Besuch im Geothermiekraftwerk

An einem April-Wochenende besuchte der Tesla Fahrer und Freunde e.V. (TFF) ein Geothermiekraftwerk und am nächsten Tag gab es einer Ausfahrt in der Umgebung.

Am ersten Tag: Schon die Anfahrt war ein Vorgeschmack: traumhaftes Wetter, sanft hügelige Voralpenlandschaft und mittendrin, im Wald gelegen, das Geothermiekraftwerk von eavor. Vor dem Werkstor trafen wir uns zu ersten Fachgesprächen, ehe uns Tour-Guide Martin Rasper – Geologe, Journalist und mit spürbarer Begeisterung für sein Thema – mit Besucherausweisen ausstattete und ins Gelände führte.
Im Besucherzentrum bekamen wir einen fundierten Überblick über die Funktionsweise des Kraftwerks und die Unterschiede zur klassischen Geothermie. Besonders deutlich wurde: Das von eavor entwickelte Verfahren braucht kein heißes Tiefenwasser, sondern festes Gestein wie Granit, das in Deutschland vielerorts in ausreichender Tiefe vorhanden ist. Theoretisch ist das Konzept damit an vielen Standorten einsetzbar. Da die Bohrungen nur durch festes Gestein verlaufen und zusätzlich verrohrt werden, gelangen weder Mineralien noch Gesteinspartikel ins System. Der Wartungsaufwand sinkt dadurch erheblich.
Hinzu kommt: Pumpen werden nicht benötigt. Das System nutzt den Thermosiphon-Effekt – kaltes Wasser sinkt, warmes steigt. Einmal befüllt, zirkuliert der Kreislauf von selbst. Der Preis dafür ist die enorme technische Komplexität: Um einen einzigen Loop zu schließen, muss in über vier Kilometer Tiefe ein Ziel mit nur 23 Zentimetern Durchmesser punktgenau getroffen werden. Entsprechend hoch lagen die Baukosten. Nicht alle Loops konnten bislang geschlossen werden, weshalb die Leistung noch unter den Erwartungen liegt. Weitere Bohrungen sind jedoch geplant.
Anschließend ging es mit Schutzausrüstung aufs Gelände. Wir besichtigten den Bohrturm, erfuhren mehr über den Ablauf der Bohrungen und sahen die vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen aus nächster Nähe. Ein Highlight waren die teils diamantbesetzten Bohrer, die den enormen technischen Aufwand erahnen ließen.

Danach standen wir vor den verrohrten, in Betrieb befindlichen Bohrlöchern. Mit rund 60 °C wird das Wasser hinabgeschickt, erwärmt sich auf seinem Weg durch das Gestein und kommt mit über 120 °C zurück an die Oberfläche. Der Standort Geretsried wurde nicht zufällig gewählt: Schon in den 1990er-Jahren sollte hier ein Geothermiekraftwerk entstehen, das damals an ungünstigen Untergrundbedingungen scheiterte. Die vorhandenen Genehmigungen brachten jedoch einen großen Zeitvorteil. Die Skepsis der Gemeinde nach dem früheren Fehlstart war dennoch verständlich.
Damit die gewonnene Wärme genutzt werden kann, lieferte die italienische Firma Turboden ein ORC-Kraftwerk zur Stromerzeugung. Turbine und Kühlanlagen konnten aus nächster Nähe besichtigt werden – erstaunlich leise bei 1,6 MW elektrischer Leistung, rund um die Uhr.
Während die zweite Gruppe ihre Führung antrat, klang der Tag auf dem Märznhof mit Alpenpanorama und Vorfreude auf die Ausfahrt am nächsten Morgen aus.

Am zweiten Tag: Sonne, Sonne, Sonne – bessere Bedingungen hätte es kaum geben können. Am Supercharger Sindelsdorf wurden die Akkus noch einmal geladen, dann setzte sich der Konvoi aus 14 Fahrzeugen pünktlich in Bewegung.
Erster Stopp war das Kloster Benediktbeuern, dann ging es weiter zum Kochelsee und schließlich über die Kesselberg-Passstraße zum Walchensee. Dort bot sich eine klassische Postkartenkulisse mit glasklarem Wasser und Bergen im Hintergrund. Am Südufer legten wir einen längeren Stopp ein und konnten wegen des abgesenkten Wasserspiegels sogar Bereiche des Seebodens erkunden, die sonst verborgen bleiben.
Weiter führte die Route über frühlingshafte Wiesen, durch verschlafene Dörfer und zahlreiche Serpentinen zum Sylvensteinspeicher. Das ursprünglich als Hochwasserschutz für München errichtete Stauwerk bot erneut eine eindrucksvolle Fotokulisse. Über den Achenpass ging es anschließend Richtung Tegernsee zur Wallberg-Seilbahn, die unsere 24-köpfige Gruppe auf 1.625 Meter ins Panorama-Restaurant brachte. Oben war die Terrasse geöffnet, und bei bester Aussicht wurden Kaiserschmarrn, Germknödel und Brotzeiten bestellt. Anschließend ging es wieder ins Tal, einmal um den Tegernsee und weiter zum Schliersee.


Dort teilte sich die Gruppe in eine Sport- und eine Genießer-Fraktion. Die Sport-Gruppe fuhr zum Sudelfeldpass und unternahm noch eine kleine Wanderung zum Wasserfall. Die Genießer-Gruppe schwebte zur Schliersberg-Alm auf 1.000 Meter, genoss die Aussicht und ließ den Tag entspannt bei Getränken und – für manche – einem zweiten Kaiserschmarrn ausklingen. Zurück ging es per Sommerrodelbahn oder Seilbahn.
Der Abschluss fand erneut am Supercharger Sindelsdorf statt. Während die Autos luden, ließ die Gruppe den Tag beim gemeinsamen Abendessen im Hotel ausklingen. Ein rundum gelungenes Wochenende voller Eindrücke, Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse.
Unser Dank gilt allen Unterstützern der Tour – und ganz besonders den Teilnehmer:Innen, die an jeder Station mit Begeisterung dabei waren.


Und das sind die Themen der 30. Ausgabe:

  • Neues aus der Tesla Welt
  • Die Revolution der Patentstrategie bei Tesla
  • Grünere Energienetze dank Einsatz von KI
  • Die Herausgeber: Elektrische von Paris nach Dakar und zurück
  • Neues zur elektrischen COMMUNITY 2026
  • Strombock: Höhere Benzinpreise, der perfekte Moment für den Umstieg !
  • Unser Manifest und Petition für eine zukunftsorientierte Transformation Deutschlands
  • Reisebericht: Mit Model X & Grok durch Schottland 
  • Die Herausgeber: Tesla Fahrer & Freunde e.V.
  • Besuch im Geothermiekraftwerk
  • Powerwall 3P: Erstmals dreiphasiger Heimspeicher von Tesla
  • Fanboy: Terafab

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