Krieg in der Ukraine: Soziale Initiativen, Car Maniac Spendenaufruf & “FREIräume schaffen”

Car Maniac: Spendenaufruf

Normalerweise würde an dieser Stelle ein E-Auto Test von Christopher Karatsonyi, alias Car Maniac, stehen. Das T&Emagazin und Christopher haben sich stattdessen dafür entschieden, in einem Sonderbeitrag auf einen Spendenaufruf aufmerksam zu machen (siehe weiter unten). Christopher startete den Spendenaufruf auf YouTube, und auch das T&Emagazin möchte über eine Hilfsmöglichkeit berichten.

Die einen kriegen Kritik, die anderen Geld. Im Rahmen meines Videos mit meinem Mercedes EQS, wo es um die Probleme ging die ich im Service erlebt hatte, machte ich spontan einen Aufruf an meine Zuschauer, für die Menschen in der Ukraine zu spenden. Zum Video geht es hier.

 
Nun ist es so, dass ich mit meinem Kanal eigentlich nichts politisches thematisieren möchte. Aber die Bilder, die durch die Welt geistern, lassen einen natürlich nicht los. Es ist ein wenig befremdlich, Videos über einen misslungenen Servicetermin mit einem Mercedes zu machen, während unweit von uns mitten in Europa Menschen ihr Zuhause verlieren.
 
Aber keine Videos mehr zu machen, oder keine Artikel zu schreiben, bringt den Menschen dort auch nichts. Also habe ich kurzerhand eine Spendenaktion mit der Caritas ins Leben gerufen. Über den Link: 
 
 
haben Zuschauer und Leser die Möglichkeit, egal welchen Geldbetrag zu spenden. Das tolle: ein Spendenbarometer zeigt an, wie viel Geld bereits zusammen gekommen ist. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich war schon nach 24 Stunden extrem überrascht, als es bereits 44.000 € waren. Nur durch ein Video, nur durch Zuschauer! Den ersten Betrag habe ich natürlich selbst in den Topf geworfen, bevor es überhaupt losging. Die Caritas leitet dieses Geld direkt an die Caritas in der Ukraine weiter. Dort wird es verwendet für Kleidung, warmes Essen, Hilfspakete sowie Besuche vor Ort von Menschen, die ihr Zuhause nicht verlassen können oder nicht verlassen wollen.
 
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels sind es 108.060 Euro, die innerhalb von nur einer Woche zusammengekommen sind. Das ist eine unfassbare Menge Geld, mit der man wirklich sehr, sehr viel helfen kann. An dieser Stelle bitte ich also jeden, der irgendetwas Gutes tun will, mitzumachen. Jeder noch so kleine Geldbetrag ist im Kollektiv, wie man sieht, sehr viel wert.
 
Ich freue und bedanke mich ganz herzlich bei all meinen Zuschauern, die so großzügig gespendet haben um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Lasst uns weitermachen, 150.000 Euro ist die nächste Grenze, die es zu knacken gilt.
 
Also macht weiter und lasst uns gemeinsam eine starke treibende Kraft sein!
 

FREIraum in Bad Hersfeld: Hilfe für Geflüchtete

Eine lokale Antwort auf den Krieg

Ohnmächtig stehen viele Menschen den aktuellen geopolitischen Entwicklungen gegenüber. Viele fragen sich, wie sie praktisch etwas beitragen können. In Osthessen ist dazu ein Angebot entstanden.

2015 reagierte der Förderverein Kultur und Umweltbildung e.V. mit der Einrichtung einer Kleiderkammer für Geflüchtete in einer alten Druckerei in Bad Hersfeld. Daraus entstand der FREIraum als Begegnungsstätte mit Umsonstladen, Reparaturraum und vielem mehr. Aufgrund anstehender Renovierung und Umnutzung des Gebäudes wurde der Standort aufgegeben, ein neuer gesucht und gefunden.

Während der Hochzeit der Pandemie wurden neue Räume in der Gotzbertstraße 64 unter anderem im Dachgeschoss des ehemaligen Schwesternwohnheims in Bad Hersfeld erschlossen. Diese sollen nun auch als Antwort auf die neueren kriegerischen Auseinandersetzungen Menschen zur Verfügung stehen und können für vielfältige Aktivitäten genutzt werden.

