Preisoptimierte Strombeschaffung eines Ladeparks

Der kommende T&Etalk am Samstag, 3. September 2022, ab 14 Uhr, findet live mit Gästen und Zuschauern bei Seed & Greet, Ladepark am Autobahnkreuz Hilden, statt.

Bildquelle: Voltego GmbH

Der Ladepark am Autobahnkreuz umfasst aktuell 52 Schnell- und 20 Wechselstromladesäulen und im Endausbau 144 Ladepunkten. Dann ist er voraussichtlich der größte Ladepark Europas. Doch schon jetzt hat er sich zu einem beliebten Treffpunkt von Elektro-Mobilisten entwickelt.

Der Ladepark zeichnet sich durch eine preisoptimierte Strombeschaffung durch aktive Steuerung eines Batteriespeichers aus, gemanagt vom Krefelder Öko-Stromanbieter Voltego.

Das Projekt preisoptimierte Strombeschaffung

Zur lokalen Stromversorgung tragen Photovoltaik-Anlagen mit zur Zeit 440 kWp, zukünftig sogar 1.000 kWp bei. Außerdem umfasst der Standort einen 2 MWh Batteriespeicher.

Vor dem Hintergrund explodierender Energiepreise ist es zunehmend interessant, innovative Konzepte im Bereich der Strombeschaffung zu nutzen. Hierfür wird die Flexibilität in Form von Batterien oder andern steuerbaren Verbrauchseinheiten genutzt.

Für den Standort ist deshalb seitens des Stromversorgers Voltego erstmalig eine technische wie auch preisliche Optimierung der verschiedenen lokalen Anlagen realisiert worden. Das Instrument des EPEX-Spot-Börseneinkaufes mit schwankenden Stundenpreisen kann so für den Kunden optimal genutzt werden.

Die Herausforderung: Lastspitzen vermeiden, Beschaffungskosten optimieren und Eigenverbrauch steigern

Die vorhandenen PV-Anlagen sollen bestmöglich vor Ort genutzt werde. Die erzeugte Solarenergie wird direkt von den vor Ort befindlichen Verbrauchern (Ladepunkte und Gastronomie) genutzt. Überschüssige Energie wird von einem der vorhandenen Batteriespeicher für eine spätere Nutzung gespeichert. Auf diese Weise wird die Eigennutzung der PV-Energie maximiert.

Der Batteriespeicher übernimmt neben der Aufnahme und Abgabe der vor Ort erzeugten Solarenergie auch die Funktion eines Leistungspuffers für Abnahmespitzen aus den Schnellladesäulen. Dies senkt die Netzentgelte bzw. die Leistungspreiskosten.

Die dritte und somit neue Energiemanagement-Komponente umfasst die Optimierung des Reststrombezugs aus dem öffentlichen Stromnetz. Dafür wird die Flexibilität des Batteriespeichers genutzt. Der Netzbezug und somit den Ladevorgang der Batterie wird in Zeiträume zu verschoben, in denen der Strompreis an den Strombörsen besonders niedrig ist. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn sehr viel Strom aus Wind und Photovoltaik in die Stromnetze eingespeist wird. Durch die Funktion als Pufferspeicher wird auf diese Weise der lokale Stromverbrauch vom Netzbezug zeitlich entkoppelt.

Hierfür bedarf es einer Hard- und Softwarelösung, die die verschiedenen Einflussgrößen des Standortes verbindet.

Das Ergebnis

Durch den Ansatz der Beschaffungsoptimierung mit dem Pufferspeicher kann der Ladepark gemeinsam mit der Coneva GmbH Stromkosteneinsparungen von ca. 15 Prozent pro Jahr erreichen, sowie die benötigte Ausgleichsenergie halbieren. Das Einsparpotential lässt sich sogar noch weiter steigern. Etwa durch Nutzung von Viertelstundenpreisen auf dem Intradaymarkt, dem Markt, auf dem kurzfristige Flexibilität einen sehr hohen Wert hat, oder durch eine Priorisierung der drei Energiemanagement-Komponenten. So kann es ökonomisch sinnvoll sein, die limitierte Spitzenleistung zu erhöhen und damit einen höheren Leistungspreis zu akzeptieren, um mehr Pufferspeicherkapazität für die Beschaffungsoptimierung zu haben.


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