Tesla Model X Plaid vs. Model S von 2013

Ich gehe mit den Hunden über einen Feldweg. Frühlingswetter, herrliche Ruhe… dank sanfter Brise nicht zu warm, trotz Sonnenschein. Vogelgezwitscher. Idylle. Am Wegesende sehe ich ihn. Ich gehe auf ihn zu. Obwohl er in die Jahre gekommen ist, spricht er mich weiterhin ungemein an. Seit bald zehn Jahren sind wir zusammen. Ich nähere mich ihm und er wird immer attraktiver. Wie elegant er da steht. Kann ich mir vorstellen, mich von ihm zu trennen? Ich kann mich nicht an ihm sattsehen. Nein, auf keinen Fall. Schon klar, dass ein Neuer seine Vorteile hätte, doch ich bin diesem Fahrzeug emotional verbunden – mehr als jedem zuvor.

So alt und doch so schön: Das Model S von 2013.

In der Woche vor Ostern ging es nach Italien; auf ausdrücklichen Wunsch der Familie mit dem Tesla Model 3. Comer See zum dritten oder doch schon vierten Mal. In weiten Teilen der Strecke musste ich hinten sitzen, denn das Steuer wird gerne von anderen betätigt. Trotz seinerzeit zugebuchten FSD wird nicht mal der Autopilot genutzt. Aber das soll hier gar nicht Thema sein. Vielmehr beklage ich die Beinfreiheit auf der Rücksitzbank und wünschte, wir hätten es den vielen anderen gleichgetan und das 2020er Fahrzeug längst gen Skandinavien verschoben, um aufs Model Y umzusteigen. Aber auch dies soll hier nicht besprochen werden. Zumal die zweite persönliche Kritik am Fahrzeug, die aus meiner Sicht fehlende Luftfederung, auch mit dem Wechsel auf das Crossover-Modell nicht behoben wäre. Wie gesagt nicht das Thema.

Der Vorteil dieser Fahrzeugentscheidung: Kaum war das Model 3 am Supercharger angestöpselt, musste das Ladekabel wieder entfernt werden. Mal abgesehen davon, dass auf der Strecke deutlich weniger Ladepunkte heimzusuchen waren, war die Ladeleistung so phänomenal, dass die Reisenden gerade mal ihre Notdurft verrichten und bestenfalls einen Kaffee besorgen konnten. Schon ging es weiter.

Deutlich weniger als was? Ja, ich wäre tatsächlich – wie in den letzten Jahren – mit dem zweiten Tesla im Familienfuhrpark, dem alten Model S von 2013 gefahren, wegen Beinfreiheit, Luftfederung und insgesamt mehr Platz. Auch finde ich – wie eingangs beschrieben – das Fahrzeug nach wie vor einen Hingucker. Der Familienrat hat anders entschieden.

Nicht einmal einen Autopiloten der ersten Generation, hat das Model S. Meine Familienmitglieder hätten ihn eh nicht genutzt. Am Supercharger, den wir schon oft auf unseren Reisen Richtung Südeuropa aufgesucht haben, ist die Ladeleistung deutlich geringer und das bei geringerer Reichweite. Trotz der zwischenzeitlich aufgepolsterten Sitze sind auch diese nicht vergleichbar mit einem Neuwagen. Doch der Fahrkomfort und das Platzangebot ist dem Model 3 so etwas von überlegen. Die Kinder sind keine Teenager mehr und es kommt einem Wunder gleich, dass sie wenigstens teilweise, manchmal sogar mit Anhang mit uns in Urlaub fahren, doch grundsätzlich ist meine neuste Fahrzeugentscheidung diesbezüglich Unfug. Na ja, ich habe auch nur einen Fünfsitzer bestellt.

Falsch geraten: Es ist kein Model Y. Es ist noch fetteres Gefährt und natürlich wieder ein Tesla. Als selbst in die Jahre gekommener Familienvater möchte ich meine Entscheidung allzu gerne rechtfertigen. Ja, das Platzangebot ist sogar dem Model S überlegen und in allen Leistungsdaten schlägt es die im Fuhrpark befindlichen Fahrzeuge – und dann auch noch um Längen. T&Emagazine werde ich einige damit transportieren können. Der VW Bus kann dann endlich aus dem Fuhrpark verschwinden.

Als Vernunftentscheidung kann ich das neue Auto dennoch in keiner Weise schönreden. Es ist wie im Fall meines Model S eine emotionale. Früher haben sich Herren in der Midlife-Crisis einen Porsche gekauft und bei mir ist es eben das Tesla Model X Plaid. Verrückt, oder?