Es gab viele Ideen für die neuen Räume, und die dort engagierten sind offen für weitere. Von hier aus sollen auch im Bezug auf den Krieg in der Ukraine und die daraus resultieren Flüchtlingsbewegungen vielfältige Hilfestellungen koordiniert werden.

Auch ohne große Krisen in der Welt sollen Menschen mit Hilfe dieser Projektwerkstatt in die Lage zu selbstorganisiertem Handeln versetzt werden. Begegnungen sollen stattfinden und gegenseitige Unterstütung soll erfolgen – auf Augenhöhe. “Den buchstäblichen FREIraum können wir nunmehr gemeinsam mit Sinn füllen. Wir haben einen FREIraum für verschiedene Projekte, um in der Stadt, der Region einiges in Gang zu setzen”, erläutert Timo Schadt, der Mitinitiator und Verleger des T&Emagazin.

In den zurückliegenden beiden Jahren gab es immer wieder Angebote für Kleider- und Sachspenden aus Umzügen und Wohnungsauflösungen. “Die konnten wir leider logistisch nicht stemmen und mussten sie ablehnen. Doch jetzt wollen wir wieder an den Start gehen. Der Förderverein braucht dafür Menschen, die sich engagieren und damit einen praktischen Beitrag für eine bessere Welt leisten wollen”, erklärt Timo Schadt das aktuelle Vorhaben.

Vorgeschichte des FREIraums

Der FREIraum hat in den Jahren seiner Existenz eine wichtige Rolle für Bad Hersfeld übernommen bezüglich der Integration von Geflüchteten und der Überwindung sozialer Unterschiede. Die Akzeptanz in der Bevölkerung war dabei sehr groß.

Zu den Öffnungszeiten kamen in den bisherigen Räumlichkeiten stets zwischen 50 und 300 Menschen, die das Angebot des FREIraums nutzten.

Am neuen Standort soll da nun direkt angeknüpft werden. Viele Menschen bringen Dinge, wie zum Beispiel Kleidung, die sie nicht mehr benötigen, die dann im Umsonstladen präsentiert und kostenlos bzw. gegen kleine Spende abgegeben werden. Dieses Angebot nehmen nicht nur Geflüchtete und sozial Schwächere wahr. Es soll auch ausdrücklich als Alternative zur Wegwerfgesellschaft der gesamten Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Das Konzept kommt ohne hauptamtliche Mitarbeiter aus und lebt vom persönlichen Engagement einer für Bad Hersfeld überraschend bunten und engagierten Gruppe von Freiwilligen.

Rund zwanzig Ehrenamtliche, die jüngste 17 Jahre alt, die älteste 85, sorgten bisher für die praktischen Abläufe in den Räumen des alten Buchcafés. Die Gruppe setzte sich vielfältig zusammen: Die Aktiven haben ihre Wurzeln in zwölf Herkunftsländern. Neben jungen Menschen, die sich in der Freizeit engagieren, wirkten vor allem fidele Rentner mit. So koordinierte ein 84-jähriger ehemaliger Schlosser den Reparaturraum, er half beim Instandsetzen von defekten Alltagsgegenständen.

Erwähnenswert ist auch, dass ein großer Teil der sich im FREIraum engagierenden Menschen psychische Erkrankungen und hier ihr Selbstwertgefühl stärkende Aufgaben gefunden hatte.

Wir hoffen – trotz der vergangenen Zeit und der noch immer in Gang befindlichen Pandemie – möglichst viele der seinerzeit Aktiven auch für den neuen Standort zu weiterem Engagement gewinnen zu können. Daneben besteht die Hoffnung Bewohner aus dem Gebäude, aus dem Stadtteil aber auch von weiter weg neu für eine Mitarbeit zu begeistern.

Jede/r bringt sich nach ihren/seinen Möglichkeiten, Interessen und Fähigkeiten ein. Die Zusammenarbeit lief trotz der Vielfältigkeit der Gruppe bislang sehr harmonisch und auf Augenhöhe. Die Aspekte mehrgenerativ, integrativ und inklusiv wurden im Kreis der Aktiven vorbildlich umgesetzt und soll nun am neuen Standort wiederbelebt werden.

