Euro, einkommensabhängig) erhält, kann den Preis im Bestfall auf rund 13.000 Euro drücken. Die Basisversion fährt mit 43-kWh-Akku und einem 110 kW (149 PS) starken Motor.

Innenraum und Verarbeitung

Im Innenraum dominiert zwar Hartplastik, doch an den Kontaktflächen wirkt vieles erstaunlich ordentlich: saubere Nähte, angenehme Materialien, metallisch anmutende (aber kunststoffbasierte) Zierleisten. Dazu kommen rund 30 Ablagefächer, eine induktive (unbelüftete) Ladeschale, ein Fahrerdisplay und ein zentrales Touchdisplay mit kabellosem Apple CarPlay und Android Auto. Unter dem Bildschirm sitzen haptische Tasten für die Klimasteuerung – ein Pluspunkt. Kritik gibt es für den fehlenden separaten Lichtschalter, der über den Bildschirm bedient wird.

Platzangebot

Hier liegt eine der großen Stärken. Auf der Rückbank bietet der lange Radstand üppige Verhältnisse: Hinter einer 1,80 Meter großen Person bleibt mehr als eine Faust Knieraum, die Oberschenkel werden gestützt, die Kopffreiheit passt. Zwei Erwachsene reisen hier auch längere Strecken bequem, fünf Gurte sind vorhanden, eine Mittelarmlehne fehlt. Der Kofferraum fasst 436 Liter und lässt sich auf rund 1.177 Liter erweitern; darunter verbirgt sich ein auffällig tiefes Zusatzfach. Geöffnet wird die Heckklappe mechanisch.

Fahren, Verbrauch und Reichweite

Auf Landstraße und Autobahn gibt sich der Urban unaufgeregt und souverän, in der Stadt überzeugt die leichtgängige Lenkung – nahezu mit zwei Fingern zu bewegen. Die abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 163 km/h. Besonders stark ist der Verbrauch: Im gemischten Betrieb pendelte er bei guten Wetterbedingungen zwischen rund 13 und 15 kWh/100 km, überwiegend bei 13 bis 14 – ein hervorragender Wert. Das Testfahrzeug zeigte bei 86 Prozent Ladestand noch 330 Kilometer Reichweite an; mit dem großen Akku sind rechnerisch rund 400 Kilometer denkbar, praxisnah deutlich über 300. Geladen wird per CCS, 10 auf 80 Prozent dauern etwa 30 Minuten.

Assistenzsysteme sind reichlich an Bord, inklusive adaptivem Tempomat mit Abstandsradar. Praktisch: Über ein speicherbares Fahrprofil lassen sich die – wie bei vielen asiatischen Modellen eher übervorsichtig eingestellten – Warner individuell zähmen und per Favoritentaste schnell abrufen. Surround-Kameras mit Unterboden-Ansicht, eine gute Rundumsicht und eine überraschend kräftige No-Name-Soundanlage runden das Bild ab.

Fazit

Der MG4 Urban macht das, wofür er gedacht ist, ausgesprochen gut: ein unaufgeregtes, sparsames Alltagsauto fürs urbane Umfeld mit viel Platz, großem Kofferraum und vollständiger Assistenzausstattung. Für lange Reisen ist er nicht der erste Kandidat, doch das ist nicht sein Anspruch. Angesichts des Preisniveaus – regulär ab 24.990 Euro, mit aktuellem Herstellerbonus ab 18.990 Euro – ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bemerkenswert. Wer mit einem noch jungen Markennamen und ein paar Bedien-Eigenheiten leben kann, bekommt hier sehr viel Auto fürs Geld.

Dieser Bericht basiert auf dem E-Auto Test des Kanals 163 Grad – Oliver Krüger @Youtube


Und das sind die Themen der 30. Ausgabe:

  • Neues aus der Tesla Welt
  • Die Revolution der Patentstrategie bei Tesla
  • Grünere Energienetze dank Einsatz von KI
  • Die Herausgeber: Elektrische von Paris nach Dakar und zurück
  • Neues zur elektrischen COMMUNITY 2026
  • Strombock: Höhere Benzinpreise, der perfekte Moment für den Umstieg !
  • Unser Manifest und Petition für eine zukunftsorientierte Transformation Deutschlands
  • Reisebericht: Mit Model X & Grok durch Schottland 
  • Die Herausgeber: Tesla Fahrer & Freunde e.V.
  • Besuch im Geothermiekraftwerk
  • Powerwall 3P: Erstmals dreiphasiger Heimspeicher von Tesla
  • Fanboy: Terafab

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