Die Daten sind es jedenfalls:

Beschleunigung 0-100 km/h: 2,6 Sekunden

Motorleistung: 1.020 PS

Höchstgeschwindigkeit: 262 km/h

Fahrzeuggewicht: 2.562 kg

Ladevolumen: 2.487 l inklusive Sitzbereich

Abmessungen: 5.052 mm L x 1.999 mm B x 1.684 mm H

Ist so ein Fahrzeug alltagstauglich? Brauche ich das wirklich? – Nein! Ich gönne es mir.

Um es aber mal deutlich zu sagen und um an dieser Stelle nicht den Eindruck zu erwecken:  Da kauft sich der Verleger des T&Emagazins eine fette Karre, weil er die Community der E-Mobilisten mit seiner Zeitschrift und der Großveranstaltung S3XY-CARS Community erfolgreich gemolken hat. Ich kann mir das Fahrzeug leisten, weil ich nicht wenige Tesla-Aktien erworben habe und zwar zu einem Zeitpunkt als mich diese im günstigsten Falle 34 Euro gekostet haben. Mehr muss ich, glaube ich, dazu nicht sagen.

Als wäre die Kaufentscheidung nicht schräg genug, kommt noch hinzu, dass ich mein Model S wohl so vermissen würde, dass ich nach aktuellem Stand davon ausgehe, dass ich es weiterhin behalten möchte. Ausdruck meiner Bodenhaftung wird aber trotzdem sein, dass ich wohl S3XY CARS nicht rund machen werde und es wohl bei S3X belassen werde.

Naja, den C habe ich zwar reserviert, da ich aber kein Farmer bin, sondern nur Verleger, wird der Cybertruck voraussichtlich nicht wirklich in den Fuhrpark einziehen, auch wenn er sich ohne Zweifel gut machen würde am Ende des Feldwegs.

 


Die 14. Ausgabe des T&Emagazin, mit vielen spannenden Themen rund um E-Mobilität, Tesla und regenerative Energien kann gegen Versandkostenübernahme hier bestellt werden.

5 Exemplare10 Exemplare und 20 Exemplare zum Weiterverteilen zu geringen Mehrkosten.

Zu den Inhalten aller vorherigen, älteren Ausgaben geht es hier.

Inhalt der 14. Ausgabe:

  • Leser-Reaktionen
  • Editorial – Ein wirkliches Privileg
  • Tesla Welt – News des Quartals
  • Tesla – Eröffnung & Delivery Event Gigafactory Grünheide
  • Rede von Elon Musk
  • Tesla – Interview mit Jörg Steinbach
  • Die Herausgeber – Tesla Fahrer und Freunde (TFF) e.V.
  • Die Herausgeber – Tesla Owners Club Helvetia (TOCH)
  • S3XY CARS Community – Alles zum großen E-Auto Event
  • Elektroauto Guru – Warum sind E-Autos eigentlich so flott?
  • Elektromobilität – WLTP-Reichweitenschwindel
  • Elektromobilität – Car Maniac E-Auto-Tests
  • Veranstaltungen – Saus & Schmaus Brandenburg electric
  • Innovator – 6.000 Hände an Franz Liebmanns Lenkrad
  • Klimaschutz – Elektromobile Bahnerfahrungen
  • Klimaschutz – Wie umweltfreundlich ist die Bahn eigentlich?
  • T&Etalk – Rückblick: Ökostrom selber erzeugen & vermarkten
  • T&Etalk – Rückblick: Kostenlos Tesla fahren! – ist das verwerflich?
  • T&Etalk – Ausblick: Aktien zu E-Mobilität & Energie
  • T&Etalk – Ausblick: E-Fahrzeug Design
  • Klimaschutz – Gefährdet Tesla die Wasserversorgung?
  • Klimaschutz – Prof. Quaschning: Putins Krieg und unser Öl und Gas
  • Klimaschutz – Erfahrungsbericht PV, Wärmepumpe & E-Auto
  • Zukunftstrends – Trends formen unsere Welt
  • Wirtschaft – Interview mit Presse-Großhändler Carsten Müller
  • Technophilosoph – Dr. Mario Herger zu Lügen der Autokonzerne
  • Wirtschaft – E-Flugzeug: Die leise Revolution am Himmel
  • Reisebericht – Über die Alpen mit Model X und Wohnwagen
  • Reisebericht – Alles für die Katz: Harus Abenteuer im Tesla
  • Fanboy – Gabor Reiter: E-Mobilität in Deutschland
  • … und einiges mehr
Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.