 

So entstand der FREIraum

Als in Bad Hersfeld etliche Geflüchtete ankamen, hatte der gemeinnützige Förderverein Kultur & Umweltbildung e.V. mit Sitz in Bad Hersfeld die ehemalige Druckerei in der Badestube 20 angemietet. Dort wurde bis Mitte 2016 eine Kleiderkammer ehrenamtlich betrieben, die vor allem von Bewohnern der nahe gelegenen Erstaufnahmestätte genutzt wurde. Nachdem der akute Bedarf wegfiel, war die Kleiderkammer ungenutzt. Daher hat sich eine neue Projektgruppe gebildet, die an gleicher Stelle das modifizierte Konzept realisiert.

Die Räumlichkeiten standen bis zur Corona-Pandemie allen Menschen offen. Sie boten Gelegenheit zum Kennenlernen, zum Austausch von Gedanken und Gegenständen. Begegnungen und gegenseitige Hilfsbereitschaft zu fördern, sind die Kernziele der Organisatoren. Der FREIraum bot auf mehren hundert Quadratmetern viel Platz für selbstorganisierte Projekte und Ideen. Auch für die Zukunft gilt: Menschen können sich unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Bildungsstand nach eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten einbringen, Gemeinsames entwickeln und Gemeinschaften bilden. In öffentlichen Plenumssitzungen werden Raumnutzungen und Projektentwicklungen besprochen und Aufgaben verteilt.

Zentraler Bestandteil des alten FREIraums war der Umsonst-Laden. Hier konnten Gegenstände gebracht werden. In aufgestellten Regalen fanden sich Küchen-, Haushalts-, Freizeit- und Hygiene-Utensilien. In einem anderen Raum, der sogenannten „Klamottenkiste“, waren an Kleiderständern und in Regalen Anziehsachen zu finden.

In der Kinderecke „Kid’s World“ Ecke mit Kinder- und Babykleidung, zielgruppenspezifischen Büchern und Spielzeug, konnten Kinder spielen, malen oder basteln, während ihre Eltern in den darum liegenden Regalen und Kleiderständern nach Passendem suchen konnten. Diese Bereiche sind aus Brandschutzgründen in Räume in untere Etagen verbannt. Auch die zur Verfügung stehende Fläche ist gegenüber der Vergangenheit eingeschränkt.

Im „Reparaturraum“ konnten defekte Gegenstände vom Fahrrad bis zur Küchenmaschine unter Mitwirkung handwerklich versierter Menschen aus dem FREIraum-Team wieder gangbar gemacht werden. Dafür ist am neuen Standort ein Raum bereits „betriebsbereit“.

In einem „Jugendraum“ genannten Mehrzweckraum traf sich in der Badestube regelmäßig eine Gruppe unbegleiteter minderjährige Flüchtlinge, die unter Anleitung eines Sozialarbeiters musizierten. Ebenso waren eine Trommelgruppe und ein Chor anzutreffen. Genutzt wurde der Raum zwischenzeitlich auch durch eine weitere Musik-, eine Kinderkampfsport- sowie eine Yoga-Gruppe.

Für solche Zwecke steht nun der im Zweifel durch eine Ziehharmonika-Trendwand unterteilbare Multifunktionsraum im Obergeschoss zur Verfügung. In dem können auch öffentliche Diskussions- Vortrags- und Kultur-Veranstaltungen durchgeführt werden aber auch Filmvorführungen laufen können.

Ein kleiner „Bandraum“, mit Schlagzeug und Technik wurde von Nachwuchsbands regelmäßig zum Üben genutzt. Einen solchen hat das Team des FREIraums nun im Keller des Gebäudes vorgesehen. Erste Tontechnik wurde für diese Zwecke angeschafft soll aber auch bei Veranstaltungen im Multifunktionsraum zum Einsatz kommen und weiter vervollständigt werden.

Das „Wohnzimmer“ war ein mit bequemen Sofas und Sesseln eingerichteter Begegnungsraum. Hier konnten Gruppen unter einer Auflage zusammenkommen –  nämlich der, dass sie offene Treffen abhalten und jede Person dazu stoßen darf. Eine Strick- und Häkelgruppe nutzte ihn regelmäßig wöchentlich. Die Teamsitzungen des FREIraums fanden hier statt, ebenso Treffen des Bündnisses „bunt statt braun – Bad Hersfeld-Rotenburg“ und der Geschichtsarbeitsgruppe „ZeitSprünge“. Während der Öffnungszeiten bildeten sich nicht selten spontane Gesprächskreise. Die Veranstaltungsreihe „Wohnzimmer-Gespräche“ hat öffentlichen Anklang gefunden. Nach einem jeweils passenden Impulsvortrag wurden dabei gesellschaftliche Themen von den Anwesenden diskutiert. Eine Wohnzimmer-Ecke wird es auch wieder im Obergeschoss aber nicht als eigenständigen Raum geben.

Auch in den neuen Räumen gibt es eine kleine Gemeinschaftsküche, jetzt direkt neben dem Multifunktionsraum gelegen. Eine Projektgruppe „Küche für alle“ hat sich bereits gegründet und will so bald möglich mindestens einmal in der Woche „gemeinsames Kochen und Speisen“ (s.o.) anbieten.

Auf der anderen Seite des Multifunktionsraums befindet sich auf einem einstigen Freisitz nun eine gut als Wintergarten nutzbare mit Photovoltaik-Panelen überdachte Fläche.

Hier ist an „Indoor-Gardening“ bzw. „Vertical Farming“  gedacht. Es sollen in Metall eingefasst Hochbeete  Salate, Gemüse und Früchte angebaut und zum Beispiel von Bewohnern des Hauses, aber auch anderen Besuchern der Einrichtung, geerntet werden. Ebenso sind gemeinsames Zubereiten und Verzehren des hier Angebauten Ideen für das Projekt „Küche für alle“ als Teil des Konzepts. Die Hochbeete sollen durch Tropfschläuche permanent feucht gehalten werden. Auch eine „Garten-Gruppe“ gibt es bereits.

 

Der neue FREIraum

Die großzügigen Räumlichkeiten im 7. Obergeschoss eines Niedrig-Energiehochhauses bieten ein spannendes Umfeld und vor allem ausreichend Platz, viele der Ideen aus dem alten FREIraum aufzugreifen und zugleich neue zu entwickeln.

Hier könnten zukünftig, wie bis lang im alten FREIraum, Begegnungen stattfinden sowie Sitzungen des Plenums, von Arbeitskreisen wie „bunt statt braun“ oder der Projektgruppe Zeitsprünge. Aber auch anderen Gruppen soll eine multifunktionale Nutzung möglich sein.

Umsonstladen, Kleidertausch und Reparaturwerkstatt können hier ebenfalls Platz finden. Aufgrund des anderen Raumzuschnittes werden manche Bereiche wohl ein wenig an den Rand gerückt,  aber nicht unter den Tisch fallen.

Die Reihe „Wohnzimmer-Gespräche“ soll am neuen Standort das Spektrum dahingehend erweitert werden, dass zukünftig Filme vorgeführt und Gesprächsrunden dazu veranstaltet werden.

Menschen aus der Region Osthessen, die Lust und Zeit haben, im Projekt mitzuwirken melden sich unter kontakt@taten-bank.de

Wer das Projekt durch eine finanzielle Spende stärken möchte, kann folgendes Konto des gemeinnützigen Fördervereins Kultur und Umweltbildung e.V. dafür nutzen:

Spendenkonto:

IBAN DE02 5325 0000 0000 0020 15 | BIC: HELADEF1HER | Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg

Gemeinnützigkeit und besonders förderungswürdig anerkannt durch das Finanzamt Bad Hersfeld

 

Freiräume schaffen

Wer in seiner Heimatregion Freiräume schaffen möchte, kann übrigens Unterstützung dafür in Anspruch nehmen. Die Stiftung Freiräume will mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Mitmachen: https://www.taten-bank.de/mitmachen-in-hef-rof/freiraum/

 
 
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